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Der Kampf gegen Krebs: Unternehmer spendet Dresdner Uiklinik Millionenbetrag

Der Kampf gegen Krebs: Unternehmer spendet Dresdner Uiklinik Millionenbetrag

Die Farbe seiner Hoffnung ist türkisgrün. Genauer gesagt RAL 6033. Die starke Mischung zwischen grün und blau ziert sein Haus, seine Inneneinrichtung, seine Produktionshallen, seine Verwaltungsgebäude, sein Firmenlogo und überhaupt alles, was ihm irgendwie wichtig ist.

"Mich motiviert dieser Farbton", sagt Jürgen Preiss-Daimler. Auch seine geschriebene Biografie ist in dieser Farbe eingebunden. Türkis ist die Farbe seines Lebens und seines Lebenswerkes. Bald schon wird sie auch die Farbe vieler Patienten werden.

Preiss-Daimler feiert in wenigen Wochen seinen 75. Geburtstag. Er ist Sternzeichen Löwe und einer der erfolgreichsten Unternehmer in Ostdeutschland. Als geborener Westdeutscher hat er schon zu DDR-Zeiten für Buna in Schkopau, die Stahlwerke in Eisenhüttenstadt und Robotron in Dresden gearbeitet. Nach der politischen Wende 1989 übernahm er 17 Unternehmen von der Treuhand und sanierte sie. "Mein großer Vorteil gegenüber anderen Westdeutschen war, dass ich die Mentalität der Ostdeutschen kannte", erinnert sich Preiss-Daimler heute. "Ein Wir-Gefühl war mir immer wichtig, ich wollte niemanden belehren." Preiss-Daimler lebt seit 25 Jahren in Sachsen, Wilsdruff, Ortsteil Grumbach. "Ich bin ein typischer Wossi", sagt er. Dann lacht er wieder und schaut zu seiner Frau Beatrix (48), einer Merseburgerin, mit der er in dritter Ehe verheiratet ist.

Galionsfigur des Aufbaus Ost

Heute, knapp 25 Jahre nach dem Fall der Mauer, führt er ein Firmenimperium mit einem Jahresumsatz von etwa 500 Millionen Euro. Seine PD-Group vereint 24 Unternehmen und ist damit die größte konzernunabhängige Firmengruppe Sachsens. Die Standorte verstreuen sich von Freital und Oschatz über Bitterfeld (Sachsen-Anhalt), Ilmenau (Thüringen) bis hin nach Tschechien, China, Russland, Lettland und die USA. "Geht nicht, gibt's nicht", ist einer seiner Leitsprüche. Preiss-Daimler ist Optimist. Er hat das "Macher-Gen", schreibt der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) im Vorwort der Biografie "Ein Leben für den Aufbau Ost".

Doch Preiss-Daimler hat in seinem Unternehmer-Leben nicht nur Glück gehabt. Heute lebt er nur noch mit einer Niere und einer Nebenniere. Der Krebs, der keine Gerechtigkeit kennt, hat auch ihn vor fünf Jahren getroffen. In ein paar Wochen verliert er die letzte Nebenniere. Erst kürzlich haben seine behandelnden Ärzte am Uniklinikum Dresden wieder Metastasen entdeckt. Doch das will Preiss-Daimler eigentlich alles gar nicht erzählen. Er will dem Bösen am liebsten keinen Raum geben, nicht schon wieder. Denn nicht zum ersten Mal kämpft Preiss-Daimler gegen den Krebs. Schon oft hat die heimtückische Krankheit sein Leben gekreuzt. Seine zweite Frau und Mutter seines Sohnes ist daran gestorben. Später musste er sogar seinen Sohn zu Grabe tragen. Nein, diesmal will er sich davon nicht unterkriegen lassen.

Gut zwei Millionen Euro als Dank

Lange hat er sich deshalb eine Idee durch den Kopf gehen lassen: Ja, er will dem Krebs unbedingt ein Schnippchen schlagen. So wie all den ganzen anderen Schwierigkeiten, die sich ihm in den Weg gestellt haben. "Geht nicht, gibt's nicht!" Auch deshalb hält er viel von medizinischer Technik. Lange hat er sich mit seinem Arzt, dem vom Nachrichtenmagazin Focus preisgekrönten Spitzen-Onkologen Professor Manfred Wirth, und der Direktorin des Dresdner Herzzentrums, Professor Ruth Strasser, beraten. Dann stand die Entscheidung: Er, der Unternehmer Jürgen Preiss-Daimler spendet mehr als zwei Millionen Euro aus seinem Privatvermögen an das Uniklinikum Dresden und das Herzzentrum für ein hochmodernes Computertomographie (CT)-Gerät. "Ich möchte damit Danke sagen für all das, was ich erreichen konnte und was mir widerfahren ist", erklärt Preiss-Daimler, jetzt mit ernstem Blick. "Ich wollte etwas schaffen, wovon viele Menschen profitieren können."

Gesagt, getan. Im Dezember 2013 lädt er die Ärzte Wirth und Strasser in seinen kleinen türkisfarbenen Palast nach Wilsdruff ein. Ein Abend am runden Tisch seines Büros, Papiere, Formulare und Enthusiasmus. Am Ende steht die Gründung der "Preiss-Daimler Medical Equipment und Research Stiftung" - natürlich mit türkisfarbenem Logo. Beide Professoren arbeiten als Vorstände. Ziel ist die Finanzierung medizinischer Geräte und der Forschung sowie Entwicklung auf Spezialgebieten. "Das ist zwar nicht mein Fachgebiet", sagt Preiss-Daimler. Seine Unternehmen produzieren vor allem Glasfasern und Feuerfestmaterialien. "Aber das Thema findet bei mir sehr großes Interesse. Ich betreibe es mit viel Liebe."

CT-Diagnostik nun in zehn Minuten

Weil Preiss-Daimler die Diagnose von Krebs, aber auch die vieler anderer Krankheiten verbessern will, hat er sich mit den Medizinern für das "neueste und modernste CT-Gerät" entschieden, was heute auf dem Markt zu finden ist. Untersuchungen in der Röhre dauern damit künftig nur noch etwa zehn und nicht mehr quälende 45 Minuten. "Dadurch kann täglich sehr viel mehr Menschen geholfen werden", erklärt der Unternehmer. Ein starkes Argument vor dem Hintergrund, dass Patienten manchmal drei Monate auf einen Termin warten und der Krebs erschreckend schnell wächst. Das moderne sogenannte Somatom-Force-CT-Gerät von Siemens ist das erste in den neuen Bundesländern und bislang nur eines von drei Geräten dieser Art im gesamten Bundesgebiet. Es benötigt viel weniger Kontrastmittel, seine Strahlenbelastung ist bis zur Hälfte niedriger. "Ich möchte mit meiner Stiftung ein Zeichen setzen, mit ultraschneller Medizintechnik kann so vielen Menschen geholfen werden", sagt Preiss-Daimler.

Der bekannte und oft gelobte Unternehmer ist trotz seines Erfolgs bodenständig geblieben. Einen Entwurf des Dresdner Uniklinikums für die Gestaltung des Behandlungsraumes mit einer durch sein Firmenlogo gespickten Tapete hat er abgelehnt. Lediglich der Fuß des neuen CT-Gerätes verweist auf seine PD-Group. Er leuchtet künftig - und das natürlich in türkis. Heute wird das Gerät offiziell an das Dresdner Uniklinikum übergeben. Ministerpräsident Tillich kommt persönlich vorbei. Zur praktischen Abnahme vom Hersteller am vergangenen Montag hat sich Preiss-Daimler als erster Patient persönlich in die Röhre gelegt. Es war keine Show, es war eine Ansage: Er will den Kampf gegen den Krebs gewinnen. Unbedingt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.07.2014

Katrin Tominski

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