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Der Großhändler "Fleigeno" heißt jetzt Mega und hat eine eigene patentierte Marke kreiert

Der Großhändler "Fleigeno" heißt jetzt Mega und hat eine eigene patentierte Marke kreiert

Einst war der Betrieb die größte Fleischergenossenschaft der DDR. Heute konzentriert sich das Fachzentrum für Fleischerei und Gastronomie "Mega" auf seine eigene regionale Fleischmarke und ein breites Sortiment in allen Bereichen.

"Aus Raider wird Twix, sonst ändert sich nix" - die Umbenennung des beliebten Schokoriegels sorgte in den 90ern in Deutschland für großes Aufsehen. Die Namensänderung des bekannten Fleisch- und Gastrogroßhandels "Fleigeno" erfolgte hingegen eher lautlos. "Wir wollte ein neues Denken etablieren", erklärte Geschäftsführer Matthias Schmidt. Deswegen habe man dem Fachzentrum für Fleischerei und Gastronomie nun den Namen "Mega" gegeben. Nicht zuletzt sei auch die langjährige Zusammenarbeit mit den Geschäftspartnern der "Fleigeno hat die Aufmerksamkeit zu sehr auf den Fleischverkauf gelenkt", konstatiert Schmidt. "Wir sind jedoch viel mehr als ein bloßes Fleischfachzentrum. Wir sind ein universeller Großhändler für die gesamte Gastronomie." Dann zählt der Geschäftsführer auf, was er neben seinen 1000 Fleischerzeugnissen sonst noch so im Angebot hat: Gemüse, Molkereiprodukte, Kaffee, Tee, Nudeln, Reis, Konserven, Spirituosen, Tiefkühlerzeugnisse, Küchenutensilien und -Ausstattung, Hygieneartikel und sogar ganze Zapfanlagen. "Bei uns bekommt jeder Gastronom alles, was er braucht, wir sind Vollsortimenter", erklärt Schmidt. In dem 7000 Quadratmeter großen Markt in der Erfurter Straße an der Grenze zum Dresdner Stadtteil Pie- schen lagern insgesamt etwa 35 000 Artikel für Gewerbetreibende - also für Fleischer, Gastronomen, Hoteliers, Bäcker und Konditoren. "Nicht ganz, aber halb Dresden ist unser Kunde", erklärt Schmidt mit einem Lächeln. "Auch der "Dresdner Sternekoch Stefan Hermann". Wenn es nach Schmidt geht, könnten jedoch noch viel mehr Hoteliers und Restaurants bei ihm einkaufen. Viele potenzielle Kunden bevorzugten laut dem erfahrenen Experten günstigere Produkte von überregionalen Anbietern. Besonders Fleisch werde noch immer häufig von Schleswig-Holstein und Niedersachsen über Nacht in die Dresdner Küchen gebracht.

Fleisch ohne Wachstumshormone

Um in den Zeiten global erzeugter Lebensmittel zu punkten, hat "Mega" zusammen mit den Dürrröhrsdorfer Fleischwaren, Fleischermeistern, Erzeugergemeinschaften und dem Konsum Dresden die regionale Marke "Sachsenglück" entwickelt. "Wir garantieren, dass die Tiere in Sachsen geboren, hier gezüchtet und kontrolliert sowie artgerecht gehalten wurden", erklärt Geschäftsführer Schmidt. "Unser Sachsenglück-Fleisch beziehen wir aus 13 zertifizierten sächsischen Mastbetrieben, die keine wachstumsfördernden Hormone verwenden". Dies sei besonders hinsichtlich der Diskussionen um mit Antibiotika und multiresistenten Erregern verseuchtes Fleisch von großer Bedeutung.

"Mega" hofft also, mit regionalen qualitätsvollen Fleischprodukten seine Marktanteile nicht nur zu halten, sondern zu erweitern. "Unser Sachsenglück-Fleisch hat nie einen weiteren Weg als 200 Kilometer zurückgelegt", erklärt Schmidt. Das Futter der Tiere stamme ebenfalls zu 60 Prozent aus der Region und überhaupt: Die Herkunft jedes einzelnen Koteletts sei genau nachvollziehbar. Bislang gibt es die Sachsenglück-Garantie nur für Schweinefleisch, am 1. Mai ist die Marke auf Wildfleisch ausgeweitet worden, ab Herbst soll es auch Rindfleisch mit dem patentierten Qualitätssiegel geben.

Das Mega-Fachzentrum bietet auch Fleisch von Enten, Puten und Gänsen an. Kunden können Hirsch-, Reh- Hasen und Wildschweinfleisch kaufen. Frisch oder auch tiefgekühlt. Pferd gibt es auf Vorbestellung und sogar exotische Produkte wie Gnu und Antilope lagern normalerweise in der unscheinbaren Verkaufshalle. "Doch durch die Maul- und Klauenseuche, die derzeit in Afrika grassiert, ist der Markt leer gefegt", sagt Schmidt. Er zeigt Muscheln und Garnelen, Tintenfische und Forellen, Bautzner Senf neben Oliven-Trüffel-Öl, Fünf-Liter-Ketchup-Eimer und edlen Single-malt-Whisky, der im Glas-Tresor eingeschlossen ist. An der 26 Meter langen Fleischtheke bugsieren seine Mitarbeiter gerade große Rückenstücke herum. Im Fachzentrum wird das aus den Schlachthöfen gelieferte Fleisch zerlegt und für den Kunden aufbereitet. Ab sechs Uhr ist der Großhandel an sechs Tagen in der Woche geöffnet.

DDR-Umsatz: 50 Millionen Mark

Fleisch hat Matthias Schmidt schon sein halbes Leben begleitet. Bereits 1991 hat der Verfahrenstechniker für "Fleigeno" - damals noch mit Sitz im damaligen Städtischen Schlachthof auf der Ostrahalbinsel gearbeitet. Im April 2000 zog er mit dem Unternehmen schließlich in die neue Gewerbehalle an der Erfurter Straße, vorher hatte die Fleischerinnung das nach dem Krieg enteignete Gelände zurückerworben. Ursprünglich im Jahr 1897 als "Freie Vereinigung für Häute- und Felleverwertung" gegründet, entwickelte sich der Betrieb nach dem Zweiten Weltkrieg zur größten Fleischergenossenschaft der DDR. Etwa 50 Millionen Ostmark Umsatz konnten die Spezialisten damals verbuchen. "Wir hatten kein großes Aufkommen an Gemüse, umso größer war damals der Stellenwert von Fleisch", erinnert sich Schmidt.

Bis heute erreicht der Umschlag von Fleisch- und Wurstwaren etwa 50 Prozent des Umsatzes im zweistelligen Millionenbereich. Insgesamt 143 Mitarbeiter arbeiten in Dresden und der "Mega"-Niederlassung in Chemnitz, viele davon rund um die Uhr im Drei-Schicht-System. "Wir verarbeiten Fleisch innerhalb von 24 Stunden", erklärt Geschäftsführer Schmidt. Bis zum Mittag treffe es vom Schlachtbetrieb ein, in einer separaten Zerlege-Einheit und Wurstproduktion wird es verarbeitet. Schon ab 22 Uhr rollen die ersten der insgesamt 30 LKWs zu den Kunden. Manchmal werden Bestellung sogar per Flugpost von Dresden bis nach Gran Canaria gebracht.

Katrin Tominski

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