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Der Gerede e.V. bietet homosexuellen und transidenten Geflüchteten Hilfe

Grenzenlose Vielfalt Der Gerede e.V. bietet homosexuellen und transidenten Geflüchteten Hilfe

Es ist nicht immer Krieg und Terror, weshalb Menschen ihr Heimatland verlassen. In mehr als 70 Ländern auf der Welt werden Homosexualität und Transidentität strafrechtlich verfolgt – die Sanktionen reichen von Haft- bis hin zu Todesstrafen.

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Beratung, Schutz und Begleitung: Jacqueline Große (l.) und Carolin Wiegand vom Dresdner Gerede e.V. kümmern sich im Projekt „borderless diversity“ um homosexuelle und transidente Geflüchtete.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Es ist nicht immer Krieg und Terror, weshalb Menschen ihr Heimatland verlassen. In mehr als 70 Ländern auf der Welt werden Homosexualität und Transidentität strafrechtlich verfolgt – die Sanktionen reichen von Haft- bis hin zu Todesstrafen. In Deutschland hoffen diese Menschen, mit ihrer Sexualität frei und sicher leben zu können – ihre Ängste vor Zwangsoutings und Repressionen können sie hier trotz allem nicht komplett ablegen.

Der Gerede e.V. Dresden hat sich vor einigen Monaten auf die Fahnen geschrieben, homosexuellen und transidenten Geflüchteten eine Basis zu bieten. „In unserer Bevölkerung ist es weitgehend unbekannt, dass es auch eine Vielzahl queerer Geflüchtete gibt, die eine ganz besondere Schutzbedürftigkeit haben“, erklärt Carolin Wiegand vom Gerede e.V. Gemeinsam mit ihren Kollegen hat sie „borderless diversity“ ins Leben gerufen. Das Projekt, das vom Sächsischen Sozialministerium gefördert wird, versteht sich als Schutzraum für sogenannte Lsbti*-Geflüchtete. Lsbti* ist eine Bezeichnung für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und intergeschlechtliche Personen. Diese kommen mit den unterschiedlichsten Problemen zum Gerede e.V.

In Beratungs- und offenen Gesprächsrunden, dem „Refugee Talk“, wird sozialpädagogische Unterstützung geboten. Zum Aufgabenfeld des Projekts gehört auch die Begleitung zu den Behörden, denn aus Angst vor Zwangsoutings trauen sich viele Lsbti*-Geflüchtete nicht, bei den Behörden ihre sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität als Fluchtgrund anzugeben. „Die konkreten Problemfelder, die wir in der Beratung besprechen, sind sehr mit persönlichen Schicksalen verbunden“, sagt Wiegand. Auf Nachfrage können Termine mit ehrenamtlichen Dolmetschern vereinbart werden.

Massive Probleme entstehen unter anderem dann bei transidenten Geflüchteten, wenn sie im Zuge einer Geschlechtsangleichung Hormonpräparate einnehmen müssen. „Wenn kein medizinischer Notfall vorliegt, müssen sie erst das Asylverfahren abwarten. Für Transidente gibt es dort keinen Spielraum.“ Das Projekt werde gut angenommen, sagt Carolin Wiegand. Auf dem Programm stehen neben der Beratung auch gemeinsame Ausflüge oder Grillabende – diese veranstaltet Projektmitarbeiterin Jacqueline Große.

Der Gerede e.V. will künftig vor allem die Multiplikatoren im Bereich der Flüchtlingshilfe über das Thema aufklären und sie für die Probleme der Betroffenen sensibilisieren.

www.gerede-dresden.de

Von Juliane Weigt

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