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Der Dresdner Thomas Weichelt ist Spezialist für historische Wandbespannung

Von der Semperoper bis zu Merkels Gästehaus Der Dresdner Thomas Weichelt ist Spezialist für historische Wandbespannung

Wer in Dresden einmal in einer der großen Museen oder einem anderen prestigeträchtigen Gebäude der Stadt war, ist sicher schon einer der Arbeiten von Thomas Weichelt begegnet. Der Raumausstatter, der einen eigenen Betrieb in Cotta leitet, ist spezialisiert auf historische Wandbespannung.

Thomas Weichelt

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Wer in Dresden einmal in einer der großen Museen oder einem anderen prestigeträchtigen Gebäude der Stadt war, ist sicher schon einer der Arbeiten von Thomas Weichelt begegnet. Ohne es vielleicht zu merken, denn Weichelt ist kein Maler oder Bildhauer. Der Raumausstatter, der einen eigenen Betrieb in Cotta leitet, ist spezialisiert auf historische Wandbespannung, aber auch auf Polsterarbeiten und Fensterdekorationen. Zu seinen Referenzen gehören Arbeiten in der Semperoper, dem Residenzschloss oder Schloss Moritzburg, aber auch in der Hofburg Innsbruck oder Schloss Mirow in Mecklenburg.

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Wer in Dresden einmal in einer der großen Museen oder einem anderen prestigeträchtigen Gebäude der Stadt war, ist sicher schon einer der Arbeiten von Thomas Weichelt begegnet.

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Die Firma wurde 1887 von Friedrich König gegründet, der auch das Geschäftsgebäude errichten ließ. 1972 übernahm Weichelts Vater Gerhard die Firma, seit 2005 führt Thomas sie in zweiter Generation. Seinen Meisterbrief erhielt er 1988, wurde jedoch nicht von seinem Vater ausgebildet. Nach der Wende ist er in den Betrieb miteingestiegen. „Mein Vater ist zwar mittlerweile im Ruhestand, kommt aber regelmäßig einmal die Woche in den Betrieb.“

Die Spezialisierung auf historische Arbeiten sei eine Nische in der Branche, erklärt Weichelt. „Der qualitative Anspruch ist höher“, auch wenn die Wandbespannung an sich zur Ausbildung gehöre. Sein Vater hatte diese Leistungen schon ausgeführt, Weichelt habe sie dann in Spezialisierung übernommen. Aktuell arbeitet er im Georgenbau, wo Seidenbespannungen an Vitrinen ausgeführt werden. Eines der kommenden großen Projekte ist ab 2017 die Gemäldegalerie im Zwinger.

„Historische Bespannung ist eine stark ins Detail gehende Arbeit. Manchmal findet der Restaurator noch originale Befunde wie Gewebeteile, die für die Rekonstruktion Rückschlüsse zulassen. Meistens arbeiten wir jedoch auf der Grundlage von Bildern und Fotos.“ Beim letzten Projekt, den Sitzüberwürfen im Wagen Nr. 9 der Historischen Straßenbahn Potsdam, war das Foto zur Vorlage sogar nur schwarz-weiß. Das Motiv, der Adler aus dem Potsdamer Stadtwappen, ist in leuchtendem Goldgelb auf kräftigem Rot entstanden. „Bei dem Objekt haben wir mit der Cammann Gobelin Manufaktur und der Jende Posamenten Manufaktur Forst GmbH zusammengearbeitet. Es war ungewöhnlich, einen derartigen Auftrag hatte ich noch nicht. Aber wir sind alle stolz auf das Ergebnis, die Innenausstattung hebt das Renommee des sächsischen Handwerks hervor.“

Den aufregendsten Auftrag bekam Weichelt, als er im Schloss Meseberg in sieben Räumen hochwertige Wandbespannarbeiten mit französischen Seidenstoffen und aufwendiger Unterkonstruktion vornehmen musste. „Dass es sich bei diesem Gebäude um das Gästehaus der Bundesregierung handelt, wurde uns erst während der Arbeit klar. Eigentümer war nämlich eine Stiftung.“

Neben derartigen Aufträgen bietet Weichelt aber natürlich auch einen Service für Privatkunden. „Kleinere Aufträge, die dennoch exklusiv und individuell sind, geben uns die Möglichkeit zur durchgehenden Beschäftigung“, so der Profi. „Das ist ein wichtiger Faktor. Wir beschäftigen feste und langjährig erfahrene Mitarbeiter, sonst könnten wir nicht die Qualität gewährleisten, die unsere Klienten fordern. Mit diesen haben wir uns ein intensives Vertrauen aufgebaut. Unsere Firma lebt von der Kombination aus privaten Aufträgen und historischer Arbeiten.“

Seine persönliche Lieblingsarbeit hat Weichelt im Fasanenschlösschen in Moritzburg abgeliefert. „Das ist ein wahres Kabinettmuseum für Textilausstattungen. Es gibt Seiden-, Feder- und Stofftapeten – man sieht die Essenz der barocken Ausstattungen in einem einzelnen Objekt und auf kleinem Raum. Als man uns dort die Flächen zur Restauration angeboten hat, war ich schon stolz, dass man mir das Vertrauen gegeben hat, so etwas überhaupt anzufassen.“

Von Gerrit Menk

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