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Der Dresdner Schauspieler Rudolf Donath wird 80

Der Dresdner Schauspieler Rudolf Donath wird 80

... erst kürzlich haben wir zusammengesessen und uns für das Buch zur Jubiläumsspielzeit am Staatsschauspiel unterhalten. Von deinem kurvenreichen Lebensweg hast du erzählt, der Hitlerzeit und Krieg berührte, von Hungerszeit und Neuaufbau, Sozialismus und Zweifel, und dem neuerlichen Aufbruch in der Zeit danach.

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Rudolf Donath als König Lear am Staatsschauspiel Dresden.

Quelle: HL Böhme

Vor allem aber von dem verschlungenen Weg über den Porzellanmaler, Pressezeichner, den Rundfunksprecher, der Dich letztlich doch auf die Bühne führte und dann auf jene, von der du sagst, dass sie für dich Heimstatt war, das Staatsschauspiel Dresden. Seit 1960 hast du hier 100 Premieren gespielt, hast dich durch schwierige Zeiten gekämpft und glückliche, erfolgreiche Jahre verbracht.

Am 27. Oktober jährt sich dein Geburtstag zum 80. Mal. 36 Jahre davon warst du festes Ensemblemitglied, deine letzte Premiere im Schauspielhaus aber war der wunderbare alte, weise Firs in Tschechows "Kirschgarten" in der Regie von Klaus Dieter Kirst. Voller Wärme und Poesie hast du ihn gezeichnet. Das war 2001. Und das sind über 40 Jahre am Staatsschauspiel, in denen du zum prägenden Protagonisten des Hauses wurdest.

Begonnen hat alles mit Georg Kaisers "Nebeneinander". Verblüffend sind die alten Inszenierungsfotos, die dich blond, jung und strahlend in blau-weiß gestreiftem T-Shirt neben Katja Kuhl zeigen. Vertrauter sind Rollenfotos aus späterer Zeit. Der proletarische Typ des Ensembles in einer Zeit, die genau danach suchte. Bald aber wurden deine Figuren differenzierter, realistischer, sensibler und waren von gedanklicher Schärfe geprägt wie später dein Balke in Wolfgang Engels Inszenierung von Heiner Müllers "Der Lohndrücker". Deine Figuren kletterten die soziale Karriereleiter hinauf. Vom Proletarier bis zur Königsebene. Über den Melchior in "Jutta oder Die Kinder von Damutz" mit Dagmar Manzel, deinen Hagen in Engels "Nibelungen"-Inszenierung, den lebenshungrigen Machtmenschen Adam in Kleists "Zerbrochenem Krug" zum "König Lear" in Horst Schönemanns Inszenierung oder Artus, den König aus Christoph Heins "Tafelrunde" in der Regie von Klaus Dieter Kirst. Mit vielen deiner Rollen hast du Menschen begleitet, viele sind mit ihnen erwachsen geworden, dein Name ist fest mit unserem Theater verbunden.

100 mal hast du Artus gespielt, 100 Premieren hast du an unserem Haus gefeiert, vorerst aber lasse dich zum 80. umarmen, lieber, verehrter Rudolf Donath.

Die Autorin ist Dramaturgin am Staatsschauspiel Dresden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.10.2012

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