Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Der Dresdner Naturbewahrungsverein schafft 15 Hektar Naturwald in Dölzschen

Der Dresdner Naturbewahrungsverein schafft 15 Hektar Naturwald in Dölzschen

Es klingt fast unglaublich. Wo bis nach der politischen Wende eine aus fast 30 Stallgebäuden bestehende, jede Menge betonierte Flächen aufweisende Schweinemast-Großanlage in Dölzschen die Landschaft hoch über Dresden und den Plauenschen Grund "zierte", wird es schon in wenigen Jahren einen naturnahen Wald mit Hainbuchen, Traubeneichen, Winterlinden und Bergahorn geben.

Auf ihre Fahnen geschrieben hat sich dieses ehrgeizige Ziel die NABU-Gruppe Naturbewahrung Dresden e. V.

Vorstandsmitglied Karl-Hartmut Müller ist da optimistisch: "Durch den Bau der A 17 ergab sich für deren Erbauer die zwingende Verpflichtung, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für verloren gehende Flächen durchzuführen. Gemeinsam haben die Stadt, der Verein und das Landesamt für Straßenbau und Verkehr die Rekultivierung der stillgelegten Schweinemastanlage vereinbart. Viel ist inzwischen schon geschehen und noch im November werden wir 20 000 Bäume auf den sanierten Flächen pflanzen. Damit stellen wir zugleich den Anschluss an den in Vereinseigentum befindlichen Wald her, der sich über den Hang hinunter bis in den Plauenschen Grund zieht. Wir reden hier von einer Gesamtfläche von über 15 Hektar. Unser Ziel ist dessen Deklarierung als Naturschutzgebiet."

Einen Zaun haben die insgesamt 30 Vereinsmitglieder bereits rund um das Aufforstareal als Schutz der jungen Bäume vor Wildverbiss gesetzt. Aber der Doktor auf dem Gebiet der Festkörperphysik hat auch Sorgen: "Ständig lagern Bürger, die zu Hause ihre Ordnung haben wollen, ihren Müll auf den von uns betreuten Flächen ab. Sie verunreinigen diese nicht nur, sondern verursachen bei uns zusätzliche Aufwendungen, sowohl zeitlich wie finanziell." Diese Feststellung trifft auf die anderen vom Verein im Stadtgebiet und in der Region betreuten Flächen genauso zu.

Dass dem Umweltverein Flächen gehören, ist eine Besonderheit. Daraus ergeben sich, so Müller, ungleich größere Möglichkeiten, darauf Naturschutz betreiben zu können. "Wir kümmern uns um die Reste unseres ursprünglichen Naturerbes, nicht nur das Naturerbe, das sich in der Kulturlandschaft herausgebildet hat. Unser Name "Naturbewahrung" ist an die Lutherübersetzung des Alten Testaments (1. Buch Moses, 2.15) angelehnt, wonach der Mensch die Schöpfung nicht nur für seine Bedürfnisse nutzen, sondern auch bewahren soll."

NABU Deutschland umfasst inzwischen rund 500 000 Mitglieder, Naturbewahrung Dresden gehört zum Regionalverband Meißen-Dresden sowie dem Landesverband Sachsen an. Zu den weiteren aktuellen Pflege- und Betreuungsobjekten des Vereins zählt eine erst kürzlich erworbene Streuobstwiese in Cossebaude. Deren Pflegezustand ist derzeit ungenügend, sie weist aber eine artenreiche Flora auf und ist geologisch interessant. "Wir haben die Wiese nur zum Teil selbst bezahlt, den Rest auf Pump. Deshalb brauchen wir für die Abzahlung dringend Spenden. Wir haben keinerlei Einnahmen außer unseren Mitgliedsbeiträgen. Jede finanzielle Unterstützung wird ausschließlich für den Flächenerwerb eingesetzt", unterstreicht Müller. Auch Flächenbetreuer brauche der Verein dringend. Spezielle naturkundliche Kenntnisse seien zwar hilfreich, aber nicht zwingende Voraussetzung für eine Anmeldung als ehrenamtlicher Betreuer. Schon die gelegentliche Anwesenheit auf dem Wiesen- oder Waldstück reicht, um illegale Müllentsorger abzuschrecken.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.09.2014

Peter Weckbrodt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
16.08.2017 - 17:02 Uhr

Der Angreifer hat die rund einstündige OP gut überstanden. Nun steht die langwierige Reha an.

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.