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Der Dresdner Arnhold Lehnert bekommt die Annen-Medaille verliehen

Engagement Der Dresdner Arnhold Lehnert bekommt die Annen-Medaille verliehen

Jedes Jahr wird vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz die „Annen-Medaille“ an Bürger verliehen, die sich besonders für wohltätige Zwecke verdient gemacht haben. Am kommenden Montag wird unter anderem der Dresdner Arnhold Lehnert ausgezeichnet.

Arnhold Lehnert

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Jedes Jahr wird vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz die „Annen-Medaille“ an Bürger verliehen, die sich besonders für wohltätige Zwecke verdient gemacht haben. Am kommenden Montag wird unter anderem der Dresdner Arnhold Lehnert ausgezeichnet, der von 2011 bis Anfang des Jahres Leiter der Dresdner Außendienststelle des Weißen Rings e.V. war. Dieser Verein steht ehrenamtlich Kriminalitätsopfern bei, berät und unter-stützt sie psychologisch.

Lehnert kam 2008 zum Weißen Ring, nachdem der ehemalige Pfarrer Edelbert Franzmann – dessen Frau Annemarie für ihre Tätigkeit beim Schwarzen Kreuz übrigens ebenfalls die Annen-Medaille erhält – ihm diesen Verein damals ans Herz gelegt hatte. Lehnert, der zu diesem Zeitpunkt Sacharbeiter im Sozialamt war, sei genau der richtige Mann für diese Aufgabe. Als er dem Weißen Ring beitrat, waren die Verhältnisse dort nicht besonders geordnet. „Nicht jeder ist für diese Arbeit geeignet“, sagt Lehnert, der mit einigen Mitarbeitern eine Struktur in die Außenstelle brachte. „Empathie ist das wichtigste. Wir wollen Mitgefühl zeigen, aber kein Mitleid. ‚Hilfe zur Selbsthilfe’ ist unser Motto. Die Betroffenen vertrauen sich uns an, deshalb müssen wir aktiv zuhören und dürfen nicht bewerten.“

Spezialisiert ist der Rentner auf Fälle von sexuellem Missbrauch. „Wir betreuen jährlich circa hundert neue Betroffene verschiedenster Straftaten, Tendenz steigend“, berichtet er. „Rund die Hälfte davon sind sexuelle Gewalt.“ Es sei nicht einfach, sich auf den jeweiligen Sachverhalt einzustellen; jedes Gespräch sei anders. „Der Erstkontakt kommt meist per Mail oder Telefon zustande. Sind die Betroffenen erst einmal bei uns, frage ich, ob sie in der Lage sind, uns zu berichten. Nur was sie wollen oder für notwendig erachten.“ Es habe schon Fälle gegeben, in denen die Hilfesuchenden aus Angst vor potenziellen Angreifern nicht mit dem Rücken zur Tür sitzen konnten o-der Lehnert es mit multiplen Persönlichkeiten zu tun hatte. „Das hat mir selbst schon manches mal den Schlaf geraubt“,

gesteht er. Abgegeben hat er einen Fall jedoch nie. Der Lohn ist, wenn sich Betroffene beim Weißen Ring melden und sich wieder sicher fühlen, wenn sie eine Gerichtsverhandlung gewonnen haben oder wieder positiver im Leben sein könnten. Grundsätzlich sei es aber meist ein gutes Zeichen, wenn die Personen sich nicht mehr meldeten. Seit diesem Jahr ist der studierte Laboringenieur stellvertretender Leiter der Außenstelle Dresden, hat die Leitung seiner Nachfolgerin Michaela Neumann-Frank übergeben. Beschäftigt werden hier zurzeit 17 Ehrenamtliche allen Alters und aus den unterschiedlichsten Berufen. Die Fluktuation sei aber relativ hoch, bei-spielsweise durch Psychologiestudentinnen, die nur für die Zeit ihres Studiums in Dresden sind. Lehnert ist dankbar für jeden seiner Mitarbeiter, der seine Zeit im Verein investiert. „Ich sehe die Annen-Medaille als Auszeichnung für das gesamte Team. Nur weil wir gemeinsam stark sind, können wir diese Arbeit machen. Es ist eine Anerkennung für die umfänglichen ehrenamtlichen Tätigkeiten.“

Von Gerrit Menk

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