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Der Ausländerrat Dresden feiert 25. Geburtstag - Vorstandsvorsitzende In Am Sayad Mahmood im Interview

Der Ausländerrat Dresden feiert 25. Geburtstag - Vorstandsvorsitzende In Am Sayad Mahmood im Interview

Der Ausländerrat Dresden e.V. feiert am Mittwoch sein 25. Jubiläum. Im DNN-Interview: Vorstandsvorsitzende In Am Sayad Mahmood. In Am Sayad Mahmood: Wir haben eine Menge haupt- und auch ehrenamtliche Mitarbeiter sowie unzählige Unterstützer, die die soziale und politische Integration von Migranten stärken und vor allem fördern wollen.

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Die gebürtige Irakerin In Am Sayad Mahmood ist seit dem vergangenen Jahr die Vorstandsvorsitzende des Ausländerrates Dresden.

Quelle: Anja Schneider

Der Ausländerrat Dresden e.V. feiert am Mittwoch sein 25. Jubiläum. Im DNN-Interview: Vorstandsvorsitzende In Am Sayad Mahmood.

Frage: Wie bewerten Sie die Arbeit des Ausländerrates der letzten 25 Jahre?

In Am Sayad Mahmood: Wir haben eine Menge haupt- und auch ehrenamtliche Mitarbeiter sowie unzählige Unterstützer, die die soziale und politische Integration von Migranten stärken und vor allem fördern wollen. Menschen mit Migrationshintergrund sollen nicht bevormundet werden, sondern müssen sich selbst vertreten können. Darin bieten wir Unterstützung. Nach dem Attentat auf Marwa El-Sherbini haben wir den Interkulturellen Frauentreff ins Leben gerufen, bei dem sich Frauen offen über ihre Ängste austauschen, aber gemeinsam ihre Freizeit verbringen. Man muss sich einmal vorstellen: nach diesen 25 Jahren gibt es immer noch Angriffe auf Migranten. Das berührt mich sehr.

Sie selbst kamen vor genau 19 Jahren als Flüchtling aus dem Irak nach Deutschland. Wie haben sie das erlebt?

Ich war damals eine von nur vier oder fünf Frauen in Dresden, die ein Kopftuch trugen. Es war zum Teil nicht leicht, ich habe auch Erfahrungen mit Diskriminierung gemacht. Aber im Vergleich zu dem, was dieser Tage in Dresden passiert, war das lange nicht so schlimm.

Wie ordnen Sie Proteste vor der Erstaufnahmeeinrichtung in Heidenau ein?

Mir fehlen die Worte. Ich sehe keinen Sinn in diesen Protesten. Was wollen diese Leute damit erreichen? Die Flüchtlinge mussten Leid und Elend erfahren, haben kaum Fuß in Deutschland gefasst. Ich möchte gerne einmal die Leute, die in Heidenau protestieren, zu mir einladen und sie fragen, wie sie es als Heidenauer empfinden würden, wenn sie beispielsweise nach Tschechien flüchten müssen – und wie sie es fänden, dort mit Steinen beworfen zu werden. Die Proteste in Heidenau haben sich so schnell und kurzfristig entwickelt, dass der Ausländerrat nicht viel Zeit hatte, um eine Strategie zu erarbeiten. Wir wollen aber die Zeit während unseres Festes am Mittwochabend dazu nutzen, uns darüber auszutauschen.

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Einblick in die Zeltstadt in Dresden

Quelle: DRK Landesverband Sachsen e.V.

Wie engagiert sich der Ausländerrat?

Ich besuche regelmäßig das Zeltlager, um dort mit den Flüchtlingen in Kontakt zu treten, Trost zu spenden, aber auch Mut zu geben. Auch wenn wir mit keinem konkreten Projekt vor Ort sind, merkt man doch, dass alleine meine Anwesenheit Beruhigung und Unterstützung bringt. Trotz allem Respekt für die Hilfe und Unterstützung des DRK –  die Unterbringung ist menschenunwürdig. Man kann sich kaum vorstellen, dass Menschen in Deutschland in solchen Zuständen leben. Meine Familie und ich haben damals 50 Tage in einer Containerstadt bei Niesky gelebt. Wenn Sie mich fragen – die Containerstadt war schlimm, die Zeltstadt ist viel schlimmer. 

 

Die Stadt rechnet mit mehr als 200 Kindern und Jugendlichen, die im nächsten Jahr ohne Begleitung von Erwachsenen nach Dresden kommen. Bietet der Ausländerrat dann Unterstützung?

Es gab bereits Gespräche mit der Caritas, die einige Projekte geplant haben – wir werden uns davon nicht fern halten und werden in diesem Fall jegliche Unterstützung anbieten. Einen konkreten Plan haben wir noch nicht. Wenn das Interesse von Seiten der Kinder und Jugendlichen besteht, dann setzen wir uns in jedem Fall ein.

Der Ausländerrat bietet ehrenamtliche Bildungspatenschaften für Kinder mit Migrationshintergrund. Sind ähnliche Patenschaften auch für Flüchtlingskinder geplant?

Geplant sind sie, dennoch ist es fast unmöglich. Die soziale Situation im Zeltlager ist einfach nicht stabil genug.

Was hat sich der Ausländerrat für das zweite Halbjahr 2015 vorgenommen?

In diesem Jahr kümmern wir uns noch um Projekte, auf die wir auch sehr stolz sind. Zum einen natürlich die soziale Unterstützung von Flüchtlingen in Asylbewerberheimen. Geplant sind fünf Koordinationsstellen. Zum anderen unser neuestes Projekt: die Kita „Kleiner Globus“, die es seit März gibt. Mehr als 100 Kinder, 20 davon aus Flüchtlingsfamilien, sind dort untergebracht.

Der Ausländerrat e.V. feiert sein 25-jähriges Bestehen am Mittwoch und lädt um 17 Uhr zum Sommerfest auf der Heinrich-Zille-Straße 6.

Juliane Weigt

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