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Denkmalschutzfirma saniert Fassade und Türen des Dresdner Kulturpalastes

Denkmalschutzfirma saniert Fassade und Türen des Dresdner Kulturpalastes

Die massive Bronzetür lässt sich erstaunlich leicht öffnen. "Das Relief haben wir auf eine neue Edelstahltür mit Wärmedämmung aufgesetzt", erklärt Christian Reszke, warum nichts quietscht und ächzt.

Er ist der bei Fuchs+Girke zuständige Mann für den Dresdner Kulturpalast. Und die Tür, die hier schon fast einbaubereit aussieht, ist eine von fünf großen Eingangstüren des Dresdner Kulturpalastes, die von den Denkmalpflegeprofis in Ottendorf-Okrilla neu hergestellt und mit den 1969 von Gerd Jaeger geschaffenen Reliefs bestückt werden.

"An den Bronzen müssen wir nicht nur Verunreinigungen beseitigen, sondern auch ein paar Löcher, die man früher anbrachte, um Feststellhaken anzuschrauben", beschreibt Reszke, warum die Denkmalpfleger auch beim Kunstwerk Hand anlegen.

Die neuen Türen werden allen Anforderungen an ein modernes öffentliches Haus genügen - sie werden Fluchtwege nach Din EN 1125 ebenso garantieren wie eine barrierefreie Nutzung. Dafür gibt es einen Druckhebel an der Innentür. Und drei der fünf Türen werden sich über eine in den Boden eingelassene, also unterflurbetriebene Elektrik öffnen, die die fast 200 Kilogramm schweren Flügel sanft aufschwingen lässt.

Arbeit für zehn Mann und zwei Jahre

Sachsens größte Denkmalpflegefirma aus Ottendorf-Okrilla hat bei dem aufwändigen Umbauprojekt der Stadt aber nicht nur den Zuschlag für die Türen bekommen. Der weitaus größere Brocken ist die Sanierung der Aluminiumfassade im 1. und 2. Obergeschoss, sagt Ralph Günther, der Technische Leiter des Unterneh­mens: "Die Fassade wird bis Ende 2016 im Schnitt zehn Mann von uns beschäftigen." Fast zwei Jahre Arbeit kommen gut zusammen, wenn man bedenkt, dass sich die Fassade des denkmalgeschützten Kulturpalasts über mehr als 2000 Quadratmeter erstreckt. Der Hauptkörper des vom Architekten Wolfgang Hänsch entworfenen Bauwerks setzt sich bekanntlich aus riesigen, in Aluminiumrahmen gefassten Glasflächen zusammen. "Diese ineinandergesteckte Rahmenkonstruktion wird nun fein säuberlich abmontiert, vor Ort substanzschonend vom Glas befreit und bei uns aufbereitet", erklärt Günther eher schlicht, was da mit viel Akribie und Feintuning vonstatten geht. Nicht nur, dass sein Unternehmen für die etwa fünf Meter hohen Rahmen eigens konstruierte Transportgestelle im Einsatz hat; auch für die Bearbeitung der Teile gibt es speziell ertüftelte dreh- und rollbare Halterungen, die den Zugang von allen Seiten ermöglichen.

Viel, viel Handarbeit

Und dann ist viel, viel Handarbeit gefragt. Schlosser Andreas Kunze putzt gerade mit einem speziellen Flies auf dem von Kitt und Splittern befreiten Rahmen entlang. Die Alu-Profile sind "stranggepresst", erklärt Ralph Günther auf Nachfrage und meint lächelnd, sie hätten nichts von der Biegsamkeit ostdeutscher Alu-Bestecke. Die Profile seien extrem stabil und "halten, wenn's kein Unglück gibt, auch noch die nächsten 50 Jahre", gibt sich auch Christian Reszke zuversichtlich.

Insgesamt müssen die Fachleute von Fuchs+Girke 292 Elemente ausbauen, reinigen, ertüchtigen, neu verglasen und wieder einbauen. Da, wo die zwei Geschoss-Decken durch die Fassade schimmern würden, wird auf das Glas - wie schon früher - ein violetter Farbton aufgedampft. "Natürlich wird das neue Glas auch einen modernen Wärmeschutz haben", sagt Bauleiter Reszke.

Technikchef Ralph Günther spricht wohl für alle der etwa 150 Mitarbeiter im Unternehmen, wenn er sagt: "Wir finden es natürlich schön, dass die Fassade erhalten wird. Wo macht man heute so was noch!"

Thomas Puls, der bei der Kommunalen Immobilien Dresden GmbH (KID) für den Kulturpalast zuständige Projektleiter, beziffert das Auftragsvolumen für Fuchs+Girke auf 1,9 Millionen Euro. Insgesamt soll der Umbau 81,5 Millionen kosten und im Frühjahr 2017 abgeschlossen sein.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.05.2015

Barbara Stock

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