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Demo in Dresden: Sächsisches Pflegepersonal fordert bessere Arbeitsbedingungen und faire Löhne

Demo in Dresden: Sächsisches Pflegepersonal fordert bessere Arbeitsbedingungen und faire Löhne

Die Pflege von alten Menschen ist körperlich anstrengend und erfordert zugleich Einfühlungsvermögen der Fachkräfte. Da in Sachsen ein Personalmangel droht und aus Sicht der Angestellten die Arbeitsbedingungen dringend verbessert werden müssen, demonstrierten am Donnerstag Hunderte Menschen unter dem Leitspruch „Pflege braucht Zukunft“ in Dresden.

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Hunderte Pflegekräfte haben am Donnerstag in Dresden für faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen demonstriert.

Quelle: Dominik Brüggemann
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Mehrere Hundert Pflegekräfte haben am Donnerstag in Dresden für faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen demonstriert.

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Der Tross zog nach einer Auftaktkundgebung am Neustädter Bahnhof zum Gesundheitsministerium und von dort zum Sächsischen Landtag. Der Regionsvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Ralf Hron, forderte vor Ort: „Wir brauchen mehr Unterstützung für die Pfleger in Deutschland. Die Arbeitsbelastung nimmt immer weiter zu. Darauf wird hier heute aufmerksam gemacht, und da sollten die Politiker ganz genau zuhören.“ Ein gravierendes Problem sieht Hron beim steigenden Kostendruck, besonders im Klinikbereich. „Wir dürfen nicht immer von der Spitze her denken“, so Hron, der sich zwar über Bonuszahlungen für Dresdner Uniklinik-Mitarbeiter freute, jedoch klarstellte: „Die Masse wird nicht von der Spitze bedient. Am Ende nutzen uns Leuchttürme wie hier in Dresden wenig, wenn die Versorgung auf dem Land fehlt.“

Bereits in Riesa sei es schwierig, geeignetes Personal dauerhaft zu binden. „Für die Ausbildung finden wir Leute. Allerdings stellt uns die Suche von Fachpersonal vor große Probleme“, berichtete Sylvia Kamjunke, Leiterin der Ambulanten Pflege der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Riesa. Während die Arbeit in Schichten akzeptiert werde, bestehen viele andere Probleme: „Die grundsätzlichen Belastungen erleben die Fachkräfte durch ungenügende Personalschlüssel, Minutenvorgaben für Pflegeleistungen und die schlechte Bezahlung“, so Margit Weihnert, Landesvorsitzende der AWO Sachsen.

Aus diesem Grund reiste auch Simone Schönfeld, Heimleiterin bei der Seniorenheime Freiberg gGmbH, am Donnerstag nach Dresden. „Wir nähern uns langsam wieder dem Zustand „satt und sauber“. Die Zeit für individuelle Pflege nimmt immer weit ab“, so die Freibergerin. Ihr Geschäftsführer Steffen Köcher pflichtete ihr bei: „Wir brauchen ein Konzept, das den demografischen Wandel in Sachsen berücksichtigt und die Berufe in der Pflege deutlich attraktiver macht“, so Köcher der für 370 stationäre Betten zuständig ist.

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Luise Finsterbusch

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An den drei Halteplätzen am Bürgersteig des Dresdner Hauptbahnhofs dürfte der Notstand zunehmen. Abhilfe könnte der geplante ZOB schaffen.

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Auch in diesem Jahr war die Schlange für die begehrten "Welcome Packages" lang.

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Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen unterstützte den Aktionstag. Elke Herrmann, sozialpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, teilte mit: "Die Staatsregierung ist seit Jahren in der Pflege ohne Gesamtkonzept. Der Wunsch vieler Menschen nach Teilhabe und Selbstbestimmung auch im Alter und bei Unterstützungsbedarf muss sich konzeptionell abbilden. Die Staatsregierung muss ihre Steuerungsverantwortung in diesem Bereich endlich wahrnehmen." Die Grünen fordern eine Reform der Pflegausbildung, bessere Bezahlung in den Pflegeberufen und faire Arbeitsbedingungen.

Auch die Fraktion Die Linke unterstützte die Demonstration der Pflegekräfte. „Die Zustände sind untragbar geworden. Auch Pflegekräfte in Sachsen müssen die Erfahrung machen: Erst festangestellt, dann Leiharbeit, jetzt Werkvertrag“, so Kerstin Lauterbach, gesundheitspolitische Sprecherin der Linken. Immer mehr Krankenhäuser und soziale Einrichtungen nutzten diese Tricks, um Löhne zu drücken, so die Linken-Politikerin. Die Forderungen des Aktionsbündnisses nach einem Pflegezeitgesetz, mehr Personal und weniger Bürokratie gehöre dringend auf die Agenda der schwarz-gelben Regierung in Sachsen sowie der möglichen großen Koalition von CDU und SPD in Berlin.

Dominik Brüggemann

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