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Dauerbetrüger erneut vor Gericht

Landgericht Dresden Dauerbetrüger erneut vor Gericht

Im Gerichtssaal begegnet man auf der einen Seite immer den selben Leuten – Richter, Staatsanwälte, Verteidiger wechseln nicht so oft. Auf der Anklagebank sieht man dagegen meist neue Gesichter. Aber gelegentlich trifft man da auch alte Bekannte wieder, Leute, die man schon über Jahre begleitet. Einer dieser Wiederholungstäter ist Gerd E. Seit 1990 steht er regelmäßig vor Gericht.

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Quelle: dpa

Dresden. Im Gerichtssaal begegnet man auf der einen Seite immer den selben Leuten – Richter, Staatsanwälte, Verteidiger wechseln nicht so oft. Auf der Anklagebank sieht man dagegen meist neue Gesichter. Aber gelegentlich trifft man da auch alte Bekannte wieder, Leute, die man schon über Jahre begleitet. Einer dieser Wiederholungstäter ist Gerd E. Seit 1990 steht er regelmäßig vor Gericht. Sein Strafregister ist prall gefüllt, er verbrachte viel Zeit im Gefängnis, schlau geworden ist er nicht. Die Vorwürfe waren meist die gleichen: Betrug, Urkundenfälschung, Computerbetrug. Das letzte Mal wurde der 49-Jährige im Januar 2011 verurteilt. Er bekam dreieinhalb Jahre wegen gewerbsmäßigem Betrug, und Urkundenfälschung aufgebrummt. Am Mittwoch stand er wegen ähnlicher Vorwürfe mal wieder vor Gericht. Er kann es wohl einfach nicht lassen.

Der 49-Jährige betreibt als Privatermittler, so steht es zumindest auf seiner Internetseite, eine Detektei. Als Dienstleistung bietet er da unter anderem die „Ermittlung und Aufdeckung von Straftaten“ an. Das könnte man fast schon drüber lachen, wenn es nicht so Ernst wäre. Offenbar lief die Firma nicht so gut und so versuchte sich Gerd E. bei Firmen und Privatpersonen Geld zu ergaunern. Seine Masche war immer ähnlich: Er schickte fingierte Schreiben von Unternehmen, mit denen er einmal etwas zu tun hatte, an verschiedene Banken mit dem Auftrag, bestimmte Beträge auf sein Konto zu überweisen. Dafür kopierte er die Briefköpfe der Firmen und fälschte die Unterschrift eines Mitarbeiters, der zur Zeichnung solcher Aufträge berechtigt war. Opfer waren Banken, Inkassobüros aber auch die Gagfah oder die Kirchgemeinde in Prohlis.

Um an das Geld von Privatpersonen zu kommen nutzte er seine Detektei. Mit dem Hinweis, dass seine Kunden per Karte zahlen, schloss er mit Firmen Verträge über EC-Terminals, wie sie in jedem Geschäft zu finden sind und buchte über Lastschriftverfahren Gelder ab. Dafür brauchte er allerdings die Karten. Jutta S. zum Beispiel wurde, während sie schlief, in ihrer Wohnung die Geldbörse aus der Handtasche gestohlen. Wie der Täter in die Wohnung kam und ob es Gerd E. war, ist ungeklärt. Sie ließ ihr Konto sperren, bemerkte dann aber, dass von ihrem Konto in vier Fällen jeweils 500 Euro auf das Konto der Detektei des Angeklagten überwiesen worden waren. Sie veranlasste eine Rückbuchung und zeigte die Sache an. Ihrer Bank fielen dann noch mehr Ungereimtheiten auf: eine falsche E-Mail- Adresse und, dass Jutta S. einen zweiten Antrag auf Online-Banking von einer Postfachadresse aus gestellt hatte. Da war jemand sehr hartnäckig um an das Geld der Frau zu kommen. Nicht der einzige Fall. Bei einem anderen Geschädigten soll Gerd E. auf die Art versucht haben, sich fast 6000 Euro zu ergaunern. Allerdings fielen die Betrügereien den Banken auf, die die Zahlungsaufforderungen nicht ausführten oder den Geschädigten, die Gelder zurückbuchen ließen.

Gerd E. hatte bei seinen früheren Verhandlungen die Vorwürfe meist eingeräumt, diesmal nicht. Ein Bekannter namens Enrico K. sei für die ganzen Betrügereien zuständig, erklärte er. „Ich war es diesmal nicht, dabei bleibe ich.“ Da gibt es zwei Probleme. Enrico K. ist nicht auffindbar und es stellt sich die Frage, wie der Mann an die Daten und das Konto von Gerd E. gekommen ist, ohne das dem dies auffiel. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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