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Das Leben des Flugpioniers Gunther Plüschow

Geschichte Das Leben des Flugpioniers Gunther Plüschow

Spannender kann eine Lebensgeschichte kaum sein: Flugpionier Gunther Plüschow war ein Abenteurer vom alten Schlag – wagemutig, neugierig, klug. Er war Kadett, Marineflieger in Asien, viele Monate auf der Flucht durch die ganze Welt und machte es sich schließlich zur Aufgabe, die letzten Urwälder Patagoniens mit dem Flugzeug zu erkunden.

Gunther Plüschow mit seinem Flugzeug in Chile.
 

Quelle: Archiv Gerhard Ehlers

Dresden.  Spannender kann eine Lebensgeschichte kaum sein: Flugpionier Gunther Plüschow war ein Abenteurer vom alten Schlag – wagemutig, neugierig, klug. 1886 in München geboren, verbrachte er den Großteil seiner Jugend in Rom, ehe er 1901 in die Kadettenanstalt der Marine Berlin-Lichtenfelde eintrat. 1906 reiste er über Asien in das Deutsche Schutzgebiet Tsingtau, um seinen Dienst auf der S.M.S. Fürst Bismarck anzutreten. 1913 wurde er Aufklärungsflieger der Marine.

Während der Belagerung 1914 gelang ihm kurz vor der Erstürmung durch die Japaner mit seinem Flugzeug „Taube“ die Flucht aus Tsingtau – im Gepäck geheime Unterlagen des deutschen Gouverneurs. Mit Hilfe von deutschen Agenten machte sich der Marineoffizier unter falschem Namen auf die Reise nach Deutschland. Über Shanghai gelangte Plüschow nach San Francisco, von dort aus weiter nach New York. Auf der anschließenden Schiffsreise nach Italien wurde er allerdings bei Gibraltar von britischen Behörden enttarnt und festgenommen.

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Vier Dresdner haben einen Traum: Bis 2018 wollen sie das Jahrzehnte verschollene Segelschiff „Feuerland“ des Abenteurers Gunther Plüschow flottmachen, um mit ihm nach Südamerika zu segeln. Das Unterfangen ist so romantisch wie kostspielig, weshalb die Enthusiasten Unterstützer suchen.

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 Plüschow kam ins Offiziersgefängnis nach Donnington Hall, von wo ihm als einzigem deutschen Offizier im zweiten Weltkrieg die Flucht gelang. Als blinder Passagier reiste er mit einem niederländischen Schiff zurück aufs Festland und schlug sich nach Deutschland durch. Bis zum Ende des ersten Weltkrieges war Plüschow Ausbilder bei den Seefliegerstaffeln an der Ostsee. In den Jahren nach dem Krieg versuchte er sich als Postflieger und Autohändler über Wasser zu halten. 1925 heuerte er auf dem Segelschiff „Parma“ an, das anschließend das Kap Horn umsegelte und Chile anlief.

Dort verließ Plüschow das Schiff und reiste zu Fuß, mit Esel und letztlich per Anhalter in die letzten unentdeckten Urwälder Patagoniens. Zurück in Deutschland, veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel „Segelfahrt ins Wunderland“. Das brachte ihm eine Menge Erfolg und so die Chance, seine Pläne für eine eigene Expedition in Angriff zu nehmen. 1926 gab Plüschow bei der für ihre hochseetauglichen Kutter bekannten Werft Krämer in Büsum ein Expeditionsschiff namens „Feuerland“ in Auftrag. Im November 1927 startete er mit einer fünfköpfigen Besatzung in Richtung Südamerika, um die bis dahin letzten weißen Flecken auf der Landkarte zu erkunden. Während dieser Zeit transportierte ein Dampfer sein Flugzeug – eine Heinkel He 24W namens „Tsingtau“ – nach Punta Arenas an die Südspitze Chiles. Mit der „Feuerland“ sicher in Südamerika angekommen, brach Plüschow gemeinsam mit seinem Co-Piloten und Kameramann Ernst Drebelow zu den ersten Feuerland- und Kordillierenflügen in der Geschichte auf.

Um die hohen Flugbenzinkosten zu decken, verkaufte der Abenteuer schließlich die „Feuerland“ an einen englischen Viehzüchter auf den Falklandinseln. Nach erfolgreichen Flügen über bisher unentdecktes Gebiet kehrte Plüschow 1929 nach Berlin zurück und veröffentlichte ein weiteres Buch mit dem Titel „Silberkondor über Feuerland“. Schon 1930 reiste er erneut nach Patagonien und setzte seine Erkundungsflüge fort. Am 28. Februar 1931 brach er gemeinsam mit Ernst Drebelow zu einem der letzten geplanten Flüge seiner zweiten Südamerika-Expedition auf. Beim Landeanflug auf den Largo Argentino stürzte das Flugzeug ab, Gunther Plüschow und sein Fliegerkamerad kamen dabei ums Leben. In den folgenden Jahrzehnten wurden deutschlandweit Militärflugzeuge, Straßen, und Kasernen nach dem Abenteuer benannt.

Von Sebastian Burkhardt

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