Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° Regen

Navigation:
Google+
Das Konto des eigenen Sohnes leergeräumt – Azubi büßte 6000 Euro ein

Mutter vor Gericht Das Konto des eigenen Sohnes leergeräumt – Azubi büßte 6000 Euro ein

Im Juli 2014 hatten sich Simone H. und ihr Sohn André im Streit getrennt. Erst gestern trafen sie sich wieder – im Gerichtssaal. Er als Zeuge, sie auf der Anklagebank. Die 49-Jährige und ihr Lebensgefährte Jensen L. mussten sich wegen Untreue verantworten, sie hatten das Konto des jungen Mannes leergeräumt.


Quelle: dpa

Dresden. Im Juli 2014 hatten sich Simone H. und ihr Sohn André im Streit getrennt. Erst gestern trafen sie sich wieder – im Gerichtssaal. Er als Zeuge, sie auf der Anklagebank. Die 49-Jährige und ihr Lebensgefährte Jensen L. mussten sich wegen Untreue verantworten, sie hatten das Konto des jungen Mannes leergeräumt. Wegen finanzieller Probleme hatte die Angeklagten 2012 den noch im Haushalt lebenden Sohn gebeten, für sie einen Kredit aufzunehmen, da sie selbst wegen negativer Schufa-Einträge keinen bekommen hätten. Der damals 21-jährige Azubi wollte ihnen aus der Patsche helfen, nahm einen Kredit über 6000 Euro auf und richtete dafür ein extra Konto ein. „Kurz danach kam der Lebensgefährte meiner Mutter und sagte, dass sie das Geld doch nicht brauchen, da sie jetzt selbst welches hätten. Damit war die Sache für mich erledigt“, erzählte André. „Herr L. riet mir noch, das Konto zu behalten, für eine eigene Wohnung oder den Führerschein.“ Der Azubi behielt das Konto, hob 200 Euro ab und rührte es dann nicht mehr an. Unterlagen, Kreditkarte und PIN deponierte er in der gemeinsamen Wohnung. 2014 fiel ihm dann auf, dass sein Konto ein Minus von 6700 Euro aufwies. Er zog wütend aus und erstattete Anzeige.

Die Angeklagten schoben André den Schwarzen Peter zu. „4000 Euro hat er sofort auf mein Konto überwiesen, als er den Vertrag abschloss. Und er sagte, dass wir in Notfällen Geld abheben könnten“, erklärte die Mutter. Sie hatten 24 „Notfälle“. Ihr Sohn bestritt dies. „Ich habe ihr nichts überwiesen. Es war so geplant, aber dann wollten sie das Geld ja nicht mehr.“ Da steht Aussage gegen Aussage, aber man fragt man sich schon, wie 4000 Euro auf das Konto von Simone H. kamen, wenn ihr Sohn sie nicht überwiesen hat – eine Verfügungsberechtigung hatte sie und ihr Lebensgefährte nicht.

Den Kredit stottert der junge Mann jetzt in Raten ab. Er will sein Geld zurück, ein großes Interesse an der Strafverfolgung hat er nicht. Mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren vorläufig eingestellt. Bedingung: Die Angeklagten müssen eine Schuldanerkenntnis abgeben und das Geld zurückzahlen. Bis Mai 2017 mindestens 2700 Euro.

Von Monika Löffler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.