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Das Katzenhaus Luga in Dresden beherbergt über 50 heimatlose Samtpfoten

Das Katzenhaus Luga in Dresden beherbergt über 50 heimatlose Samtpfoten

Sie sind schwarz, rot, getupft oder getigert, Rassekatzen, Mischlinge und normale Hauskatzen. Sie sind ganz jung und steinalt, miteinander befreundet oder Einzelgänger.

Es gibt mehr als 50 und sie alle wohnen in Dresden in einem kleinen, verwinkelten Einfamilienhaus an der Lugturmstraße 4. Das Katzenhaus Luga beherbergt derzeit über 50 herrenlose ausgewachsene Tiere und zehn kleine Maikätzchen. Fast alle warten auf ein neues Zuhause. "Die Jungtiere gehen immer weg wie warme Semmeln", weiß Ute Gernreich vom Tierschutz Dresden e.V. aus Erfahrung. Sie ist seit zehn Jahren im Verein, seit fünf Jahren im Vorstand und verantwortlich für das Katzenhaus in Luga. Andere Katzen, wie die "Seniorin" Nici, warten ihr ganzes Leben auf einen neuen Besitzer. Die mittlerweile 18-jährige Katzendame wird aufgrund ihres Alters nun nicht mehr vermittelt, sondern soll ihren Lebensabend in Luga beschließen.

Hier hat sie alles, was das Katzenherz benötigt: Futter, Spielkameraden, jede Menge Kratzbäume, Toiletten und ein Außengehege. Die Näpfe füllen, Katzenklos säubern und die zahllosen anderen Arbeiten erledigen in Luga zwei fest angestellte Mitarbeiterinnen, dazu eine junge Frau im freiwilligen ökologischen Jahr (FöJ) und ein Bundesfreiwilliger (Bufdi). Dazu kommen noch Ehrenamtliche und manchmal Schülerpraktikanten. Täglich kümmern sie sich in dem kleinen, verwinkelten Häuschen um das Wohl der Tiere, verabreichen auch Medizin und beobachten die Fundtiere während der Quarantäne-Zeit.

In Quarantäne müssen alle Tiere zwei Wochen, für die kein Impfausweis existiert - egal ob Fundtier oder Abgabe. Mitarbeiterin Sabine Henning versorgt die Neuzugänge auch medizinisch, obwohl sie keine Tierpflegerin ist. "Mit den Jahren lernt man das", sagt sie. Die Quarantänestation befindet sich unter dem Dach des Häuschens und jetzt im Sommer wird es hier richtig heiß. "Das ist für die Tiere nicht gut, vor allem, wenn sie krank sind", erklärt Gernreich. Deshalb wird im Erdgeschoss gerade renoviert und der Umzug dorthin vorbereitet.

Bis vergangenen Sommer wohnte eine alte Dame, ein Vereinsmitglied der ersten Stunde, im ebenerdigen Teil des Hauses. Sie hatte dem Tierschutz Dresden e.V. ihr Zuhause notariell übereignet und sich mietfreies, lebenslanges Wohnrecht gesichert. Soweit es möglich war, kümmerte sie sich auch um die Vierbeiner. Bei der Schenkung war das Einfamilienhaus sehr sanierungsbedürftig und ohne Klärgrube. Mithilfe von Spenden, Fördergeldern der Stadt und vielen freiwilligen Helfern brachte man das Gebäude auf Vordermann. Weil die Rentnerin mittlerweile im Altenheim lebt, wird nun im Erdgeschoss eine moderne und kühle Quarantänestation für Neuankömmlinge eingerichtet.

"Die Räume waren in sehr schlechtem Zustand. Wir haben hier etwa 100 000 Euro investiert", erklärt Gernreich. Nasse Wände mit Schimmelbefall, veraltete Stromleitungen und Heizungsanlagen sowie eine kaputte Sanitäranlage - all das ist in den vergangenen Monaten renoviert und ersetzt worden. Demnächst werden die ersten Quarantäne-Fälle einziehen, höchste Zeit bei den Sommertemperaturen.

Im nächsten Schritt soll das Außengehege renoviert werden - das ist mittlerweile auch wieder 20 Jahre alt und durch tägliche ausgiebige Krallenbenutzung ziemlich ramponiert. Auch hier ist der Verein wieder auf Spenden und tatkräftige Unterstützung angewiesen, denn Geld von der Stadt gibt es nicht. Neben den Erneuerungsarbeiten stemmt der Verein ausschließlich durch Spenden die tägliche Nahrungsversorgung der Tiere, die Kosten für Streu und Zubehör, die Gehälter zweier Festangestellter und sämtliche Nebenkosten. Dazu gehören auch Impfung, Kastration und das Einsetzen eines Mikrochips zur Identifikation der Vierbeiner.

Am 6. September veranstalten die Mitarbeiter des Katzenhauses einen Tag der offenen Tür, um Neugierige anzulocken und für die niedlichen Miezen zu begeistern. Mittels Tombola, Flohmarkt und Kuchenbasar werden Spenden gesammelt. "Das Katzenhaus soll für Kätzchen in Not weiterhin ein schönes, vorübergehendes Zuhause sein", formuliert Ute Gernreich das Ziel. Im vergangenen Jahr kamen immerhin 400 Euro zusammen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.08.2014

Franziska Schmieder

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