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Das Innere der Dreikönigskirche in Dresden soll im Mai 2016 umgebaut werden

Mehr Transparenz für Kultur-Kirche Das Innere der Dreikönigskirche in Dresden soll im Mai 2016 umgebaut werden

Die über 270 Jahre alte evangelische Dreikönigskirche in der Dresdner Neustadt, seit 1991 "Haus der Kirche", muss im kommenden Jahr für vier Monate schließen. Grund sind Umbauten im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss.

Muss nächstes Jahr für vier Monate schließen: Die Dreikönigskirche wird umgebaut und soll unter anderem eine gläserne Eingangstür erhalten, damit sie noch mehr als öffentliches Gebäude von außen wahrgenommen werden kann.

Quelle: Archiv

Dresden. Die über 270 Jahre alte evangelische Dreikönigskirche in der Dresdner Neustadt, seit 1991 "Haus der Kirche", muss im kommenden Jahr für vier Monate schließen. Grund sind Umbauten im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss, wie Katrin Tauber sagt, Bauereferentin der sächsischen Landeskirche. Beginnen sollen sie im Mai, dauern bis August.

"Im ersten Obergeschoss wird die Küche saniert, umgebaut und verkleinert", so Katrin Tauber. Erneuert werden müsse zugleich die gesamte Haustechnik wie etwa Lüftung und Heizung. Das Foyer im Erdgeschoss werde komplett entkernt und vergrößert. Neu hinein kommen beidseits große Glaswände. Vom Eingang an der Hauptstraße her gesehen auf der linken Seite entstehen Räume, die für verschiedene Zwecke genutzt werden können, rechts wird das Café erweitert.

An Stelle der Tür zum Kirchenraum soll ebenfalls eine große Glaswand eingezogen werden. Transparenter und einladender wird auch der Haupteingang gestaltet - mit großer Glastür. "Man soll die Kirche künftig von außen deutlicher als öffentliches Gebäude für alle wahrnehmen", erläutert die Baureferentin. Angaben zu den Gesamtkosten kann sie noch nicht machen. "So weit sind wir in der Planung noch nicht."

"Wenn heute Besucher das Foyer betreten, wissen sie erst mal nicht, was das hier ist: Eine Ticketverkaufsstelle, ein Eine-Welt-Laden, Ausstellungsfläche oder Büroräume", sagt Michael Ahner, seit drei Jahren Direktor des Hauses der Kirche. Im Erdgeschoss befindet sich das Ambulante Behindertenzentrum (ABZ) der Diakonie-Stadtmission. Etwa hundert mal pro Jahr dient das Haus als Konzertsaal.

Im großen Saal im zweiten Obergeschoss tagt nicht nur zwei Mal jährlich die Synode, das Parlament der sächsischen Landeskirche. Auch andere nutzen das Gebäude als Versammlungsort. "Die Bandbreite ist groß", sagt Ahner. 2015 reichte sie vom Empfang des Tschechischen Generalkonsulats über Tagungen zu Asphalt, Lichttechnik, Organspenden oder Nachhaltigkeitsstrategien bis hin zu Kreisparteitagen. Begehrt sind die Räume ebenso für Vorträge, Seminare und Weiterbildungsveranstaltungen. Etwa 1100 Termine hat Ahner für dieses Jahr verzeichnet. "Wir sind ausgebucht."

Wieso dann der Umbau? "Es kommen sehr viele Touristen, Teilnehmer an Seminaren oder Konzertbesucher", sagt Ahner. Etwa 50 000 pro Jahr, hat er ermittelt. "Sie sollen schon beim Eintritt alles mehr als ein Ganzes wahrnehmen: Behindertenarbeit, Gottesdienste, Kultur." Außerdem solle ihnen deutlicher werden, dass all dies in einem Kirchenraum Platz findet.

Das Haus der Kirche könnte sich viel stärker als Begegnungsort etablieren, eingebunden in das rege Kulturleben der Neustadt, meint der Direktor. Das Café "Ab und zu", in dem unter anderem Menschen mit Behinderung bedienen, ist derzeit wochentags nur für dreieinhalb Stunden am Nachmittag geöffnet. Das Foyer hingegen von 9 bis 18 Uhr. Etliche Besucher seien enttäuscht, wenn sie vor verschlossener Tür stünden. Ahner stellt sich das Café attraktiver vor - weniger abgeschottet als jetzt, deutlicher eingebunden ins Haus.

Weiterer Hauptgrund für den Umbau ist die Küche im ersten Obergeschoss. "Die Küchentechnik stammt noch aus DDR-Zeiten. Sie ist zum Teil verschlissen. Auf jeden Fall sehr ineffizient." In mangelhaftem Zustand befinden sich auch Lager und Personalräume. "Die Hygienekontrollen weisen regelmäßig darauf hin." Die Forderungen des Gesundheitsamtes müssten unverzüglich umgesetzt werden.

Seit dem Wiederaufbau der Kirche hat sich hier kaum etwas verändert. Von 1984 bis 1991 war die Ruine beräumt worden. Der Kirchsaal wurde verkleinert, in die Außenhülle zogen Bauleute Zwischendecken ein, so dass am Ende vier Etagen mit großem Saal und vielen kleineren Räumen entstanden.

Heute indes seien die Betriebskosten für Fernwärme und Strom insgesamt zu hoch, konstatiert Ahner. Auf die Attraktivität freilich hat dies keinen Einfluss. Regelmäßig gegen 12 Uhr setzt ein reger Zulauf aus den Büros der Umgebung in den Speisesaal ein. "Viele nutzen das als Betriebskantine." Mit täglich über 200 Mittagessen hat sich die Nachfrage seit 2012 verdoppelt, wie Ahner registriert hat. Damit auch die Einnahmen. Bei den Veranstaltungen verzeichnet er ein Plus von etwa 20 Prozent. Mit neuer Kücheneinrichtung könnten die Energiekosten um etwa 30 Prozent reduziert werden.

Wirtschaftlicher gestaltet werden soll der Betrieb. Vor allem aber will Michael Ahner das Profil des Hauses stärken. Mit dem Konzept einer offenen Kultur-Kirche rücke der eigentliche kirchliche Auftrag stärker in den Mittelpunkt, so Ahner. "Das ist für unsere Landeskirche eine Riesenchance."

Tomas Gärtner

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