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Das Festspielhaus Hellerau beherbergt eine syrische Flüchtlingsfamilie

Das Festspielhaus Hellerau beherbergt eine syrische Flüchtlingsfamilie

Im Festspielhaus Hellerau wohnt seit einigen Tagen eine Flüchtlingsfamilie aus dem syrischen Aleppo. Das Ehepaar, beide Mitte dreißig, und seine beiden zwei- und einjährigen Kleinkinder haben eine Hälfte eines Künstlerapartments bezogen.

Die Familie war zuletzt in der Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz untergebracht. Jetzt hat sie bei den Künstlern im Dresdener Norden ein neues Zuhause gefunden.

Mit dem Einzug der Familie trägt das langwierige Streben des Intendanten Dieter Jaenicke und seiner Mitarbeiter Früchte. Im November hatten die Angestellten des Festspielhauses gemeinsam mit ihrem Chef einstimmig entschieden, Flüchtlinge unterzubringen. Die Einrichtung trat an die Verwaltung heran, um das Beschlossene in die Tat umzusetzen. Doch die Amtsmühlen drehten sich quälend langsam - es vergingen fünf Monate. "Zunächst musste geklärt werden, ob das Vorhaben nicht förderschädlich ist", erklärte Manfred Wiemer, Leiter des Amtes für Kultur- und Denkmalschutz, gestern in einer Pressekonferenz in Hellerau. Die Künstlerapartments auf dem Festspielhausgelände wurden zuletzt mit Fördermitteln ausgebaut. Da die Asylbewerber jedoch in die kulturelle und künstlerische Arbeit eingebunden werden sollen, stehe der Einquartierung nichts im Wege, so Wiemer.

Jaenicke, der zuletzt die langen Entscheidungswege in der Stadtverwaltung kritisiert hatte, gab sich auf der Pressekonferenz diplomatisch und betonte die gute Zusammenarbeit mit den Ämtern. "Wir haben den ersten Schritt gemacht, jetzt gilt es, die Flüchtlinge kennenzulernen und die Bürger des umliegenden Stadtteils mit einzubinden", sagte der Intendant. Gerade aus der näheren Umgebung des Festspielhauses seien bereits viele Sachspenden wie ein Teppich, Spielzeug und ein Kinderwagen übergeben worden.

Ein konkretes Projekt, das mit den Flüchtlingen gestaltet werden soll, steht bereits in den Startlöchern. Auf dem Gelände soll der interkulturelle Garten "Golgi Park" unter Anleitung der Gärtnerin Anna Gampe bestellt werden. Hier könnten künftig auch Konzerte oder ähnliches stattfinden, so Jaenicke. Weiteres müsse man mittelfristig auf sich zukommen lassen.

Der Intendant hat künftig vor, deutlich mehr Asylbewerber in Hellerau aufzunehmen. Nach dem Willen der Stadtverwaltung könnten in den zwei Doppelwohnungen zehn Personen unterkommen. Jaenicke will sich damit nicht zufrieden geben. Seiner Meinung nach passen bis zu 16 Menschen in die Appartements - jeweils vier in eine Wohnung. Von der ursprünglichen Planung, Flüchtlinge in der Probebühne unterzubringen, sei man mittlerweile abgerückt.

Die Unterbringung der Asylbewerber, das betonte Jaenicke immer wieder, wird von den Mitarbeitern des Festspielhauses getragen. So besitzen zwei Angestellte ein entsprechendes Zertifikat und geben Deutschunterricht, andere haben beispielsweise bereits einen Arztbesuch vermittelt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.04.2015

Hauke Heuer

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