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Das Dresdner Stadtmagazin SAX wird 25

Das Dresdner Stadtmagazin SAX wird 25

Über erste Sätze von Romanen sind schon ganze Abhandlungen geschrieben worden. Der erste Satz gilt als entscheidend. "So." lautet der kürzeste Anfangssatz in der deutschen Literatur, geschrieben von Eckard Henscheid.

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Quelle: Repro

So! Das kann auch ein Statement sein, und es war wohl eins für jene Handvoll Leute, Journalisten wollten die meisten erst noch werden, die im April 1990, "das Herz und den Kopf voll, weniger die Taschen" mit einem neuen Projekt an die Öffentlichkeit traten: SAX. Das Dresdner Journal. So, da sind wir, "die Stadt kann's brauchen"! Der erste Satz der ersten Nummer - eine vorausgeschickte Nullnummer hatte sich als solche nicht erwiesen - aber lässt eher einen Fehlstart vermuten. Er stammt von Bernhard Theilmann, einem der Gründer des später Magazin genannten Journals: "Das bringen nun die unerprobten Spielereien: kaum hatte ich mein erstes Editorial in den Computer getippt, war schon irgend eine falsche Taste berührt und der Text auf Nimmerwiedersehen in den Chips verschwunden."

Verschwunden ist die SAX nicht, die 301. Ausgabe ist ausgeliefert, und dass man ein Vierteljahrhundert bestehen konnte, hat wohl viel mit den "unerprobten Spielereien" des Anfangs zu tun. Denn die gab es nicht nur bei der Technik, sondern auch bezüglich dessen, was eine Zeitschrift ausmacht: die Themen und die Texte. Profis, wie gesagt, waren die wenigsten, was ein Vorteil sein kann in einer Gesellschaft, die aus den Fugen gerät, und einer Presselandschaft, die einen Neustart auch mit Altlasten versucht. Alternativ, das Adjektiv ist schnell bei der Hand, trifft die Computertaste aber nicht immer auf den Kopf, wach und kritisch wollte man sein, quer zu allen politischen Lagern. Wer sich die Liste der Autoren und Fotografen der ersten Jahre anschaut, der wird dort viele von den Namen finden, die später auch die Feuilletonseiten der Dresdner Tageszeitungen füllten, andere gründeten Verlage oder wurden Kulturbürgermeister, ein Qualitätsausweis gewiss, aber auch ein Aderlass, der dem Magazin nicht immer gut tat. Andere sind geblieben, 25 Jahre lang, manche kamen hinzu. Kontinuität und Wechsel, Höhen und Tiefen, das alles hat es gegeben, was Wunder in dieser langen Zeit. Der Chefredakteur, Uwe Stuhrberg, ist noch immer im Amt, auch das keine Selbstverständlichkeit.

Legendär zum Beispiel eine große Plakatkampagne zur ersten sächsischen Landtagswahl, schmerzlich die Einbrüche beim Werbeaufkommen, was die Seitenzahl von mehr als 120 in Spitzenzeiten auf die Hälfte schrumpfen ließ. Überhaupt die Werbung. "Unerprobte Spielereien", das galt ja auch für die Leser, denen man anfangs immer wieder erklären musste, dass sich die Redaktion nicht mit Haut und Haar dieser Zigarettenmarke oder jener Telefongesellschaft verschrieben hat, die dem Heft die ersten Farbseiten bescherten (und Geld zum Überleben). Viele konnten überzeugt werden, 15 000 verkaufte Exemplare zur Jahrtausendwende sprechen eine deutliche Sprache, davon 2500 im Abo, ein Pfund, mit der die SAX bis heute wuchern kann, auch wenn inzwischen, wie bei allen Printmedien, kleinere Brötchen gebacken werden müssen. Den Teig dazu rührt eine rührige Anzeigenabteilung unverdrossen.

Kontinuität hat die SAX von ihrer ersten Nummer an auch in der Struktur des Heftes gezeigt. Magazin, große redaktionelle Beiträge, seitenweise Musik, Kino, Theater, Kunst und Literatur, ein Terminteil, der auch den kleinsten Clubs und Beratungsstellen seine Spalten offen hielt. Die Kleinanzeigen, deren Menge das Heft in manchen Jahren bis an die Kapazitätsgrenze brachte, sind inzwischen ins Internet abgewandert und haben damit eine Diskussion eingeleitet, der sich die SAX wie alle Printmedien in der Zukunft verstärkter wird stellen müssen. Mit www.cybersax.de ist man auch da nicht schlecht aufgestellt, Entwicklungsmöglichkeiten inklusive. Denn Schluss soll auch nach 25 Jahren nicht sein.

Freilich, in Romanen hat auch der letzte Satz seine Faszination. Sagen wir ihn mit Lichtenberg: "Glauben Sie ja nicht, dass Sie von mir jetzt sogenannte letzte Worte zu hören kriegen!" Eben. Schließlich hat sich auch die Technik weiterentwickelt, so schnell verschwindet heute nichts mehr in den Chips.

Die Party findet am morgigen Sonnabend ab 21 Uhr mit Rot4Front, Bande Comunale, DJ Pauli und JB Nutsch in der Scheune statt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.04.2015

Jens Wonneberger

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