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Das Bangen um Schiffswerft Laubegast geht weiter

Das Bangen um Schiffswerft Laubegast geht weiter

Heute ist ein guter Tag für die Werft in Laubegast. Denn das Unternehmen an der Elbe macht von sich reden mit der Taufe und dem Stapellauf einer neuen Fähre für die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB).

Von Christoph springer

"Caroline" wird zu Wasser gelassen - obwohl die neue Fähre testweise natürlich längst auf der Elbe ausprobiert worden ist. Die Werftarbeiter haben Grund zur Freude: Die DVB-Fähre, für die zwei ältere Schiffe ausgemustert werden sollen, hat den Praxistest bestanden.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge werden Insolvenzverwalter Franz-Ludwig Danko, Interims-Geschäftsführer Michael Lohnherr und die reichlich 20 Mitarbeiter der Werft "Caroline" heute in den Fährdienst verabschieden. Schließlich hat ihnen der Neubau einen wesentlichen Teil des Werftumsatzes für das Jahr 2012 gesichert. Rund 390 000 Euro kostet das kleine Schiff. Das entspricht dem Zehnfachen der Aufträge, die die Werft im vergangenen Jahr für die Verkehrsbetriebe abarbeiten durfte und knapp der Hälfte des durchschnittlichen Gesamtauftragsvolumens der Werft pro Jahr.

Die Fähre hat damit die wirtschaftliche Lage des seit Januar 2011 insolventen Unternehmens wenigstens für das Jahr 2012 klar verbessert. Doch die Werft ist damit nicht gerettet. Schlimmer noch - nun droht dort so etwas wie ein Sommerloch, eine Zeit, in der kaum Schiffe zu reparieren sind. Denn jetzt wird gefahren und Geld verdient mit Fähren, Dampfern und kleineren Ausflugskähnen.

Für Danko, Lohnherr und die Werftmitarbeiter ist das die Zeit, die wieder die Zukunftssorgen weckt. Denn findet der Insolvenzverwalter keinen neuen Werftbetreiber, droht dem Traditionsunternehmen das Aus.

Ginge es nach Thomas Erler aus Freital, wären die Sorgen um die Werft längst vom Tisch. Er hat sich gemeinsam mit zwei Mitstreitern um das Unternehmen beworben, will es erhalten und dort zusätzliche Produkte und Dienstleistungen anbieten, für die seine Metallbaufirma "Meba Erler" aus Naußlitz zu klein ist. "Gespräche mit der Hausbank sind schon gelaufen, die Sächsische Aufbaubank hat auch grünes Licht signalisiert", sagt der 41-Jährige. Nur Insolvenzverwalter Danko habe auf die rund 30 Seiten starke Bewerbung von ihm und seinen Mitstreitern nicht reagiert. "Wir haben ein Konzept geschrieben und ein Angebot eingereicht", so der Firmenchef aus Naußlitz, Danko habe sich nicht gemeldet, auch nicht auf zweimalige Nachfrage. Und belastbare Geschäftszahlen habe er auch nicht geliefert, behauptet Erler. "Dabei ist der Insolvenzverwalter zur Auskunft verpflichtet."

Der Insolvenzverwalter bestätigte auf DNN-Nachfrage, dass von Erler und seinen Mitstreitern ein Angebot eingegangen ist. Pressesprecher Sebastian Glaser erklärte gestern im Namen des Insolvenzverwalters aus der Inneren Neustadt, Interessenten, deren Angebot nicht den Erwartungen entspreche, würden darauf hingewiesen und könnten nachbessern. Das sei auch bei Erler passiert. Der 41-Jährige hat für die Werft einen sechsstelligen Betrag unter 500 000 Euro geboten. Danko kalkuliert aber mit etwa einer Million Euro für die Gebäude, die Maschinen und alle weiteren Anlagen auf dem Gelände an der Österreicher Straße.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.08.2012

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