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Daniel Libeskind warnt vor „Dresdner Besessenheit nach der Schönheit des Barocks“

Daniel Libeskind warnt vor „Dresdner Besessenheit nach der Schönheit des Barocks“

Der US-amerikanische Stararchitekt Daniel Libeskind diagnostiziert bei den Dresdnern eine problematische „Besessenheit nach der Schönheit des Barocks“. Zugleich sieht er in Dresden aber eine „Stadt der Zukunft“, die es verdiene, sich der zeitgenössischen Architektur zu öffnen.

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Daniel Libeskind vor dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden

Quelle: dpa

Lautstarke Erheiterung unter den über 550 Zuschauern im rappelvollen Vortragssaal: Ob er, Libeskind, glaube, dass der Umbau des Militärhistorischen Museums (MHM) in der jetzigen Form realisiert worden wäre, wenn nicht die Bundeswehr, sondern die Stadt Dresden der Bauherr gewesen wäre, wollte eine Dame aus dem Publikum wissen. Libeskinds diplomatische Antwort: Er habe das Glück gehabt, bei der Bundeswehr auf Leute zu treffen, die unter Architektur mehr verstanden hätten, als lediglich „Gebäude zu bauen“, und mit denen er sich intellektuell auseinandersetzen konnte.

In der Dresdner Besessenheit nach der Schönheit des Barocks sehe er aber tatsächlich ein Problem. „Dresden ist doch eine Stadt mit stark wachsender Bevölkerung, sie ist eine Stadt der Zukunft!“, sagte er. Der größte Fehler sei zu glauben, dass Geschichte irgendwann aufgehört habe. „Als Glenn Gould zum ersten Mal die Goldberg-Variationen auf dem Klavier und nicht auf der Orgel spielte, war das etwas Unerhörtes. Heute gehört auch das ganz selbstverständlich zum historischen Gut.“

Gelungen sei der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche. „Ich liebe das historische Zentrum Dresdens“, erklärte Libeskind, gab aber zu, dass er anfangs den Ansatz des kompletten Wiederaufbaus etwas radikal fand. Als Zeichen gegen die Gewalt der kriegerischen Zerstörung halte er ihn jedoch für durchaus legitim. „Einmal kann man das machen, als Demonstration der Sehnsucht“, sagte er. Man dürfe aber nicht den Fehler begehen, sich auch im Rest der Stadt lediglich an das Alte zu klammern. „Sonst droht wirklich Disneyland!“

Anlass für Libeskinds sonntäglichen Auftritt im Militärhistorischen Museum war die Wiedereröffnung des von ihm umgebauten und neu konzeptionierten Hauses vor genau zwei Jahren. Mit dem berühmten Keil, der das Gebäude in einen historischen und einen zeitgenössischen Teil spaltet, ist das MHM inzwischen zu einem modernen Wahrzeichen Dresdens geworden. Das Museum und das „Zeit Forum Kultur“ stellten das gestrige Forum auch daher unter das Motto „Moderne Kultur-Architekturen – Prestigebauten oder dynamische Denkzeichen?“.

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Libeskinds wohl bekanntestes Werk ist das Jüdische Museum in Berlin. Im Jahr 2002 gewann er den Architekturwettbewerb für den Bau des „One World Trade Centers“ auf dem „Ground Zero“ in New York. „Wer alle Gebäude, die er geplant und realisiert hat, besichtigen wollte, müsste eine Weltreise unternehmen“, sagte Moderator Hans-Joachim Neubauer.

Das Publikum erlebte einen energiegeladenen Gast, der begeisternd von seiner Idee eines geschichtsbewussten, aber vor allem in die Zukunft gerichteten Bauens sprach. Gute Architektur sei kein neutraler Raum, sondern rege Menschen an, ihre Umwelt anders wahrzunehmen, sagte Libeskind. „Architektur ist keine Maschine, sie muss genauso wie Wissenschaft und Kunst neue Fragen aufwerfen.“

So sei es im MHM gelungen, durch die Keilstruktur eine zeitgenössische Perspektive in das alte Waffenarsenal zu integrieren. Der Keil durchbreche den alten, autoritären Raum und drücke durch seine Transparenz Verletzlichkeit aus. Architektur sei vergleichbar mit Musik: Auch wenn ihr mathematische Formeln zu Gründe liegen, müsse sie durch Emotionen überzeugen.

Philipp Nowotny

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