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Dampferchefin Karin Hildebrand: Mit mehr Passagieren und neuer Fahrkartenstruktur aus dem Minus

Dampferchefin Karin Hildebrand: Mit mehr Passagieren und neuer Fahrkartenstruktur aus dem Minus

499 000 Passagiere sind 2013 mit den Dresdner Dampfern und Salonschiffen gefahren. Das ist Karin Hildebrand, Chefin der Sächsischen Dampfschiffahrt, bei Weitem nicht genug.

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Karin Hildebrand von der Sächsischen Dampfschiffahrt will die Passagierzahlen steigern.

Quelle: Archiv

Sie will die Passagierzahlen steigern. Ein Plus von 10 000 Fahrgästen konnte sie für die ersten fünf Monate des Jahres melden. DNN-Redakteur Christoph Springer traf die Dampferchefin für eine Halbjahresbilanz.

Wie bewerten Sie die Passagierzahlen.

Wir sind im Plan. Wir haben für 2014 ein Budget aufgestellt und sind im Plan.

Gehen Sie davon aus, dass sich das so fortsetzt?

Die Monate nach Juni waren 2013 nicht so schlecht. Das war durchaus im Rahmen. Wenn jetzt der Juli einigermaßen läuft, dann wird auch der Sommer in diesem Jahr gut. Wir merken an den Juni-Zahlen natürlich, dass die Fußball-WM läuft. Die Menschen fahren tagsüber nicht so viel mit, sie bereiten sich auf die Spiele vor. Man macht einfach nicht zwei Freizeitaktivitäten an einem Tag.

Was hat den Schub bei den Passagier-zahlen gebracht? Das Ostergeschäft? Ostern 2013 war schließlich komplett verregnet.

Ja, auf jeden Fall. Auch Pfingsten war gut, aber das ist in den Zahlen bis Ende Mai noch gar nicht drin, die gibt es erst nächste Woche.

Sie sprachen davon, dass es etwas zu optimistisch war, die 1,25 Millionen Euro Verlust aus 2013 im laufenden Jahr wieder wett zu machen. Ist es realistisch, das innerhalb von drei Jahren zu schaffen?

Ja, das ist eine gute Aussage.

Bedeutet das auch, dass die Anteilseigner drei Jahre lang keine Ausschüttung bekommen?

Man kann bei negativem Eigenkapital nicht ausschütten. Wenn die Liquidität nicht ausreichend vorhanden ist, kann ich nicht ausschütten. Das heißt, wir können die Ausschüttung in dieser Zeit nicht vornehmen. Das gefällt den Gesellschaftern natürlich nicht, das ist logisch.

Wie steht die Sächsische Dampfschiffahrt insgesamt wirtschaftlich da?

Acht Schiffe müssen in diesem Jahr zum TÜV. Die Wartungsarbeiten dafür haben wir mit über einer Million Euro eingeplant. Aber die Schiffe sind im Prinzip in einem guten Zustand. Dafür wird auch alles Mögliche getan. Es geht natürlich immer mal wieder etwas kaputt. Mich fasziniert, mit welcher Schnelligkeit und Phantasie meine Mitarbeiter dann über Nacht alles dafür tun, dass das Schiff am Morgen wieder fahrtüchtig ist. Davon bin ich wirklich begeistert.

Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Ich weiß nicht genau, was kaputt war, aber in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend ging der Dampfer Rathen kaputt. Irgendeine Leitung war defekt. Dann musste per Telefon herausbekommen werden, wo die Leitung zu haben ist. Um 22 Uhr war sie da, dann wurde sie in den Kofferraum des Autos von unserem technischen Leiter Rüdiger Degutsch gepackt und der ist dann am Morgen um 5 Uhr nach Bad Schandau gefahren. Das Schiff wurde repariert und konnte planmäßig fahren. So etwas ist nicht selbstverständlich.

Hat die "Dampfschiffahrt" noch finanzielle Verbindlichkeiten?

Es gibt ein Darlehen des Freistaats, das war von Anfang an da. Dieses Darlehen wird laut Vertrag seit dem 1. Dezember 2013 getilgt. Wir haben aber aufgrund unserer finanziellen Lage eine Stundung bekommen. Am 30. Juni haben wir jetzt die erste Rate gezahlt. Die zweite Rate folgt im Dezember.

Wie hoch ist das Darlehen und bis wann soll es zurückgezahlt sein?

Es soll noch zweigeteilt werden, da sind wir in Verhandlungen. Da möchte ich jetzt keine Details sagen.

Ihr Vorgänger Sebastian Meyer-Stork musste sich vorwerfen lassen, dass die "Dampfschiffahrt" auch deshalb in die Miesen gerutscht ist, weil er zwei Jahre lang die Fahrpreise nicht erhöht hat. Was planen Sie in dieser Hinsicht?

Wir werden im nächsten Jahr ein ganz anderes Tarifmodell haben. Wir planen Tarifzonen, bei denen die Fahrt dann 10, 15 oder 20 Euro kosten soll und die Rückfahrt fünf Euro. Wenn ich also von Dresden nach Bad Schandau und zurück fahre, kostet das dann 25 Euro. An den Details dieser neuen Tarifstruktur arbeiten wir aber noch. Die längste Fahrt reicht dann durch drei Tarifzonen und kostet samt Rückfahrt 25 Euro. Dazu soll es noch eine Kurzstreckenfahrt geben. Diese Fahrkarte soll für Strecken gelten, bei denen man mit dem Schiff maximal 20 Minuten lang unterwegs ist. Das kostet dann 7,50 Euro.

Um wie viel Prozent steigen damit die Fahrtkosten?

Wir haben eine moderate Erhöhung drin, aber Prozente will ich da nicht nennen.

Die Passagierzahlen sollen steigen, was peilen Sie für 2015 an?

Ich habe mal gesagt, wir wollen wieder 700 000 Passagiere pro Jahr transportieren. Das ist ein ambitioniertes Ziel. Unsere höchste Passagierzahl hatten wir 2006, im Jahr nach der Weihe der Frauenkirche. Das waren damals 750 000 Fahrgäste. Es ist fraglich, ob man wirklich jedes Jahr eine Steigerung der Passagierzahlen hinbekommt.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg. Vielen Dank für das Gespräch.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.07.2014

Christoph Springer

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