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DVB setzen auf besonderen Dienstplan statt eigener Kita

DVB setzen auf besonderen Dienstplan statt eigener Kita

Kitaplatz dringend gesucht: Die Eltern von fast 1500 Kleinkindern fahnden in Dresden nach einer Krippe, in der Platz für ihren Nachwuchs ist, Betriebskitas sind mancherorts das Mittel der Wahl.

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Zufrieden dank Flexplan: Monika und Jörg Pintér arbeiten beide bei den Verkehrsbetrieben. Dank eines variablen Dienstplans für den Fahrereinsatz, in den Monika Pintér ihre Wünsche eintragen kann, gab es nie größere Schwierigkeiten bei der Betreuung von Tochter Jessica.

Quelle: Marion Doering

Allerdings nicht bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB). "Vielleicht hätten wir geeignete Räume dafür im Betriebshof Gorbitz", meint Hans-Jürgen Credé, DVB-Vorstand für Betrieb und Personal. Doch dagegen spricht der Dienstplan der rund 900 Bahn- und Busfahrerinnen und -fahrer. Sie werden nach Bedarf eingesetzt, sind nicht auf Linien, Tageszeiten und Einsatzorte festgelegt. "Wir haben flexible Arbeitszeitregelungen", umschreibt das der Personalvorstand und ist überzeugt davon, dass gerade das DVB-Mitarbeitern hilft, die Nachwuchs im Kleinkindalter haben. Credé weiß von rund 120 Kindern im Alter bis zu sechs Jahren.

Jörg Pintér und dessen Frau Monika gehören zu diesen Mitarbeitern. Sie haben sich "praktisch im Vorbeifahren" kennengelernt, begegneten sich vor etwa 13 Jahren zum ersten Mal auf Strecke im Einsatz als Straßenbahnfahrer. Inzwischen ist ihre Tochter Jessica fünf Jahre alt. "Man musste sich schon ziemlich genau strukturieren und absprechen", erinnert sich Jörg Pintér an die Zeit nach der Geburt von Jessica. "Meistens haben wir uns zu Hause getroffen, um uns bei der Kinderbetreuung abzulösen, aber auch schon mal an der Straßenbahn", so der 44-Jährige, der mittlerweile als Chef der DVB-Dispatcher in Trachenberge arbeitet. "Wenn ich Nachtschicht hatte, dann hab ich unsere Tochter früh weggeschaft. Dazu bin ich so gegen 7 Uhr noch mal aufgestanden, habe mit ihr gefrühstückt und bin dann halb neun wieder ins Bett", erinnert sich Pintér an die ersten Kindergartenmonate von Jessica. Seine Frau war dann schon als Fahrerin auf Strecke. Irgendeine Lösung habe sich immer für Jessica gefunden, sagt Pinter, trotz Schichtdienstes und wechselnder Arbeitsorte.

Diese Situation kennt auch Lars Seiffert. Gemeinsam mit seiner Frau Kerstin hat er sechs Kinder. Auch er hat seine Frau "im Vorbeifahren" kennengelernt. Als er noch als Straßenbahnfahrer gearbeitet hat, waren "seine" drei "Erstgeborenen" zwei, vier und sechs Jahre alt. "Ich bin dann früh zum Albertplatz gefahren mit den drei Kindern, dort haben wir Kinderübergabe gemacht", erinnert er sich.

Inzwischen ist Seifert Leiter der zentralen Dienstbesetzung bei den DVB. Das bedeutet, er hat das letzte Wort, wenn es um Einsatzzeiten und -orte geht. Als sechsfacher Vater kennt er die Sorgen und Nöte von Fahrerinnen und Fahrern mit Nachwuchs aus dem Effeff. Der sogenannte Flexplan hilft ihm und seinen acht Disponenten, alle Kollegen passend und wenn möglich nach Wunsch einzusetzen. Dazu können die etwa 450 Fahrerinnen und Fahrer, die beim Flexplan mitmachen, im Internet Wochen und Monate im Voraus ihre Wunsch-Arbeitszeiten in einem virtuellen Dienstplan anklicken. Neun Einsatzvarianten stehen pro Tag zur Wahl, von der Nachtschicht bis zum "geteilten Dienst". "Etwa 80 Prozent aller Wünsche können wir erfüllen", sagt Seifert, ein Punktesystem im Hintergrund sorgt dafür, dass alle Fahrer gleich behandelt werden. Auch feste Freizeittermine können berücksichtigt werden, Eltern, insbesondere Alleinerziehende haben aber absoluten Vorrang, so Seifert. Seit 2004 wird dieses System bei den DVB genutzt.

Seiferts Chef Hans-Jürgen Credé schließt zwar nicht aus, dass vielleicht doch noch einmal eine Betriebskita zum Thema werden könnte. Doch der Flexplan ist auch aus seiner Sicht die optimale Lösung, geht es um "Freiheit bei der zeitlichen Lage von Arbeit". Auch für Eltern mit Kleinkindern, die im Schichtdienst arbeiten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.05.2013

Christoph Springer

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