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DVB-Streik traf 200.000 Dresdner

Keine Busse und Bahnen am Mittwochmorgen DVB-Streik traf 200.000 Dresdner

Der DVB-Streik am Mittwochmorgen legte nahezu das gesamte Liniennetz für über vier Stunden lahm. Laut den DVB waren etwa 200 000 Menschen vom Ausfall von Bus und Bahnen betroffen. Die Gewerkschaft ver.di kündigte weitere Streiks an, sollte sich das Angebot der Arbeitgeber nicht verbessern.

Bis 8 Uhr blieben Busse und Bahnen der DVB dem Liniennetz fern.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Pünktlich zum Dienststart um 3.15 Uhr verließen am Mittwochmorgen diesmal keinen Busse und Bahnen die Betriebsbahnhöfe der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). Aufgrund des von der Gewerkschaft ver.di ausgerufenen Streiks der Bus- und Bahnfahrer sowie des kompletten Servicepersonals kam es zwischen 4 und 8 Uhr zur Stilllegung nahezu des gesamten Liniennetzes.

Lediglich einige Buslinien der Subunternehmer und externen Dienstleister, wie etwa Taeter Tours, verließen den Betriebsbahnhof Gruna. So erreichten wenigstens die Fahrgäste der Linien 61, 63, 66 und 75 wie gewohnt ihre Ziele in der Stadt. Laut ver.di-Geschäftssekretär Jürgen Becker streikten etwa 550 Arbeitnehmer der DVB und der Tochterfirma DVS. Auf den Betriebsbahnhöfen Trachau, Gorbitz, Gruna und Reick blieben deshalb über 300 Fahrzeuge in den Garagen.

Gleichzeitig versammelten sich die Streikenden an ihren jeweiligen Arbeitsstellen, um gemeinsam ein Zeichen in den Tarifverhandlungen zu setzen. Im Tarifstreit mit dem kommunalen Arbeitgeberverband fordern die Angestellten der Dresdner Verkehrsbetriebe insgesamt sechs Prozent mehr Lohn für die nächsten zwei Jahre.

Das Arbeitgeberangebot vom 12. April, in dem insgesamt 1,8 Prozent mehr Lohn angeboten wurden, bezeichnete ver.di-Bezirksgeschäftsführer Frank Fischer vor über 90 Streikenden am Betriebsbahnhof Trachenberge als „desaströs und dreist“. „Wir fordern Anerkennung, auch in der Form von Geldscheinen“, erklärte Fischer. Er erwarte bei der nächsten Verhandlung ein „faires und verhältnismäßiges“ Angebot – sonst werde weiter gestreikt.

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Über 500 Angestellte der DVB und Tochterfirma DVS streikten, weil sie höhere Löhne fordern. Für Tausende Dresdner blieb nichts anderes übrig, als auf Fahrrad und Taxi umzusteigen.

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Obwohl die Arbeitsniederlegung kurzfristig ausgerufen wurde, waren die DVB-Kunden gut vorbereitet. „Wir haben sofort nach Bekanntgabe auf allen Infotafeln in den Bahnen und an den Haltestellen die Informationen weitergeben“, erklärte DVB-Vorstand Lars Seiffert. Nur vereinzelte Personen, wie der 29-jährige Marek aus Tschechien, der nach einer Feier in der Neustadt vergeblich auf die Linie 7 wartete, waren an den Haltestellen anzutreffen. Zentrale Knotenpunkte wie Hauptbahnhof oder Postplatz blieben bis zuletzt nahezu leer.

Taxi und Fahrrad als Ersatz

Viele Dresdner stiegen auf das Fahrrad um oder mieteten sich ein Taxi. „Wir haben über 1300 Fahrten zwischen 4 und 8 Uhr verzeichnet. Das ist mehr als dreimal so viel wie an gewöhnlichen Wochentagen“, erklärte Hans-Peter Kunath von der Firma Funktaxi Dresden. Laut DVB-Vorstand Seiffert sei der Image-Schaden, den die Verkehrsbetriebe durch den Streik erleiden, höher einzuschätzen als die tatsächlichen Gewinneinbußen.

„Zwischen 4 und 8 Uhr ist die Berufsverkehrspitze. Es ist sehr schade, dass viele Schüler und Berufstätige auf Bus und Bahn verzichten mussten. Die DVB stehen in erster Linie für Zuverlässigkeit“, so Seiffert. Laut dem DVB-Vorstand seien etwa 200.000 potenzielle Fahrgäste von dem Streik betroffen. „Wer sich am Morgen eine andere Verkehrsmöglichkeit sucht, wird diese auch auf dem Rückweg nutzen“, gab Seiffert zu bedenken.

Doch ihm und den anderen Verantwortlichen der DVB sind bei Streiks die Hände gebunden. „Das ist ein legitimes Mittel, aber für uns natürlich nicht schön. Dennoch unterstützen wir unsere Angestellten“, erklärt der DVB-Vorstand. So wurden den Streikenden offene Türen, ein Service- und Verpflegungsbus sowie Speisen und Getränke zur Verfügung gestellt. „Wir wollen alles in einem guten Verhältnis regeln und mit guter Stimmung ab 8 Uhr in den Tag starten“, ergänzte Seiffert in den frühen Morgenstunden. Er selbst verfolgte den Streik vom Betriebsbahnhof Trachenberge aus.

Der DVB-Vorstand erwartet nun aber „zügige und vernünftige Ergebnisse“ bei den Tarifverhandlungen, die mit Augenmaß für beide Seiten akzeptabel sein müssten. Pünktlich ab 8 Uhr rückten dann alle Busse und Bahnen gestaffelt von den Betriebsbahnhöfen aus. Die Polizei regelte mit Beamten die zügige Ausfahrt der Fahrzeuge. Dabei kam es vor allem auf der Großenhainer Straße zu erheblichem Stauaufkommen.

In der Innenstadt kam es ab 7 Uhr ebenfalls zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Auf Waldschlößchenbrücke, Carolabrücke und Marienbrücke kam der Verkehr nahezu zum erliegen, auf den Hauptverkehrswegen aus und ins Zentrum bildetet sich ebenfalls ungewöhnlich lange Autoschlangen. Laut DVB-Sprecherin Anja Ehrhardt wurden ab 9.30 Uhr wieder alle Linien wie gewohnt bedient.

Von Sebastian Burkhardt

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