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DRK wird neuer Träger der Großkita an Marienallee in Dresden

DRK wird neuer Träger der Großkita an Marienallee in Dresden

Nach heftiger Grundsatzdiskussion hat der Jugendhilfeausschuss nun grünes Licht für die vieldiskutierte Großkita an der Offiziersschule des Heeres gegeben: Ab Juni kann das "Deutsche Rote Kreuz" (DRK) den Neubau in der Marienallee 12 betreiben.

Im Vorfeld hatte es Debatten um die Dimension der Kita gegeben, die für 310 Kinder ausgelegt ist (118 Krippen- und 192 Kindergartenplätze). So befürchtete die Elterninitiative "Lernorte für Dresden" eine Kinder-Massenabfertigung. Experten teilen diese Meinung aber nicht (DNN berichteten).

Diesmal entzündete sich der Streit aber nicht um Größe, sondern Krieg: Linke wie Stadtrat Tilo Kießling wittern militaristische Tendenzen in der Kita. Denn das Projekt geht auf die Heeresschule zurück. Die wollte einen Betriebskindergarten, aber selbst nicht bauen. Letztlich übernahm dies ein privater Investor, Stadt und DRK sind nur Mieter und Untermieter der Kdl-Verwaltungs GmbH Montabaur. Damit sich das rechnet, konzipierte die Kdl das Haus nicht nur für die knapp 20 Offizierskinder, sondern auch als Kindergarten für andere Dresdner.

Geblieben sind aber vom Ursprungs-plan die Kooperation mit dem Militärhistorischen Museum, die Mitnutzung von Sauna und Schwimmhalle der Heeresschule und eine offene Einstellung zur Bundeswehr. Angesichts des Kita-Platzmangels in Dresden könne nun aber die Konstellation eintreten, argumentierte Kießling, dass auch Pazifisten ihre Kinder in diese Kita geben müssen und dann mit diesen militärischen Berührungspunkten leben müssen.

Dies hielt zwar die Ausschussmehrheit für zu weit hergeholt. Allerdings berührte der Disput einen interessanten Kern: Denn die Stadt will durch die Kita-Vergabe an freie Träger den Eltern ausdrücklich die Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen pädagogischen Konzepten bieten. Diese Idee wird jedoch durch den eklatanten Platzmangel derzeit ad absurdum geführt. Grünen-Stadtrat Jens Hoffsommer: "Wenn ich verzweifelt nach einem Krippenplatz suche und mich in 14 Häusern bewerbe, ist es mir das Konzept am Ende nur noch Wurscht - Hauptsache, ich bekomme überhaupt einen Platz."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.02.2013

Heiko Weckbrodt

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