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DNN zu Hause bei Sternekoch Benjamin Biedlingmaier

Moderne Fünf-Sterne-Wohlfühloase DNN zu Hause bei Sternekoch Benjamin Biedlingmaier

Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens öffnen den DNN die Türen ihres Zuhauses. Traditionell stellen wir zum Jahreswechsel interessante Menschen auch privat vor. In der letzten Folge sind wir zu Gast bei Benjamin Biedlingmaier, Chefkoch des Restaurant "Caroussel" im Hotel "Bülow Palais".

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Bei einem guten Gläschen Wein und in Gesellschaft von Freunden verbringt Benjamin Biedlingmaier seine Freizeit gern in den eigenen vier Wänden. Die Leidenschaft des Kochens zieht sich dabei wie ein roter Faden durch Beruf, Freizeit und Leben des 30-Jährigen.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Mit einem breiten Lächeln steht er im Hausflur und begrüßt uns. "Kommt herein", sagt er freundlich. Die Lockenfrisur und die eckige Brille, seine Markenzeichen, bleiben auch Zuhause gleich. Nur die Kochschürze, die hat er für einen Tag an den Nagel gehängt und begrüßt uns lässig gekleidet in seinen eigenen vier Wänden. In der Südvorstadt hat sich Benjamin Biedlingmaier, Sternekoch und Chefkoch des Restaurants "Caroussel" im Hotel "Bülow Palais", mit seiner Freundin Natalie Weinberger auf knapp 130 Quadratmetern eine Wohlfühloase geschaffen, die Rustikales und Modernes verbindet.

Wir betreten das helle, große Esszimmer im Hause Biedlingmaier. Ein großer Tisch für bis zu zwölf Personen prangt in der Mitte. Rundherum stehen verschiedenartige Stühle, die zusammen ein gemütliches Ensemble ergeben. Ein antiker Schrank hält Geschirr bereit, ein selbstgebautes Regal besondere Weine verschiedener Jahrgänge. "Tatsächlich baue ich in meiner Freizeit sehr gern an kleinen Projekten und bin handwerklich tätig", sagt der junge Sternekoch, der in Dresden eine neue Heimat gefunden hat. Eine selbst gebaute Lampe aus einem langen, blattförmigen Holzteil sorgt für warmes Licht in dem Esszimmer und ist ein Hingucker vor der dunkelblauen Wand.

Der gebürtige Schwabe wuchs in einem Elternhaus auf, in dem Gastronomie zur Tagesordnung gehörte. Im Familienbetrieb "Gasthof zum See" im beschaulichen Wiesensteig packte Benjamin Biedlingmaier schon in jungen Jahren mit an, was für ihn selbstverständlich war. "Als ich 14 Jahre alt war, begann ich mit dem Kochen. Allerdings erst einmal in den eigenen vier Wänden", sagt er lachend. Für den heutigen Chefkoch des "Caroussels" stand auch ohne elterlichen Druck immer fest, dass er einmal Koch werden würde.

In der Küche des Sternekochs finden sich neben einer beachtlichen Kochausrüstung vor allem kleine Details, die zum Schmunzeln bringen. Über dem kleinen Esstisch hängt ein Bild von ihm im Arbeitsoutfit. Darauf ist die Überschrift "Aufsteiger 2013" zu lesen. Diese Auszeichnung erhielt er vom Hamburger Gourmetjournal "Der Feinschmecker". Selbstironisch klebte Benjamin Biedlingmaier seinem lachenden Ich auf dem Bild einen Schnurrbart an. Daneben hängen auf einer Pinnwand kleine Notpflaster mit der Aufschrift "Heul doch! Auch Köche dürfen weinen".

Seit seiner Jugend ist das Kochen das A und O für Benjamin Biedlingmaier. Kurz nach seiner Ausbildung zum Koch lernte er im Restaurant "Traube Tonbach" in Baiersbronn die Sternegastronomie kennen. "Das ist eine andere Dimension des Kochens und hatte schon damals einen sehr großen Reiz für mich", so der Jungkoch. Nach Stationen in Stuttgart, München und Velden am Wörthersee in Österreich, feilte der heutige Sternekoch vor allem im Restaurant "La Mer" auf Sylt an seinem Können. Dort gehört er im Jahr 2010 zum Eröffnungsteam der Sternegastronomie auf der beschaulichen Insel, das unter Küchenchef Sebastian Zier, der ein Mentor für den Jungkoch wurde, agierte. "Es war eine großartige Zeit, an die ich gern zurückdenke", so Benjamin Biedlingmaier. Ein junges Team aus sieben Köchen und drei Konditoren kreierte dort exklusiv für 24 Gäste ein Menü am Tag. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. "Sebastian Zier hat uns freien Lauf gelassen bei der Menüwahl sowie der Zubereitung der Gerichte. Von der Entwicklung her war das im Rückblick die beste Stelle für mich", erzählt der Jungkoch. Das Restaurant "La Mer" erhielt nach nur einem Jahr einen der begehrten Michelin-Sterne. Der renommierte Gastronomieführer "Guide Michelin" vergibt einmal im Jahr die begehrten und seltenen Sterne von eins bis drei - eine hohe Auszeichnung eines jeden Restaurants und des Teams. Ein Jahr nach der Eröffnung erhielt das "La Mer" sogar zwei Michelin-Sterne. "Das war eine sehr große Ehre für unser junges Team", denkt Biedlingmaier zurück.

Am heutigen Sonnabend wird Benjamin Biedlingmaier 30 Jahre alt. Diesen feiert der jüngste Sternekoch Sachsens mit seiner Familie und Freunden im privaten Esszimmer. Vor allem der ovale Tisch, der noch aus der Gastronomie seiner Eltern stammte und den sein Vater vor 35 Jahren zimmerte, ist dem gebürtigen Schwaben heilig. Die Stuhlreihe komplettieren zwei antike Sessel mit grünem Bezug, die von Biedlingmaiers Oma stammen. Knapp 540 Kilometer ist die sächsische Landeshauptstadt von seiner Heimat entfernt, doch regelmäßige Treffen mit der Familie sind ihm wichtig. "Meistens kommen die Eltern ins Caroussel essen und lassen sich von mir bekochen", sagt er schmunzelnd.

Seine erste Erinnerung an Dresden lässt Benjamin Biedlingmaier frösteln. Das Restaurant "Caroussel" suchte im Jahr 2013 nach einem neuen Küchenchef, der die Nachfolge von Dirk Schröer antreten sollte. Die Stelle reizte den jungen Koch, der bereit war, ein neues, eigenes Projekt anzugehen. Im April 2013 lief er über die Augustusbrücke in Richtung des Hotels "Bülow Palais" - einem Fünf-Sterne-Superior-Hotel im Barockviertel. "Es war so verdammt kalt in Dresden. Ich wäre fast erfroren", so Benjamin Biedlingmaier lachend. Nach drei Stunden Bewerbungsgespräch und einem Probekochen, in denen er für die Familie Bülow vier Gänge in vier Stunden auftischte, setzte er sich gegen drei Mitbewerber durch. "So habe ich zum letzten Mal bei meiner Abschlussprüfung gezittert", erzählt der Sternekoch. Zwei Tage später ging er in Sylt auf der Strandpromenade entlang, als ihn ein Anruf aus Dresden erreichte. Die Zusage.

Innerhalb von zwei Wochen zog er mit Sack und Pack in die sächsische Landeshauptstadt. Zuerst wohnte Benjamin Biedlingmaier in einer Zweiraumwohnung in Pieschen. Auf 45 Quadratmetern und in nur zwei Zimmern wohnte er dort mit zwei weiteren Freunden, später zog seine Lebensgefährtin Natalie Weinberger dazu. "Das war auf Dauer doch ein bisschen eng", erinnert er sich. Seit zwei Jahren wohnt er nun mit seiner Partnerin in der Südvorstadt, wo sich sonst vor allem Studenten tummeln. "Nach und nach habe ich die Stadt kennengelernt und ich muss sagen: Dresden ist wahnsinnig fetzig", so Biedlingmaier. Die Stadt habe viel zu bieten und das reize den jungen Mann aus dem ländlichen Raum.

Erinnerungsfotos, Grünpflanzen und eine große Wohnlandschaft fallen im Wohnzimmer von Benjamin Biedlingmaier sofort ins Auge. Mit viel Liebe zum Detail ist hier dekoriert und modern eingerichtet worden. "Ich muss gestehen, die Dekoration ist komplett meiner Freundin überlassen", sagt der Jungkoch lachend. Ein großes Regal hält allerhand Bücher bereit - Kochbücher finden sich hier jedoch keine. Dafür viele Filme, für die sich der gebürtige Schwabe gern Zeit nimmt. Eine Gaube durchflutet den großen Raum mit Licht, der die große Wohnlandschaft und das helle Kuhfell davor in Szene setzt.

Das Kochen zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben des 30-Jährigen. Bei Arbeitszeiten von 11 bis 23 Uhr genießt er jede freie Minute. "Ich koche auch zu Hause viel", erzählt Benjamin Biedlingmaier. Am schönsten sei es für ihn, mit Freunden den ganzen Tag zu köcheln. "Für mich bedeutet das Kochen zu Hause Entspannung. Ich habe dann keinen Zeitdruck und man kann gemütlich zusammensitzen", schwärmt der gebürtige Schwabe. Gekocht wird bei ihm nie nach Rezept, sondern nach Gefühl.

Neben der sächsischen Landeshauptstadt begeistert den Chefkoch des "Caroussels" außerdem die Umgebung Dresdens. "Die Sächsische Schweiz und das Meißner Umland sind herrlich zum Wandern", sagt er. Die Wanderschuhe immer parat, durchforstet der 30-Jährige mit seiner Partnerin gern mal die Wälder der Umgebung. Einmal im Jahr zieht es ihn jedoch auch nach Österreich, wo Schneemassen und Skilifte zum Wintersport rufen. "Ich mag Snowboardfahren sehr. Das muss einmal im Jahr sein", erzählt Benjamin Biedlingmaier.

Für das neue Jahr hat sich der Jungkoch vorgenommen, wieder musikalisch tätig zu werden. Im Alter von zehn Jahren lernte er Saxophon spielen. Dieses Können würde der Sternekoch gern wieder lernen und auffrischen würde. "Ich habe mein altes Saxophon überholen lassen", sagt er und zeigt stolz das goldene Instrument. Vielleicht werden also schon bald Saxophonklänge durch die Südvorstadt schallen, wenn der Jungkoch an dem Instrument aus jungen Tagen übt.

Juliane Just

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