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DNN-Wirtschaftspreis: Das Ende vom Versuchskaninchen Patient - Samed GmbH Dresden

DNN-Wirtschaftspreis: Das Ende vom Versuchskaninchen Patient - Samed GmbH Dresden

Es begann mit einem kleinen Dienstleistungsunternehmen. 1992 gründete Dr. Klaus Forke die Samed GmbH Dresden, um Krankenhäusern in ganz Deutschland medizinische Geräte temporär anzubieten.

Dresden.

"Damals verfügten einige Kliniken für bestimmte Operationstechniken nicht über die passenden stationären, medizinischen Geräte. Wir haben die entsprechenden Geräte gekauft, für einen vereinbarten Zeitraum in der Klinik betrieben und die technische Betreuung während der Behandlung sichergestellt", erinnert sich Dr. Forke. Da neu eingeführte Geräte aber eine intensive Einweisung des Arztes bedurften, entstand für das Dresdner Unternehmen ein neues Geschäftsfeld: 2006 schlug die Geburtsstunde für das erste, selbst entwickelte Trainingsgerät, das angehenden Chirurgen ein Üben am Patienten erspart.

Mittlerweile vertreibt die Samed GmbH ihre Produkte rund um den Globus - dank unterschiedlicher Versandpartner zum Beispiel nach China, Japan, Kanada, Saudi Arabien oder Taiwan. Klein ist die Truppe um Dr. Klaus Forke und Thomas Sparborth, der für Entwicklung und Marketing zuständig ist, noch immer. Derzeit besteht das Unternehmen an der Bamberger Straße aus fünf Mitarbeitern und verbucht einen Jahresumsatz von rund einer halben Million Euro. Dabei soll es aber nicht bleiben.

Noch sind die Abnehmer vor allem Instrumentenhersteller, die ihre Produkte bei Messen und Workshops mithilfe der Trainingsgeräte vorstellen und an den Mann bringen wollen. Die Samed GmbH ist aber in Kontakt mit dem Institut für Biomedizin an der TU Dresden und dem Universitätsklinikum. Das Ziel: Die entwickelten Geräte sollen Studenten den Einstieg in die Praxis erleichtern. "Noch lernt ein angehender Chirurg, indem er dem Chefarzt über die Schulter schaut. Mit unseren Geräten kann er Operationen direkt simulieren", sagt Dr. Forke. Gelingt eine Zusammenarbeit, strebt der Geschäftsführer nicht nur eine Vergrößerung seines Mitarbeiterstabes, sondern auch eine Verdoppelung des Umsatzes an.

Nutznießer wären in erster Linie Medizinstudenten und junge Ärzte, die sich auf die Urologie spezialisiert haben. Diesem Bereich widmet sich das Dresdner Unternehmen seit dem ersten entwickelten Modell. Am sogenannten Resektionstrainer zum Beispiel können Chirurgen in spe das Entfernen gutartiger Vergrößerungen an der Prostata trainieren. Über eine nachgestellte Harnröhre gelangen dabei Instrumente in eine Nachahmung der Prostata, in der es das Gewebe abzutragen gilt. "Damit der Arzt ein Gefühl für das Gewebe bekommt, haben wir ein Substrat entwickelt, das den Gewebeeigenschaften sehr nahe kommt", erklärt Thomas Sparborth.

Der PCNL-Trainer, die neueste Entwicklung der Dresdner Medizintechniker, simuliert einen Patienten in Bauchlage mit dem entsprechenden Körperausschnitt für einen Eingriff an den Nieren. Sowohl die Niere als auch die darin befindlichen Nierensteine sind nachempfunden. So kann das Zertrümmern der lästigen Steine mittels einer minimal-invasiven Operation - der so genannten Schlüsselloch-Technik mit kleinen Schnitten - geübt werden.

Wie schwierig es ist, im Bauchraum eines Patienten Gewebeöffnungen zu verschließen, beweist der Laparoskopie-Trainer. Auch hier wird minimal-invasiv gearbeitet. Für den Laien scheint es beinahe unmöglich, den Faden mittels entsprechender Instrumente zu greifen, geschweige denn Knoten zu binden. "So lernt man Grundfertigkeiten, die man als Chirurg braucht", erklärt Thomas Sparborth. Durch verschiedene Zugänge - bestehend aus Silikon - ist es zudem möglich, die Hand-in-Hand-Arbeit zweier Operateure zu trainieren.

Im URS-Trainer, dem vierten angebotenen Gerät, ist der Trakt von den Nieren über die Harnleiter zur Blase dargestellt. Mittels entsprechender Instrumente wird dabei die Entfernung von Nierensteinen nachempfunden. Dank einer Kamera, die den "Eingriff" eins zu eins auf einen Monitor überträgt, erhascht selbst ein Anfänger OP-Atmosphäre.

"Unser Bestreben ist es, im ständigen Kontakt mit erfahrenen Ärzten unsere Trainingsgeräte zu verbessern und unsere Produktpalette zu erweitern, damit Behandlungsfehler vermieden und OP-Zeiten sinnvoll verringert werden können", so Thomas Sparborth abschließend.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.08.2015

Grödel, Christin

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