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DNN-Analyse: Was bei Dresdner Schülern auf dem Speiseplan stehen sollte und was nicht

DNN-Analyse: Was bei Dresdner Schülern auf dem Speiseplan stehen sollte und was nicht

Der Appetit kommt beim Essen", heißt es. Wie aber ist es um die Qualität des Schulessens bestellt? Wieviel Fleisch, wieviel Fisch sollte auf dem Speiseplan der Kinder stehen? Auf wieviel Platz hat jeder Schüler Anspruch im Essenraum? Welche Empfehlungen geben Ernährungsexperten in punkto Schulspeisung? Die DNN beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

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Caspar (11) aus der 6. Klasse zeigt die großen Schüsseln, die auf die Tische gestellt werden und aus denen sich die Kinder selbst bedienen können.

Quelle: Christian Juppe

Wieviele Schüler nehmen an der Schulspeisung teil?

In diesem Schuljahr sind es nach Informationen von Stadtsprecher Kai Schulz etwa 19000 Schüler: 73 Prozent der Grundschüler, 46 Prozent der Förderschüler, 44 Prozent der Gymnasiasten und 28 Prozent der Mittelschüler. Über die Jahre betrachtet, ist die Zahl der Esser kontinuierlich gestiegen. 2003/04 waren es nur 30 Prozent, zwei Jahre später fast 38 Prozent und 2007/08 schon 48 Prozent.

Warum meiden Schüler das Mittagessen in der Schule?

In einer vom Sozialministerium in Auftrag gegebenen Studie vermuten Sachsens Schulleiter folgende Gründe: finanzielle Situation der Familie (31,7 Prozent), Eltern kochen selbst (24,9 Prozent), Qualität des Essens (10,6 Prozent), schlechte Essgewohnheiten/Fast Food (7,6 Prozent), Schüler verweigern Essen (3,3 Prozent) und Probleme mit Räumen (2,9 Prozent).

Wieviele Essenanbieter beliefern Dresdens Schulen?

Es sind insgesamt zehn - darunter Firmen wie Sodexo, apetito oder die Volksküche Weißig. Die Schulen können ihren Essensversorger frei wählen. Will eine Schule wechseln, wird die Leistung "Schulspeisung" im Amtsblatt ausgeschrieben und die Firmen können ihr Angebot abgeben. Eltern, Lehrer und Schüler entscheiden dann auf der Schulkonferenz, wer den Zuschlag erhält. Ob Schulen nach den massenhaften Magen-Darm-Erkrankungen im Oktober den Essenanbieter gewechselt haben, vermag Schulz nicht zu sagen.

An welchen Schulen besteht die Möglichkeit, selbst zu kochen?

Nur an Schulen in freier Trägerschaft wie der Freien Alternativschule und der Hoga. Das Semper-Gymnasium und die Waldorfschule haben Kantinen im Haus, in denen gleichfalls täglich gekocht wird. "Die Einrichtung von Kochküchen an kommunalen Schulen ist nicht vorgesehen", teilt Schulz mit. Stattdessen gibt es Ausgabe- und Aufwärmküchen, aus denen die Schüler mit Heiß-, Kühl- oder Tiefkühlkost versorgt werden.

Wie bewertet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) die Qualität des Schulessens?

Die DGE hat im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums Qualitätsstandards entwickelt, die allerdings nur empfehlenden Charakter haben. "Die Caterer bieten zu oft Fleisch an und es gibt zu viele frittierte Speisen, zu viel Süßes und zu wenig frisches Obst", berichtet Sonja Fahmy von der DGE.

Was empfiehlt die DGE stattdessen?

Es sollte maximal achtmal Fleisch im Monat geben und nicht mehr als zwei Ei-Gerichte wie Omelett und Rührei. Auf der anderen Seite müsste mindestens viermal Seefisch, 20 Mal Gemüse und Salat und ebenso oft Milch und Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen. Außerdem sollten zubereitete Speisen maximal drei Stunden warmgehalten werden.

Wie sollten die Speiseräume aussehen?

Hier empfiehlt die DGE "helle Räume und eine angemessene Beleuchtung sowie ein freundliches, ansprechendes Ambiente mit Pflanzen, Bildern und Tischdekoration". Zudem sollte der Raum gedämmt sein, um den Geräuschpegel beim Essen zu senken.

Gibt es Vorschriften, wieviel Platz jeder Schüler zum Essen beanspruchen darf?

Ja. Dem Stadtsprecher zufolge sind es 1,4 Quadratmeter. Das sächsische Musterraumprogramm geht davon aus, dass 50 Prozent der Schüler mitessen und jeder Platz von drei Schülern genutzt wird. Daraus ergibt sich die Zahl der Plätze im Speiseraum. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass es an einzelnen Schulen zu wenig Platz für die Tische gibt, deshalb häufig und schnell gewechselt werden muss und den Schülern sehr wenig Zeit zum Essen bleibt", räumt Schulz ein. An den beiden Essenausgaben im Gymnasium Dreikönigschule etwa bilden sich regelmäßig lange Schlangen, weil die Räume zu klein sind.

Wird bei Schulneubauten daran gedacht, angemessen große Speiseräume einzuplanen?

Geht es um neue Grundschulen, plant die Stadt inzwischen mit 100 Prozent Essenteilnehmern, weil fast jedes Kind in den Hort geht. Ansonsten seien beispielsweise die Speiseräume des Marie-Curie-Gymnasiums und des Gymnasiums Bühlau jetzt größer veranschlagt worden als ursprünglich geplant, so Schulz. Berechnungsgrundlage sind nach wie vor der dreifache Platzwechsel und 1,4 Quadratmeter je Platz.

So viel wird beim Lieferservice bezahlt:

Sodexo und Fraîchaud Cook&Chill beliefert 74 Gymnasien, Grund- und Mittelschulen; Preise: 2,20 Euro bis 3,90 Euro; März Menü beliefert acht Förder-, Grund- und Mittelschulen; Preise: Essen A (u.a. Pasta) und B (fleischlos) 2,26 Euro, Essen C (Mischkost) 2,73 Euro, Salat 1,98 Euro, ab 2013/14: Essen A und B 2,50 Euro, Essen C 2,85 Euro, Salat 2 Euro; apetito AG beliefert sechs Grundschulen und ein Gymnasium, Grundschulen: tägl. zwei Menüs zwischen 2,11 und 2,38 Euro; Gymnasium: drei Menüs zwischen 2,33 Euro und 2,53 Euro; Volksküche Weißig beliefert fünf Förder-, Grund- und Mittelschulen, Preise zwischen2 Euro und 2,20 Euro

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.04.2013

Katrin Richter

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