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DNN-Adventskalender: Hinter die Kulissen der Barbarossa-Apotheke geschaut

DNN-Adventskalender: Hinter die Kulissen der Barbarossa-Apotheke geschaut

Auf dem Sicherheitsschrank prangt die grellgelbe Plakette und warnt vor Feuergefahr. Hier lagern keine Bonbons, Kräutertees und Cremes. Im Labor der Barbarossa-Apotheke stehen feuergefährliche Stoffe und eine Vielzahl an Chemikalien wie zum Beispiel Zink, Schwefelkohlenstoff, Raney-Nickel und Quecksilberverbindungen.

Von Katrin Tominski

Sie sollen die Identität der Wirkstoffe aufdecken. Die Chemikalien, die dort in braunen Fläschchen fein säuberlich nebeneinander drapiert sind, heilen nicht. Sie ermöglichen jedoch die Kontrolle der Grundstoffe, die in das Labor zur Me- dikamenten-Herstellung geliefert werden. "Wir prüfen mit den Chemikalien, ob es sich wirklich um die Stoffe handelt, die auf den Packungen deklariert sind", erklärt Apothekerin Angela Lehmann. Absolute Präzision sei unabdingbar. Es müsse sichergestellt werden, dass es sich wirklich nur um diesen einen Grundstoff handelt. Alles andere hätte unabsehbare Folgen für Leib und Seele.

Angela Lehmann ist Apothekerin und Pharmazeutin in Striesen. Seit elf Jahren führt sie die historische Barbarossa-Apotheke in der Kyffhäuserstraße, die 1915 eröffnet wurde. Doch auch wenn die braunen Quecksilber-Fläschchen wie Requisiten eines Historienfilms anmuten, gehört das Labor mit der Stahltür und dem Sicherheitsschrank zu den modernsten Räumen der Apotheke. Nebenan in der Rezeptur stellen die Pharmazeuten die Medikamente her, wenngleich dies selbst bald ein historisches Relikt sein könnte. "Der Anteil der eigenen produzierten Arzneimittel ist sehr gering geworden", erklärt Lehmann. Die Palette der Pharmaunternehmen sei mittlerweile oft ausreichend und extra Dosierungen nicht nötig. Mit einer Ausnahme: "Wenn Kinder Medikamente brauchen, die nicht in kindgerechten Dosen vorhanden sind, produzieren wir diese selbst", erläutert Lehmann. Gefragt seien außerdem Cremes und Salben, die nach speziellen Vorschriften selbst hergestellt werden.

Einer ausgeklügelten Rezeptur bedürfen auch die Tees der Apotheke. Sie werden jedoch nicht im Labor, sondern in der Teerezeptur gemischt. "Die räumliche Trennung ist wichtig, weil die Teedroge manchmal staubt", erzählt die Apothekerin, während sie ihre historische Waage tariert, die Gewichte zückt und die Ringelblumenblüten auf die Waagschale legt.

Nebenan lagern in den Schubladen der großen Schränke die verschreibungspflichtigen Medikamente. Sie dürfen nicht in die Regale der Offizin - so heißt der Kundenbereich in der Apotheke - weil sie nur nach ärztlicher Verordnung abgegeben werden. Das habe der Verbraucherschutz so festgelegt, erklärt Lehmann. Das Notfallsortiment mit Cortison, Kohletabletten, Atemnot-Spray und einem Entschäumer, der bei Vergiftungen mit Reinigungsmitteln verabreicht wird, liegt deshalb in nächster Nähe, doch für den Kunden unsichtbar bereit.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.12.2011

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