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Claudia Roth demonstriert in Dresden gegen Pegida

Pegida will mit AfD zusammenarbeiten Claudia Roth demonstriert in Dresden gegen Pegida

Die Gegner von Pegida haben am Montagabend prominente Unterstützung für ihren Protest gegen das islam- und asylfeindliche Bündnis bekommen. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) schloss sich der Demo von "Gepida" an. Pegida will derweil eine Partei werden oder mit der AfD gemeinsame Listen bei Wahlen bilden.

Pegida
 

Quelle: dpa

Dresden. Die Gegner von Pegida haben am Montagabend prominente Unterstützung für ihren Protest gegen das islam- und asylfeindliche Bündnis bekommen. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) schloss sich der Demo von "Gepida" an und zog mit laut "Durchgezählt" 250 bis 300 anderen Menschen vom Theaterplatz bis zum Schlossplatz. Gepida steht für "Genervte Einwohner protestieren gegen Intoleranz Dresdner Außenseiter".

Eindrücke der Demonstrationen von Pegida und Gepida vom 29. Februar 2016

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"Ich freue mich, heute beim guten Dresden zu Gast sein zu dürfen", sagte die ehemalige Grünen-Chefin. "Die Würde des Menschen ist unantastbar", sagte sie im abendlichen Schneetreiben. Zudem stellte sie klar: "Das Grundgesetz gilt für alle, ob aus Damaskus oder aus Dresden" stammend.

Deutschland sei wieder "leicht entflammbar" sagte Roth und erinnerte daran, dass es auch in anderen Bundesländern fremdenfeindliche Vorfälle gibt. Die Debatte in Deutschland sei verroht, täglich würde die Grenze des anständigen Lebens überschritten. "Ich schenke denen nicht meine Angst", sagte sie in Richtung der Rechtspopulisten. "Wir stellen uns vor die Menschen, die Angst haben, die alles verloren haben", so Roth.

Im Gegensatz zu den beiden Vorwochen gab es im Umfeld der Gepida-Demo zweimal Ärger. Zunächst gab es zwischen Anmeldern und Polizei Unstimmigkeiten, wie groß das Versammlungsgelände sei. Als einige Gepida-Teilnehmer den von der Polizei bestimmten Bereich verließen, folgte eine Anzeige für die Versammlungsleiterin, teilte diese gegenüber den DNN mit.

Auch in Höhe Postplatz gab es kurz Ärger, als ein Gepida-Anhänger verbal mit sechs mutmaßlichen Pegida-Befürwortern in Streit geriet. Als einer der mutmaßlichen Pegida-Anhänger den Gegendemonstranten anrempelte, griff die Polizei ein, es folgte eine Anzeige für den Gepida-Teilnehmer, hieß es. Die Polizei, mit 286 Beamten im Einsatz, erwähnte beide Vorfälle am Abend nicht.

Pegida will mit AfD zusammenarbeiten

Bei Pegida nahmen laut der Gruppe "Durchgezählt" rund 2700 bis 3000 Menschen teil. Lutz Bachmann kündigte an, die Bewegung zu einer Partei zu machen. Auch eine gemeinsame Liste mit der Alternative für Deutschland (AfD) bei einer Wahl hält er für denkbar. „Es gibt derart große Schnittmengen, dass man über persönliche Befindlichkeiten hinwegsehen muss“, sagt Bachmann mit Blick auf eine mögliche Zusammenarbeit mit der Partei von Frauke Petry. Damit greift Bachmann die mehrfach von Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling ins Gespräch gebrachte Zusammenarbeit mit der Partei auf, die sich offiziell bisher streng von Pegida abgegrenzt hat, obwohl Dresdner AfDler regelmäßig auch zu den sogenannten Montagsspaziergängen der „Patriotischen Europäer“ gehen.

Zugleich bezeichnete Bachmann ehemalige Mitstreiter der Bewegung am Montag als „Verräter aus den eigenen Reihen“. Das zielte vor allem auf René Jahn, ehemals Mitglied der Pegida-Organisation. Jahn, der sich Anfang 2015 zurückgezogen hat, nachdem Bachmanns rechte Anti-Ausländer-Einträge bei Facebook bekannt geworden waren, versucht seit Wochen, mit Gesprächen unter anderem im Rahmen der Diskussionsreihe „Wie geht es weiter in Dresden?“ in der Kreuzkirche zum Dialog in der Landeshauptstadt beizutragen. Er habe „sich kaufen lassen“, behauptete Bachmann und nannte Jahn einen Lügner.

In der nächsten Woche findet in Dresden kein Pegida-Aufmarsch statt. Siegfried Däbritz rief die Teilnehmer dazu auf, in der kommenden Woche zur Demonstration nach Leipzig zu fahren.

Von Christoph Springer/Stephan Lohse

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