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Christvesper an der Dresdner Frauenkirche: Tillich fordert Bürger zur Solidarität mit Flüchtlingen auf

Christvesper an der Dresdner Frauenkirche: Tillich fordert Bürger zur Solidarität mit Flüchtlingen auf

Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) hat am Montag an das Schicksal von Flüchtlingen erinnert und an die Solidarität der Bürger appelliert. Bei der traditionellen weihnachtlichen Vesper an der Dresdner Frauenkirche rief er vor 20.000 Besuchern zugleich zur Verteidigung des Grundrechts auf Asyl auf.

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Zur 21. Christvesper, dem größten Gottesdienst unter freiem Himmel, an der Frauenkirche kamen wieder tausende Dresdner.

Quelle: dpa

„Man muss kein Christ sein, um das Recht auf Asyl für wichtig zu halten“, sagte Tillich. Hintergrund seiner Äußerungen sind Proteste gegen Asylbewerber in Sachsen. Die rechtsextreme NPD hatte in den vergangenen Wochen in Schneeberg und Leipzig wiederholt Stimmung gegen sie gemacht.

Tillich verwies darauf, dass Männer, Frauen und Kinder oft in höchster Lebensgefahr aus ihrer Heimat fliehen, um in Deutschland endlich Sicherheit zu finden. Er ging dabei auch auf das Schicksal von Flüchtlingen in der jüngeren deutschen Geschichte ein. Viele Deutsche seien aus der DDR in den Westen geflohen, um dort als freie Menschen zu leben. „Freiheit ist ein unteilbares Menschenrecht. „Unsere Freiheit wird nicht kleiner, wenn wir sie mit anderen teilen, sondern größer“, betonte er. Zuwanderung sei eine Bereicherung.

Der evangelische Landesbischof Jochen Bohl erinnerte an das Leid in Syrien. „Die Elendsbilder aus den Lagern der syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge nehme ich mit in diese Weihnachtstage. Wir wissen um die frierenden Kinder und die hilflosen Versuche ihrer Eltern, sie vor der Kälte des Wintereinbruchs zu schützen“, sagte der Bischof. Das Morden und Sterben dauere nun schon fast drei Jahre an und nichts sei besser geworden. Vielmehr habe sich der Konflikt ständig verschärft.

„Gut, dass Flüchtlinge auch in Deutschland Aufnahme finden können, aber angesichts der Möglichkeiten eines großen und reichen Landes wird man wohl doch sagen müssen, dass wir mehr tun könnten“, mahnte Bohl. Aus der Sicht des Glaubens sei es beschämend, dass vor sächsischen Flüchtlingswohnheimen feindselige Demonstrationen stattgefunden haben. „Wie gut, dass Bürgerinnen und Bürger der Hetze entgegengetreten sind und ein Zeichen der Mitmenschlichkeit gegeben haben.“

Etwa 20.000 Menschen besuchten nach übereinstimmenden Angaben von Polizei und Veranstalter die Christvesper, füllten den Dresdner Neumarkt von den Ausläufern des dortigen Weihnachtsmarkts bis zur Bühne zu Füßen der Frauenkirche. Damit sind zum inzwischen traditionellen Auftakt für die besinnliche Zeit in Dresden 3000 Menschen mehr gekommen als im Vorjahr, als Regen das gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern und Hören der Ansprachen und Predigten erschwerte. Die 1993 erstmals an den Trümmern der damals noch zerstörten Frauenkirche abgehaltene Christvesper gilt als größte gottesdienstliche Veranstaltung unter freiem Himmel in Deutschland.

Die gesamte Rede von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) können Sie hier lesen.

dpa

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