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Chip-Hersteller Infineon feiert 20-jähriges Bestehen in Dresden und setzt auf Größe

Chip-Hersteller Infineon feiert 20-jähriges Bestehen in Dresden und setzt auf Größe

Je größer ein Pfannkuchen, desto schwieriger ist er zu handhaben, wenn er nicht flach in der Pfanne liegt. Was aus der Küche bekannt ist, beschäftigte lange auch den Chip-Hersteller Infineon.

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Infineon feiert sein 20-jähriges Bestehen in Dresden. (Archivbild)

Quelle: dpa

Der wollte viele seiner Produkte auf größeren Siliziumscheiben (Wafern) herstellen, um mit den gleichen Arbeitsschritten mehr als doppelt so viel produzieren zu können. Das Problem: Im Gegensatz zu anderen Chips werden diese sogenannten Leistungshalbleiter auf mikroskopisch dünnen Wafern hergestellt. Und während bei dickeren Scheiben schon mit Durchmessern von 45 Zentimetern experimentiert wird, galten die dünnen Exemplare nur bis 20 Zentimeter Durchmesser als beherrschbar. Doch Infineon ist es als erstem Chip-Konzern gelungen, die dünnen Folien auch mit 30 Zentimetern Durchmesser zu zähmen.

Am Standort Dresden, der am Freitag sein 20-jähriges Bestehen feierte, ist die Produktion inzwischen angelaufen. Bis zu 30 Prozent niedriger könnten die Produktionskosten am Ende liegen, als mit den kleineren Scheiben, rechnet Infineon vor. Das ist im preislich hart umkämpften Halbleitermarkt ein echtes Brett. Und Branchenexperten ziehen den Hut: „Da können die wenigsten in der Industrie mithalten“, sagt Analyst Günther Hollfelder von der Baader-Bank. Mindestens zwei Jahre vor der Konkurrenz sieht sich Infineon. Und das dürfte noch konservativ geschätzt sein. Denn Hollfelder traut es nur ganz wenigen großen Wettbewerbern wie Toshiba oder STMicro überhaupt zu, bei diesem teuren Schritt nachzuziehen. „Aber kleinere Konkurrenten werden auf der Strecke bleiben“, sagt er.

Die Folge: In einigen Halbleiter-Bereichen könnten Anbieter ganz verschwinden. Diesen technologischen Vorsprung musste sich Infineon aber hart erarbeiten. Jahrelang investierte der Konzern hohe Summen - und musste die teuren Vorleistungen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stemmen. Rund 200 Millionen Euro wurden bislang in die 300-Millimeter-Technik investiert. Doch mit dem Anlauf der neuen Produktion scheint der schwierigste Teil überstanden: Infineon kann langsam aber sicher mit der Ernte beginnen - und lässt auch die Aktionäre davon profitieren. Die können schon für dieses Jahr auf bis zu 50 Prozent mehr Dividende hoffen. Denn ab dem nächsten Geschäftsjahr, das im Oktober startet, will Infineon seinen angepeilten Wachstumskurs mit weniger Vorleistungen halten können. Statt bislang 15 sollen im Schnitt nur noch 13 Prozent des Umsatzes investiert werden - bei den angepeilten Erlösen bedeutet das Einsparungen von bald 100 Millionen Euro.

Für Analysten ist dieser neue Ausblick, den Infineon Anfang Mai festzurrte, ein Beleg, dass der Konzern bei der Umsetzung gut vorankommt und die größten Risiken umschifft sein dürften. Dabei werden bislang erst zwei Bauteile auf Basis der neuen Technologie hergestellt - und bis die wichtigste Sparte mit Halbleitern für die Autobranche profitiert, dürften es auch noch eine Zeit dauern.

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Ein Chip von Infineon.

Quelle: Matthias Hiekel

In den kommenden Jahren sind dafür weitere Investitionen von mehreren hundert Millionen Euro geplant. Insgesamt erwirtschaftet die Infineon AG etwa 50 Prozent des Umsatzes mit Leistungshalbleitern. Darüber hinaus wurde die seit 1994 existierende 200-mm-Fabrik stetig modernisiert. Der Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies AG, Dr. Reinhard Ploss, sagte: „Durch gemeinsame Anstrengungen haben Politik und Wirtschaft es geschafft, dass Dresden zu Silicon Saxony geworden ist. Hier konzentrieren sich führende Unternehmen und universitäre sowie außeruniversitäre Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen – das ist einzigartig in Europa. Die aktuellen Investitionen unterstreichen unser Vertrauen in Deutschland und Dresden als den richtigen Ort für Hightech.“

Zum 20-jährigen Jubiläum ist auch die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, nach Dresden gekommen. Sie hob hervor, dass Deutschland als Industrienation auf Innovationen angewiesen ist: „Wir müssen unseren Spitzenplatz als Exporteur von forschungsintensiven Hightech-Produkten halten. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sagte: „Wir sind stolz und dankbar, dass das Unternehmen seit zwei Jahrzehnten auch in Sachsen zu Hause ist, im Land der Erfinder und Ingenieure. Die Ansiedlung war ein Glücksfall und mitentscheidend dafür, dass die Region Dresden heute Europas größter Mikroelektronik-Cluster ist und jeder zweite auf dem Kontinent gefertigte Chip aus ´Silicon Saxony´ stammt.“

Max-Morten Borgmann, dpa / dbr

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