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Chinesischer Pavillon auf dem Weißen Hirsch soll 2013 saniert sein

Chinesischer Pavillon auf dem Weißen Hirsch soll 2013 saniert sein

Im Jahr 2012, spätestens 2013 soll der chinesische Pavillon auf dem Weißen Hirsch saniert sein und der regelmäßige Veranstaltungs- und Restaurantbetrieb starten.

Das kündigte Malte von Bargen an, der Vorsitzende des Fördervereins. Die Rekonstruktion des 100-jährigen Bauwerks kostet aber wegen schwerer Wasser- und Brandschäden ein Fünftel mehr als gedacht: rund 1,2 Millionen Euro. "Etwa eine halbe Million Euro Spenden brauchen wir noch", sagt von Bargen.

Von Heiko Weckbrodt

Von dem Feuer, das den Pavillon in der Nacht zum 28. August 1997 verheerte, ist von der Bautzener Landstraße aus rein gar nichts mehr zu sehen: Von außen thront wieder ein sehr ansehnliches fernöstliches Häuschen auf dem frischvermauerten Sockel. Drinnen indes sind die Spuren des mysteriösen Brandes erkennbar: Das helle Holz der neuen Dachbalken kontrastiert mit jenen angekohlten, aber stabilen Balken, die die Zimmermänner für erhaltenswert erachteten - ein faszinierender Effekt. "Wir sind am Überlegen, ob wir das abschrubben oder nicht", sinniert von Bargen. "Würd ich nicht machen - das hat so einen Frauenkirchen-Effekt", rate ich. Der pensionierte Anwalt nickt, meint dann aber: "Man wird sehen, das muss der Verein entscheiden."

Viereinhalb Jahre ist es her, da begann der Verein "Chinesischer Pavillon zu Dresden" mit dem Wiederaufbau. Das wohl einzige original chinesische Bauwerk in Mitteleuropa verdiene eine besseres Schicksal, als dem Verfall entgegenzudämmern, hieß es.

Was von Bargen und seine Mannen seitdem geschafft haben, verdient Respekt: Zuerst reparierten sie das Dach. Dann erneuerten sie die Fenster - "alles Einzelanfertigungen wegen der ganz eigenen chinesischen Bauweise", wie von Bargen erklärt. Kleine Bronzeplaketten künden von den Spendern. Die kalte Dusche kam, als der Verein das Sockelgeschoss anging: "Wir haben erhebliche Wasserschäden entdeckt und mussten viel mehr neu machen als gedacht", erzählt von Bargen. Inzwischen hat der Innenausbau im Sockel begonnen, wo nun eine große Küche, Personalgarderobe und Gästetoiletten entstehen.

Als nächstes will der Verein den Plattenumgang ringsum wiederherstellen und dann die originale grüne Bemalung der Brüstung. "Da hat jeder Gastronom über die Jahre hinweg eine andere Farbe draufgestrichen", so von Bargen. "Es hat lange gedauert, bis die Restauratoren die ursprüngliche Schicht fanden." Ein Job für die Restauratoren wird auch der folgende Akt sein, wenn die originalen Säulen, Kapitellfächer und Bemalungen rekonstruiert werden. "Da hoffen wir noch auf Einzelspenden, das wird leider nicht ganz billig", weiß der Vereins-Chef.

Wie der Pavillon in ein, zwei Jahren, wenn alles fertig ist, genutzt werden soll, darüber haben er und seine Vereins-Mitstreiter klare Vorstellungen: "Wir glauben, dass sich hier etwas Besonderes entwickeln kann", sagt von Bargen. "Dies soll eine Begegnungsstätte von deutscher und chinesischer Kultur werden mit Wechselausstellungen, Vorträgen und Lesungen." Finanzieren soll sich das aus dem Restaurant, das in den Pavillon geplant ist. Der Verein hofft auch da, einen besonderen Wirt zu finden, der deutsche wie fernöstliche Küche anbietet, gelegentlich auch Teezeremonien oder ein Lesecafé.

Ein wenig wird von Bargen nachdenklich über seiner Schwärmerei. "So ein Projekt wird nie ganz fertig", meint er. "Ich bin jetzt über 80 - wer weiß, ob ich das überhaupt noch erlebe." Aber wenn der Pavillon in ein, zwei Jahren offiziell öffnet, dann sei das doch schon ein großer Erfolg, ein Beweis, dass sich all die Mühen gelohnt haben, halte ich ihm vor. "Ja", sagt der alte Anwalt und überlegt. "Ja, das stimmt wohl."

Mehr Infos: www.chinesischer-pavillon.de; Spendenkonto: Chinesischer Pavillon zu Dresden e. V., Ostsächsische Sparkasse Dresden, BLZ: 850 503 00, Konto: 320 002 75 08

1911: China baut als Beitrag zur 1. Internationalen Hygieneausstellung einen chinesischen Expo-Pavillon in Dresden.

1912: Die Gemeinde Weißer Hirsch kauft den Pavillon für 7000 Goldmark, verlagert ihn in den Rathausgarten und richtet ein Lesecafé ein. Das Haus erhält einen Sockel.

1913: Pfunds Molkerei öffnet im Sockelgeschoss eine Milch-Trinkkur-Halle.

1951: Der Pavillon wird zum HO-Lokal.

1961: Der Dresdner Verlag "Zeit im Bild" etabliert ein Lese-Café.

1992: Mit dem "Jasmin" öffnet hier das erste chinesische Restaurant in Dresden.

1997: Der Pavillon brennt aus.

2005: Der Verein "Chinesischer Pavillon zu Dresden" gründet sich.

2007: Sanierung durch Spenden startet.

2012/13: Geplante Wiedereröffnung

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.10.2011

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