Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Google+
Chinesische Mediziner aus Suzhou hospitieren im Städtischen Krankenhaus Friedrichstadt

Chinesische Mediziner aus Suzhou hospitieren im Städtischen Krankenhaus Friedrichstadt

Internationales Flair im OP-Saal im Städtischen Krankenhaus Friedrichstadt: Auf Englisch werden die Anweisungen gegeben, Absprachen gemacht, gibt es einen Austausch über den klinischen Fall.

Voriger Artikel
99 Prozent zufriedene Dresdner – Stadt landet in Studie auf Platz 1
Nächster Artikel
Drohendes Ende der Berufshaftpflicht - Dresdner Hebammen fürchten um Existenz

OP-Schwester Bärbel Haufe vom Städtischen Krankenhaus Friedrichstadt zeigt ihrer Kollegin aus Fernost, Wang Mindan, wie sie die Klemme zur Blutstillung verwendet. Drei Mediziner aus der chinesischen Provinz Jiangsu hospitieren derzeit in ihrer Partnerklinik in Dresden.

Quelle: Carola Fritzsche

Denn Dr. Markus Grebe, Chefarzt der Frauenklinik, hat dieser Tage einen außergewöhnlichen Assistenten - den chinesischen Kollegen Dr. Zhu Ting aus dem städtischen Krankenhaus der Stadt Suzhou. Während die beiden Gynäkologen mit letzten Tätigkeiten gerade eine Operation am Unterleib einer Patientin abschließen, beugen sich zwei Schwestern im grünen und blauen Kittel über eine Art Schere, durch die ein Schlauch gefädelt ist. Während die eine auf Deutsch die Gebrauchsweise mit "so, so und so" kommentiert, nickt die andere immer wieder zustimmend.

"Das ist eine blutstillende Klemme, per Ultraschall werden damit die Gefäße verschorft", übersetzt OP-Schwester Bärbel Haufe die nonverbale Fachsimpelei zwischen ihr und der OP-Schwester Wang Mindan. Die 28-Jährige gehört zur chinesischen Delegation, die von Januar bis März im Krankenhaus Friedrichstadt zu Besuch ist. Bereits während der ersten Wochen habe sie viele schöne Eindrücke bekommen und viele neue Ideen. "Die deutsche Medizin hat weltweit ein hohes Ansehen", sagt die Chinesin. Überhaupt sei es ihre erste Reise ins Ausland, wie sie erzählt.

23 Kliniken und Institute, 1800 Betten, 2000 Mitarbeiter

Initiiert vom Sächsischen Sozialministerium besteht zwischen Dresdens städtischen Krankenhäusern in Friedrichstadt und Neustadt und dem Hospital der Provinz Jiangsu seit einiger Zeit eine Partnerschaft, die auch einen Kollegen-Austausch beinhaltet. Gerade sind ein Gynäkologe, ein Kardiologe und eine OP-Schwester in der Dresdner Klinik zu Gast. Sie interessieren sich insbesondere für die modernen Operationstechniken und die hochtechnisierte Intensivpflege.

Das impliziert jedoch nicht, dass das chinesische Gesundheitssystem rückständig ist. So arbeiten sowohl China als auch Deutschland mit dem deutschen "Storz"-OP-System, das minimal-invasive Eingriffe ermöglicht. Das kommunale Krankenhaus in Suzhou, etwa 100 Kilometer von Shanghai entfernt, ist zudem größer als der Dresdner Kooperationspartner. 23 Kliniken und Institute mit insgesamt 1800 Betten umfasse es, über 2000 Mitarbeiter seien dort beschäftigt, berichtet Zhu Ting. "14 000 Babys kommen im Hospital jährlich zur Welt, in der Gynäkologie führen 29 Ärzte pro Jahr etwa 4000 Operationen durch", sagt der 45-jährige Arzt. Dagegen zählt das Krankenhaus Friedrichstadt 15 Kliniken mit 940 Betten und 1800 Mitarbeitern.

Die Verständigung zwischen den Deutschen und Chinesen laufe ganz unkompliziert, freut sich Zhu Ting. Der Vorteil sei, dass die jüngeren Ärzte im Krankenhaus Friedrichstadt alle fließend Englisch sprechen. Nur bei den älteren hapert's manchmal. "Die sprechen eher Russisch", ergänzt Markus Grebe. Was der Frauenklinik-Chef seinem Kollegen aus Fernost etwas neidet, ist, dass er kaum Papierkram selbst erledigen muss. Das ist das, was nach Grebes Aussage den Hauptteil seiner Arbeitszeit im deutschen Versorgungssystem frisst. Für die Dokumentation hat Zhu Ting in China einen Assistenz-Arzt, der sich darum kümmert.

Die chinesischen Mediziner wollen während ihres Aufenthalts in Dresden nicht nur arbeiten, sondern die Wochenenden für Ausflüge nutzen, um Deutschland besser kennen zu lernen. "Ich möchte nach Berlin und München fahren", hat sich Zhu Ting vorgenommen. Auch interessiere ihn der deutsche Alltag und natürlich werde er einige typisch deutsche Produkte in seine Heimat mitnehmen - Milch zum Beispiel. Eigene Erfahrungen haben die Chinesen bereits mit dem reichhaltigen deutschen Essen gemacht. "High protein and very huge!", sagt Zhun Ting und lacht.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.02.2014

Madeleine Arndt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
17.10.2017 - 09:37 Uhr

Dynamo-Coach Uwe Neuhaus kann sich derzeit vor personellen Alternativen kaum retten. Wer kommt in die Startelf, wer auf die Bank, wer muss auf die Tribüne?

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.