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Chinesen schmieren bald mit Elaskon - Der Firmenchef im DNN-Interview

Chinesen schmieren bald mit Elaskon - Der Firmenchef im DNN-Interview

Frage: Sie sind 1992 aus dem Westen nach Dresden gekommen. Karl Schwald: Es war kalt an diesem Tag und aus den undichten Rohren pfiff überall der Wasserdampf.

Frage: Sie sind 1992 aus dem Westen nach Dresden gekommen. Was dachten Sie, als Sie Elaskon zum ersten Mal sahen?

Karl Schwald: Es war kalt an diesem Tag und aus den undichten Rohren pfiff überall der Wasserdampf. Mein erster Eindruck war: Die haben tolle Qualitätsprodukte entwickelt, aber kann man sie die auf diesen Anlagen auch produzieren? Nein, das konnte ich mir nicht vorstellen.

Nach sieben Jahren als angestellter Geschäftsführer haben Sie Elaskon Ende 1999 als Eigentümer übernommen. Warum?

Ich wollte schon lange in die Selbstständigkeit. Die Firma Elaskon und deren Mannschaft haben mich überzeugt. Sicher spielten auch die Aufbruchstimmung nach der Wende eine Rolle.

Haben Sie viel Mitleid oder gar Spott von Freunden und Verwandten daheim im Allgäu geerntet, so nach dem Motto: Warum bindest Du Dir diese "alte Ostbude" ans Bein?

Da gab's wirklich zuerst viel Unverständnis, warum ich einen weichgefederten Geschäftsführer-Posten aufgebe. Das hat sich aber sofort geändert, als die uns in Dresden besuchten und sahen: Wir haben hier erfolgreich eine Nische mit Alleinstellungsmerkmalen gefunden und ein topmodernes Unternehmen aufgebaut. Jetzt steht Elaskon ja solide da.

Aber ich könnte mir vorstellen, dass Sie in der Anfangszeit manchmal schlaflose Nächte hatten...

...davon gab es viele, vor allem in der Phase, als wir noch wenig Umsatz gemacht, aber viel in Anlagen und Grundstücke investiert haben. Da lag ich oft nachts wach und dachte: Du gehst hier ganz schöne Wagnisse ein.

Haben sich die Mühen gelohnt?

Auf jeden Fall. Wir haben uns Schritt für Schritt hochgearbeitet. Und wir haben es geschafft, ohne Konzernbeteiligung auszukommen und ein Familienbetrieb zu bleiben.

Was war das Erfolgsrezept?

Elaskon hatte und hat klasse Fachleute und schon zu DDR-Zeiten echte Qualitätsprodukte entwickelt. Bei der Beseitigung der Altlasten auf dem Grundstück hat uns der Freistaat geholfen. Mein Part war es, für eine moderne Vermarktung zu sorgen und die Leute immer motiviert zu halten, denke ich.

Was haben sie in nächster Zeit vor?

Wir wollen das alte Labor und die alte Werkstatt abreißen und dort 2013/2014 eine 2500 Quadratmeter große Lager- und Abfüllhalle bauen. Die Investition wird bei 1,5 bis zwei Millionen Euro liegen. Bis 2015 möchten wir auf 30 Millionen Euro Umsatz kommen - noch ohne das China-Projekt.

China?!

Zum 1. Januar nächsten Jahres gründen wir dort eine eigene Firma, "Elas- kon China', um auf dem chinesischen Markt richtig Fuß zu fassen. Starten wollen wir mit sechs Leuten. In fünf Jahren sehe ich uns dort bei 20 bis 30 Mitarbeitern.

Sie wollen doch nicht etwa die Produktion nach China verlagern?

Ganz deutlich: Nein! Anfangs wird es in China ein Lager und den Vertrieb geben. Später produzieren wir dort auch ein paar Vorprodukte. Und wir werden Elaskon-Pflegestationen wie in Europa einrichten - erst mal testweise, um zu sehen, ob der Chinese das annimmt. Aber unsere Kernprodukte, unser Know-How, unser Schwerpunkt - all das bleibt in Dresden. Aus meiner Sicht kann heute kein Mittelständler, der Export betreibt, den asiatischen Markt ignorieren. Und wenn sie dort nicht wenigstens ein paar Basisprodukte fertigen, werden sie nie über kleine Absatzmengen hinauskommen.

Nur so aus Interesse: Pflegen Sie ihr eigenes Auto auch mit Elaskon?

Ich fahre einen Mercedes-Geländewagen und der wird selbstverständlich mit Elaskon gepflegt.

Elaskon

Geschäftsfelder: Produktion und Vertrieb von Spezialchemikalien (Seilschmierstoffe, Trennmittel) sowie Betrieb eines Auto-Pflegenetz für K60-Konservierungsmittel

Umsatz: 23,5 Mio. Euro (2011), 60 Prozent Exportquote Personal: 71 Angestellte

Kurzhistorie: 1928 als Fa. Richter gegründet, 1972 als VEB Elaskonwerk Dresden verstaatlicht, 1992 reprivatisiert, seit 1999 im Eigentum von Karl Schwald

www.elaskon.de

Im September verleihen die "Dresdner Neuesten Nachrichten" mit dem Wirtschaftsministerium, der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, der Hand- werkskammer sowie der "In- dustrie- und Handelskammer" den Wirtschaftspreis "So geht' s aufwärts" für besonders pfiffige und erfolgreiche Unternehmer. Die zehn Nominierten stellen wir im Laufe des Sommers vor. Diesmal hat DNN-Redakteur Heiko Weckbrodt den 54-jährigen Elaskon-Chef Karl Schwald über dessen Erfolgsrezepte und die Expansionspläne der Dresdner Chemiefirma in China befragt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.07.2012

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