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Chance für zuckerkranke Kinder

Dresdner Pilotstudie „Freder1k“ Chance für zuckerkranke Kinder

Kein Kind in Sachsen soll mehr an „Typ-1-Diabetes“ sterben. Dafür soll die weltweit einzigartigen Studie „Freder1k“ sorgen. Ärzte aus Dresden und Leipzig wollen dabei möglichst allen Eltern im Freistaat neuartige Gen-Tests und Hilfen anbieten.

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Angela Hommel testet im Labor eine Blutprobe auf Typ-1-Diabetes

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Kein Kind in Sachsen soll mehr an „Typ-1-Diabetes“ sterben oder wegen dieser Immunsystem-Fehlfunktion auf die Intensivstation müssen. Dieses Nah-Ziel haben sich Mediziner aus Dresden, Leipzig, München und Hannover gesteckt. Im Zuge der weltweit einzigartigen Studie „Freder1k“ wollen sie in zahlreichen Kliniken möglichst allen Eltern im Freistaat neuartige Gen-Tests und Hilfen anbieten. „Typ 1 ist nicht heilbar, aber behandelbar“, betonte Professor Wieland Kiess vom Uniklinikum Leipzig am Freitag beim „Freder1k“-Auftakt in Dresden.

Typ-1-Diabetes ist eine Variante der Zuckerkrankheit, die vor allem bei Babys und Kleinkindern auftritt. Dabei missversteht das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse als „Feinde“ und zerstört sie.

Diese Krankheit bleibt oft jahrelang unerkannt, um dann umso heftiger auszubrechen. In besonders schlimmen Fällen erleiden die kleinen Patienten plötzlich eine Blut-Übersäuerung beziehungsweise eine sogenannte „Stoffwechsel-Entgleisung“. Dann müssen sie sofort auf die Intensivstation. Andernfalls drohen ihnen irreparable Hirn- und andere Organschäden. In – sich nun leider häufenden – Extremfällen sind auch bereits Kinder an solchen Stoffwechsel-GAUs gestorben. Vor vier Monaten kam dadurch ein Kind in Leipzig zu Tode, nachdem mehrere Organe auf einmal versagt hatten.

Diabetes-1 ist, obwohl häufig nicht richtig oder erst zu spät diagnostiziert, alles andere als eine seltene Autoimmun-Krankheit: Etwa drei Prozent aller Kinder haben Risiko-Gene für Typ-1-Diabetes. In Sachsen werden etwa 250 neuerkrankte Kinder jedes Jahr verzeichnet, bundesweit zwischen 2000 und 3000 Kinder.

Zudem breitet sich diese Krankheit seit einiger Zeit aus: Die Fallzahlen klettern derzeit jährlich um drei Prozent. „Die genauen Ursachen sind uns nicht bekannt“, sagte Professorin Anette Ziegler vom Helmholtz-Zentrum München, das die neuen Früherkennungs-Tests entwickelt hat. „Aber vieles deutet darauf hin, dass da mehrere Umweltfaktoren eine Rolle spielen, die nur im Alter bis zwei oder vier Jahren wirken.“

Die Studie soll nicht nur die Ursachen für die rätselhafte Diabetes-Häufung unter Kleinkindern klären, sondern auch zu Therapien führen, die den Kampf des Immunsystems gegen die eigene Insulinproduktion im Kinderkörper stoppen. Ist diese erste Phase in Sachsen erfolgreich, soll das Programm auf andere Bundesländer und ab 2018 schrittweise auf ganz Europa ausgedehnt werden.

Die Startphase in Dresden und Leipzig finanziert die US-amerikanische Helmsley-Stiftung mit einer Million Euro. Um „Freder1k“ europaweit auszurollen, wären etwa 50 Millionen Euro nötig, schätzt Studienleiter Prof. Ezio Bonifacio vom Zentrum für regenerative Therapien Dresden (CRTD). Auch Prof. Ziegler setzt auf eine internationale Strahlkraft der Studie: „Die Welt schaut auf Sachsen.“

So wird getestet:

Wenn die Eltern einverstanden sind, nehmen die „Freder1k“-Ärzte dem Baby einen Blutstropfen am Fuß ab. Stellt ein Labor in der Blut-Probe Diabetes-Risiko-Gene fest, folgt eine Betreuungs- und Beratungs-Phase für Eltern und Kind mit weiteren Früherkennungs-Tests und Hilfen bis hin zu Insulin-Spritzen, wenn dies notwendig werden sollte.

Anzeichen für Typ1-Diabetes:

Plötzliche Gewichtsabnahme

Müdigkeit und geringe Leistungsfähigkeit

Starker Durst

Ständiger Harndrang

Trockene Haut und Schleimhaut, rissige Lippen

Mehr Infos: Eltern-Ratgeber„Freder1k“, crt-dresden.de

Von Heiko Weckbrodt

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