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Chance für das Dresdner Schillerhäuschen

Chance für das Dresdner Schillerhäuschen

Das Schillerhäuschen steht heftig in der Kritik. Es verfällt immer mehr, meinen die Bürgerstiftung Dresden und ehrenamtliche Betreiber. Auch Besucher des kleinsten Dresdner Museums beklagten im Gästebuch einen desolaten Zustand.

Gisbert Porstmann, Direktor der städtischen Museen, bestätigte ebenfalls Beschwerdebriefe. Eine weitere Öffnung sei unter den Umständen vakant, hieß es jetzt (DNN berichteten).

Neueste Hiobsbotschaft: Der private Eigentümer der Immobilie will den Mietvertrag mit der Stadt kündigen. Das teilte er der Bürgerstiftung mit. Er ist verärgert über die öffentlich kommunizierten Vorwürfe betreffs der Erhaltung des Gebäudes und fühlt sich wohl gelegentlich auch durch Publikum gestört. Das Aus für die Dresdner Schillergedenkstätte, die - so winzig sie ist und so wenig sie offiziell beworben wird - schon Schillerfreunde aus 19 Ländern begrüßen konnte?

Gestern trafen sich die Beteiligten zum Krisengespräch. Es war offenkundig dringend notwendig, denn die Gemengelage des Konstrukts Schillergedenkstätte ist kompliziert. Dieses beruht auf einer Dreierkooperation. Privater Eigentümer des Grundstücks Schillerstraße 19, einschließlich des kleinen Pavillons ist das Ehepaar Sabine und Dr. Axel Zehe. Die Familie lebt nach Aussage von Sabine Zehe seit den 1980er Jahren auf dem Grundstück. 2001 habe ihr Mann das Objekt im Rahmen einer Restitution erworben. Das damals städtische Schillerhäuschen gehörte unglücklicherweise dazu, wie man heute in Anbetracht der schwierigen Situation feststellen muss. Sollte der Eigentümer den Pavillon einmal selbst nutzen wollen, müsste sich die Stadt wohl von Schiller verabschieden.

Mieter der Gedenkstätte ist das Stadtmuseum. Die Bürgerstiftung half finanziell und machte mit engagierten Ehrenamtlichen den Betrieb seit der Wiedereröffnung im Mai 2005 überhaupt erst möglich. Fast 10000 Euro steckte die Stiftung bisher in das 21-Quadratmeter-Museum. 7500 Euro gesammelter Spendengelder sollen in die denkmalgerechte Innensanierung fließen - wenn es die Substanz des Hauses erlaubt.

An diesem Punkt gab es bisher Zweifel. Winfried Ripp, Geschäftsführer der Bürgerstiftung, ärgerte sich darüber, dass die Eigentümer das Kulturdenkmal trotz einiger Maßnahmen nicht wie versprochen saniert hätten. So fließe Wasser auf das Haus zu und es bestehe Unfallgefahr. Auch werden der schlechte Zustand der Außentür, die defekte Fensterverriegelung, abfallender Deckenputz und anderes bemängelt. Trotz dieser Bedingungen haben die Ehrenamtlichen immer zur Stange gehalten, betonte Christa Hanusch. Sie war selbst jede Saison dabei und hat jährlich über 100 Dienste absolviert.

Nach einer Besichtigung mit der Denkmalpflege konnte Porstmann gestern Entwarnung geben: Die Substanz sei nicht gefährdet und das Häuschen trocken. Fehlender Außenputz im Sockelbereich diene der Entsalzung des Gebäudes. Nun sollen Messungen im Innenraum erfolgen. Eines stellte er jedoch klar: "Steuergelder können für den Erhalt von privatem Eigentum nicht aufgewendet werden." Auch habe er weder Personal, noch Geld für den Betrieb des Museums. Manfred Wiemer, Leiter des Amtes für Kultur und Denkmalschutz, unterstrich, dass die Denkmalpflege nur eingreifen könne, wenn Gefahr im Verzug ist. Das aber sei hier nicht der Fall.

Somit liegt der Ball weiter bei Familie Zehe. Sie kann Fördermittel für die Sanierung des Kulturdenkmals beantragen und dann mit der Unterstützung der Stadt rechnen. Mehr kann Dresden für sein kleinstes Museum nicht tun, ausgenommen die Überarbeitung der Ausstellung, die gegenwärtig nicht zur Disposition stand. Eine eigene Stiftung für das Schillermuseum oder ein Verkauf - laut Ripp gab es bereits ein konkretes Angebot - kommt für den Eigentümer nicht in Frage. Sabine Zehe bekräftigte den Verbleib in Familienbesitz. Die Kündigung jedoch wollte sie als Kurzschlussreaktion gewertet wissen und schlug stattdessen für den künftigen Museumsbetrieb eigenes Personal ihrer Rechtsanwaltskanzlei oder durch das Ortsamt vor.

Auch Ripp zeigte sich bereit, nach weiteren ehrenamtlichen Betreuern zu suchen. Die 7500 Euro für die Innensanierung stünden auf Abruf bereit, sagte er. So darf man gespannt sein, was bis zur Saisoneröffnung Ostern 2015 geschehen ist und wie es danach weitergeht.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.10.2014

Genia Bleier

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