Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Google+
Centrum-Galerie: "Ein Einkaufszentrum ist kein Wohnzimmer"

Centrum-Galerie: "Ein Einkaufszentrum ist kein Wohnzimmer"

Peter Kulka: Nein. Sie haben die von Fachleuten gelobte Architektur lange verteidigt, nun wird mit Ihrer Hilfe umgebaut.

Voriger Artikel
Dresdner Flutschutz: Die Hälfte ist geschafft
Nächster Artikel
Neuer Dresdner Gewerbehof entsteht 2014

Peter Kulka

Frage: Ist die Centrum-Galerie das erste durch Ihr Büro realisierte Einkaufszentrum?

Peter Kulka: Nein.

Sie haben die von Fachleuten gelobte Architektur lange verteidigt, nun wird mit Ihrer Hilfe umgebaut. Ist das schon einmal einem Ihrer Projekte widerfahren und wie fühlt man sich dabei?

Ich muss hier klarstellen: Der damalige Bauherr war Multi Development. Er war von der Stadt gebeten worden, einen Fassadenwettbewerb auszuloben, den unser Büro gewonnen hat. Sowohl der Umriss als auch der Grundriss waren von dem erfahrenen Bauherrn vorgegeben. Dem haben wir bereits im Wettbewerb widersprochen. Das Grundstück war zu breit, um mit einer Mall auszukommen. So haben wir bereits im Wettbewerb einen Grundriss mit zwei Malls vorgeschlagen, was zu einer kleinteiligeren Struktur und einem direkten Kontakt aller Ladeneinheiten zum Bewegungsraum führte. Der Bauherr ging zunächst darauf ein, hat aber während der Planung diesen Vorschlag wieder verworfen. Dies führte zu einem der Hauptprobleme, nämlich zu versteckten Läden, die nicht direkt am Verkehrsweg liegen. Dies ist ein Struktur-, aber kein Architekturfehler.

Passen ein großzügiger Entwurf und praktische Nutzung vielleicht einfach nicht zusammen?

Doch, es passt wohl zusammen. Beides geht im besten Fall eine Symbiose ein.

Oder ist Dresden eben doch zu provinziell, um mit dem andersartigen Einkaufszentrum richtig umzugehen?

Die Stadt ist dabei, sich zu verändern. Das macht Hoffnung.

Die langen Rolltreppen und die Pavillons sollen jetzt raus. Gerade diese Elemente aber wurden als stilprägend hervorgehoben-

Die langen Rolltreppen sind ein direkter Weg, auf dem man frei entscheiden kann und nicht geführt wird. Das hat sich in Dresden als ein Problem herausgestellt. Verkaufspsychologisch wünscht man sich einen geführten Weg vorbei an allen Geschäften, die dann unmittelbar zum Kauf animieren können. Das wird nun geändert. Der großzügige Gesamteindruck der Mall wird allerdings dadurch wenig beeinflusst. Neue Attraktionen wie zum Beispiel eine bespielbare und veränderbare Eventfläche im Herzen der Galerie und die transparenten zweigeschossigen Schaufenster entlang der Galerie werden eine neue Attraktivität schaffen.

Was soll noch alles anders werden?

Vor allem die inhaltliche Bestückung und die Attraktivität der Läden und insbesondere des Angebots werden darüber entscheiden, ob die Galerie nach dem Umbau angenommen wird.

Welche Umgestaltungen würden Sie niemals billigen?

Es "nett" und "gemütlich" zu machen. Ein Einkaufszentrum ist kein Wohnzimmer. Im Inneren der Läden entscheiden die Mieter selbst, wie ihr Laden anziehend wirken soll.

Bleibt die Centrum-Galerie am Ende ein "echter Kulka"?

Solch ein Bauwerk ist immer das Produkt unterschiedlichster Kräfte und Akteure und es braucht dafür Teamgeist. Es muss herausgefunden werden, was ist richtig, was funktioniert und was nimmt die Menschen mit. Über die Auswahl des Angebotes und die Verteilung im Haus entscheidet das Centermanagement.

Wo kaufen Sie übrigens selbst gern ein?

Wo Angebot und Qualität stimmen. Wo eine besondere Atmosphäre herrscht. Wo es einen guten Service gibt. Interview: Genia Bleier

Die erst drei Jahre "junge" Centrum-Galerie wird bis Frühjahr 2013 umgebaut. Sie hat den Praxistest nicht bestanden. Trotz verschiedener Korrekturen blieben die Kundenströme hinter den Erwartungen zurück. Das Bauwerk am Ort des alten Centrum-Warenhauses wurde als "Kathedrale des Konsums" gelobt. Die moderne Architektursprache Prof. Peter Kulkas (u.a. sächsischer Landtag, Kuppel Dresdner Schloss, Fassade Stadtschloss Potsdam), die sich vom Äußeren ins Innere fortsetzt, fand viel Anerkennung. Dennoch gähnte häufig Leere im Shoppingcenter. Jetzt soll es einen Neuanfang geben. Kulka selbst hat die Umgestaltung mit dem Eigentümer geplant. Der Architekt denkt dabei auch an inhaltliche Veränderungen durch mehr Veranstaltungen. DNN sprachen mit Peter Kulka.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.08.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.