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CG Gruppe startet neues Verfahren für das „Palais Riesch“ am Neumarkt

Streit um Fassade CG Gruppe startet neues Verfahren für das „Palais Riesch“ am Neumarkt

Der Investor CG Gruppe AG hat eine Rekonstruktion des „Palais Riesch“ am Neumarkt kategorisch ausgeschlossen. Gleichzeitig läutete das Unternehmen einen neuen Fassadenwettbewerb für das „Riesch“ auf der Rampischen Straße direkt am Polizeipräsidium ein.

So stellt sich die GHND das Palais Riesch vor – der Investor winkt aber ab.

Quelle: GHN Dresden

Dresden..  Der Investor CG Gruppe AG hat eine Rekonstruktion des „Palais Riesch“ am Neumarkt kategorisch ausgeschlossen. Gleichzeitig läutete das Unternehmen einen neuen Fassadenwettbewerb für das „Riesch“ auf der Rampischen Straße direkt am Polizeipräsidium ein. Auf einer Jurysitzung am 26. Mai soll die Entscheidung über das Aussehen des „Palais Riesch“ fallen.

Das „Riesch“ im hinteren Bereich des „Palais Hoym“ habe überwiegend der Unterbringung von Kutschen, Pferden und Gesinde gedient, so CG-Projektentwickler Jens Funck. „Es war äußerlich geprägt von niedrigen Geschosshöhen und kleinen Fenstern. Eine historische Fassade mit herausragender städtebaulicher Bedeutung ist nicht belegt.“ Eine zeitgenössische Nutzung des Gebäudes sei mit historischer Fassadengestaltung nicht möglich.

Bald soll das Q III/2 am Neumarkt bebaut werden. Jetzt wurden die Fassadenentwürfe präsentiert.

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Ende Januar hatte die CG Gruppe den modernen Entwurf der Dresdner Architekten Dähne & Pfau vorgestellt, der sich in einem ersten Wettbewerb durchgesetzt hatte. Der Entwurf stieß auf starke Ablehnung im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau sowie in Teilen der Bürgerschaft. Deshalb leitete der Investor ein ergänzendes Verfahren unter Betreuung des Büros Horst-Schubert Architekten aus Dresden ein. Zehn renommierte nationale und internationale Büros sollen Entwürfe für das Riesch vorlegen, die einen Ausgleich zwischen Tradition und Moderne schaffen sollen.

Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) hält an einer Rekonstruktion des historischen „Riesch“ fest. Wenn die CG Gruppe AG aus wirtschaftlichen Gründen das Gebäude nicht rekonstruieren wolle, solle sie es an einen Investor verkaufen, der die Fassade wiederherstellt, forderte GHND-Vorsitzender Torsten Kulke. „Der Verkauf einzelner Projektbereiche an Dritte ist im Gesamtvorhaben nicht vorgesehen“, erklärte CG-Vorstand Jürgen Kutz. Das von der GHND angekündigte Angebot eines künftigen Investors sei bis heute nicht eingegangen.

Architektur-Professor Thomas Will von der TU Dresden mahnte in seinem Einführungsvortrag die am Wettbewerb beteiligten Kollegen, nach einem Kompromiss zu suchen. Es gehe um Übersetzerarbeit. „Wir müssen die Formensprache des historischen Neumarkts verstehen lernen und in die heutige Zeit übertragen.“ Es seien aber auch die modernen Anforderungen an ein Gebäude zu beachten. „Graf Brühl wird dort nicht mehr einziehen“, so Will, der den Wiederaufbau des Neumarkts als „Experiment“ bezeichnete. „Ich halte es überwiegend für gelungen.“

Proteste gegen den modernen Entwurf unter anderem von Prominenten bezeichnete der Hochschullehrer als „extrem anmaßend“. „Ich würde mir auch nicht getrauen, einem geschätzten Kammersänger Willkür vorzuwerfen.“ Wer sich auf die klassizistische Auffassung von Schönheit und Harmonie berufe, dürfe sich nicht „auf das rüpelhafte Niveau der maßlosen Übertreibung herablassen“. Er könne sich auch nur über die Behauptung wundern, der Streit um das „Riesch“ stoße auf internationale Wahrnehmung. „Bei so einem überschaubaren Haus?“, fragte Will. Der Gelehrte plädierte für einen historisierenden Entwurf. „Wir sollten uns fragen, wo der moderne Kern der Architektursprache des Barock liegt.“

Laut Funck sollen im „Riesch“ im Erdgeschoss Geschäfte, in der ersten Etage Büros und ab der zweiten Etage vier 1,5-Raum-Wohnungen, 23 Wohnungen mit zwei Zimmern, zwölf mit drei und vier mit vier Räumen entstehen. Die Nutzfläche müssten die Büros bei ihren Entwürfen zwingend beachten. Der Investor rekonstruiere mit hohem Aufwand das „Palais Hoym“, die Mehrkosten würden von den anderen Gebäuden im Quartier III/2 subventioniert.

Die Grünen im Stadtrat kritisierten das Vorgehen des Investors. Zwar sei die Neubebauung des Quartiers III/2 ausdrücklich zu begrüßen. „Ich bedauere allerdings, dass die CG Gruppe sich nicht in der Lage sieht, dass den Dresdnern versprochene Palais Riesch wieder zu errichten“, erklärte Thomas Löser, der baupolitische Sprecher der Grünen. Trotz dieser Kritik werde die Fraktion ihre Meinung zu den vorgelegten Entwürfen einbringen und sei bereit, an der Jurysitzung des Werkstattverfahrens teilzunehmen.

Hans-Joachim Bruans von der CDU-Fraktion mahnte die Architekten, sich bei den Planungen die Frage zu stellen: „Passt das zu Dresden?“ Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Die Grünen) diagnostizierte eine „unglaubliche Emotionalität am Neumarkt“. Andere ähnlich wie Dresden im Krieg zerstörte Städte hätten sich eine neue Identität geschaffen. „Mein Eindruck ist, dass die Wunde, die 1945 in Dresden gerissen wurde, nie geheilt worden ist“, erklärte er.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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Palais Riesch
So soll das „Palais Riesch“ nach dem Willen der Neumarkt-Gesellschaft aussehen.

Der Ton hat sich deutlich verschärft: „Es kann nicht das Problem der Dresdner sein, wenn sich ein Investor verkalkuliert. Wir wollen das historische Palais Riesch haben. Wir werden da auch hart bleiben“, erklärte Torsten Kulke, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft Historischer Neumarkt.

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