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Busmannkapelle in Dresden könnte Ende März ihre Glashülle bekommen

Bauarbeiten gehen weiter Busmannkapelle in Dresden könnte Ende März ihre Glashülle bekommen

Still und leise gehen die Arbeiten an der Gedenkstätte Busmannkapelle weiter. Bauarbeiten finden derzeit vor allem im Untergeschoss, dem sogenannten Sockelbauwerk statt. Dort haben inzwischen alle zwölf Grabplatten aus der alten Sophienkirche ihren Platz an den Wänden erhalten.

Die Busmannkapelle könnte Ende März ihre Glashülle bekommen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Still und leise gehen die Arbeiten an der Gedenkstätte Busmannkapelle weiter. Zwar hatte der Finanzausschuss die Bewilligung einer städtischen Förderung über 200000 Euro vertagt (DNN berichteten), aber noch reicht das finanzielle Polster für die Fortsetzung der Baumaßnahme. Sie findet derzeit vor allem im Untergeschoss, dem sogenannten Sockelbauwerk statt. Dort haben inzwischen alle zwölf Grabplatten aus der alten Sophienkirche ihren Platz an den Wänden erhalten. Mit Hilfe eines kleinen Portalkrans sind Handwerker dabei, eine Mauer aus geborgenen, unbekannten Steinen der Sophienkirche zu errichten.

Dahinein wird auch der Grundstein des jetzigen Erinnerungs-Bauwerks von 2010 integriert, der weitere Jahreszahlen von der Ersterwähnung der Kirche 1272 bis zum Abriss 1963 trägt. Die Ausstattung dieses künftigen Raumes der Stille obliegt dem Dresdner Bildhauer Lothar Beck in Abstimmung mit dem Architekten der Gedenkstätte Siegmar Lungwitz und der Bürgerstiftung Dresden. Das erklärte der ehemalige Landeskonservator Gerhard Glaser, der das Bauwerk im Auftrag der Bürgerstiftung betreut. Hier können einmal rund 45 Personen, inklusive kleinem Vorraum bis zu 60 Personen Platz finden und diverse Veranstaltungen erleben.

Um Geschichte erfahrbar zu machen, seien bewusst unterschiedliche Erhaltungszustände der Epitaphe aus dem 17. Jahrhundert gewählt worden, sagte Glaser. So sind vom Obersteuereinnehmer Rudolf von Bünau, verstorben 1643, nur die unteren Beine zu sehen. Die Platte war nach der Zerstörung Dresdens noch vollständig. „Manches ist auch nach 1990 noch vernichtet worden oder verschwunden“, weiß Glaser. Für die Aufarbeitung der Grabsteine stellt die Fördergesellschaft Busmannkapelle/Sophienkirche 25000 Euro zur Verfügung. Vorsitzender Peter Schumann: „Allein 1200 Euro hat eine 90-jährige Dame gestiftet, die ungenannt bleiben möchte.“

Finanziell abgesichert ist auch die Glasfassade. Sie sollte eigentlich schon stehen, doch die ausführende Firma Glas-Wagener aus dem Hunsrück muss ihre Technologie noch verbessern. Es gab Probleme mit dem Kleber. In diesen Tagen finden nun weitere Druckversuche statt. Die vom Dresdner Ingenieurbüro Glasfaktor entwickelte Hülle besteht aus insgesamt 44 drei Meter mal vier Meter großen Glasscheiben. Glaser rechnet Ende März mit der Montage. Auch die Holzverkleidungen auf der Empore werden dann gläsern sein. Eine ähnliche Glaskonstruktion findet sich am Amtsgericht Grimma. Darauf wies der Landeskonservator i. R. hin.

Beraten wird gegenwärtig auch über die Beleuchtung für das Untergeschoss. Für ihre Installation reichen die jetzt zur Verfügung stehenden 1,6 Millionen Euro jedoch nicht aus. Auch der Sandstein-Fußboden inklusive notwendige Fußbodenheizung ist nicht inbegriffen. „Spätestens bis zum Sommer muss entschieden sein, ob es die 200000 Euro von der Stadt gibt“, betonte Glaser. Daran gekoppelt sind weitere 200000 Euro Landesmittel. Ohne dieses Geld stünde die Vollendung der Gedenkstätte Busmannkapelle auf der Kippe.

Von Genia Bleier

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