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Burnout - Wenn die Arbeit krank macht, bieten Dresdner Krankenhäuser Hilfe

Burnout - Wenn die Arbeit krank macht, bieten Dresdner Krankenhäuser Hilfe

Das Burnout-Syndrom wird als neue Volkskrankheit gehandelt. Auch in Dresden erkranken jährlich mehrere Hundert Menschen. Die DNN befragten Karolina Leopold, Leiterin des Früherkennungszentrums für psychische Krankheiten am Uniklinikum Dresden, und Norbert Sassim, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Krankenhaus Friedrichstadt, warum das Burnout-Syndrom so gefährlich ist und wie sich Betroffene schützen können.

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Vielen Arbeitnehmern steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals. Um nicht unterzugehen, müssen sie ihre Grenzen erkennen und auch Grenzen setzen.

Quelle: Archiv

Von Katrin Tominski

m Was genau ist ein Burnout?

Menschen, die an einem Burnout leiden, fühlen sich psychisch und geistig ausgebrannt. Alles, was ihnen früher einmal Spaß gemacht hat, bereitet keine Freude mehr. Sie empfinden das, was sie tun, als sinnlos, haben keine Motivation mehr und manchmal sogar körperliche Aussetzer. Ein Burnout führt oft zu schweren Depressionen und Angststörungen.

m Warum erleiden Menschen ein Burnout?

Das Burnout-Syndrom wird meist durch Stress ausgelöst, der nicht bewältigt werden kann. Die Betroffenen wollen Anforderungen gerecht werden, die sie nicht erfüllen können. Dazu kommt, dass Anerkennung fehlt und Bemühungen oft nicht wahrgenommen werden.

m Welche Menschen sind besonders gefährdet?

Grundsätzlich kann es jeden treffen. Ein hohes Risiko besteht jedoch für Menschen, die viel Verantwortung tragen und hohe Anforderungen an sich selbst stellen sowie Perfektionisten sind. Idealisten verzweifeln oft, wenn sie in Bereichen mit starren Strukturen arbeiten, die nicht aufzubrechen sind. Besonders gefährdet sind Lehrer, Ärzte und Arbeitnehmer, die in sozialen Berufen oder im Finanzsektor arbeiten.

m Wo hört normale Erschöpfung auf und wann fängt ein Burnout an?

Die Übergänge zwischen leichter und schwerer Überforderung hin zu Burnout und Depression sind fließend. Das macht die Diagnose so schwierig. "Grundsätzlich gilt: Hat man das Gefühl, sich verändert zu haben, können dies die ersten Anzeichen für ein Burnout sein", warnt Norbert Sassim, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Krankenhaus Friedrichstadt. Doch auch subjektives Leiden und Leistungsausfälle sollten als Warnsignale verstanden werden.

m Wie kann Burnout erkannt werden?

"Treten Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Appetitverlust, Hoffnungslosigkeit, gedrückte Stimmung und starke Ängste auf, ist es höchste Zeit, sich beim Arzt vorzustellen", rät Karolina Leopold, Leiterin des Früherkennungszentrums für psychische Krankheiten am Uniklinikum Dresden.

m Was sind die Ursachen von Burnout?

Burnout ist ein Begriff der Leistungsgesellschaft. "Immer weniger Personal muss in immer weniger Zeit immer mehr Leistung bringen", erklärt Chefarzt Sassim. Der Druck werde immer größer, deswegen erkranken immer mehr Menschen. Andererseits würden aber auch immer mehr psychische Störungen als Burnout bezeichnet.

m Wie kann man sich schützen?

"Wichtig ist, sich selbstkritisch zu fragen: Wie geht es mir eigentlich mit meiner Arbeit?", rät Leopold. "Der Beruf ist ein wichtiger Teil, darf aber nicht das gesamte Ich bestimmen." Dinge des täglichen Lebens dürfen nicht vernachlässigt werden. Es sei gefährlich, wenn zwischenmenschliche Bindungen und Hobbys unter der Arbeit leiden. "Wichtig ist es, Dinge zu verändern, bevor man krank wird", sagte Leopold. Chefarzt Sassim rät, die eigenen Grenzen zu erkennen und sie auch einzuhalten. Es sei wichtig, offensiv zu signalisieren: Die Anforderungen sind nicht erfüllbar.

m Kann Burnout geheilt werden?

Ja. Doch die Menschen müssen bereit sein, etwas zu ändern. "Viele Menschen klammern sich an eine Stelle, die gar nicht gut für sie ist", sagte Sassim. "Es gibt keine Wunderpille. Unsere Aufgabe ist es nicht, Menschen für Anforderungen fit zu machen, die weder gut sind noch zu den Menschen passen."

m Wo finden Betroffene Hilfe?

Grundsätzlich kann jeder Hausarzt und Psychologe um Rat befragt werden.Schnelle Hilfe finden Betroffene im Früherkennungszentrum für psychische Krankheiten am Uniklinikum. Innerhalb von sieben Tagen bekommen sie dort einen Termin. Das Früherkennungszentrum berät auch anonym und ohne Krankenkarte. Informationen unter www.ddfruehdran.de oder unter der Telefonnummer 4582876.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.09.2011

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