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Buntes Treiben: Dresden feiert den 20. Christopher Street Day

Buntes Treiben: Dresden feiert den 20. Christopher Street Day

Zum ersten Christopher Street Day (CSD) in Dresden, bei dem sich Homosexuelle für ihre Rechte einsetzten, waren im Jahr 1994 rund 100 Menschen anwesend, um für vielfältiges Leben und Lieben zu demonstrieren.

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Ein Homo-Paar auf einem Straßenfest zum Christopher Street Day.

Quelle: Michael Reichel/Archivbild

Seither ist schon viel passiert: Der § 175 des Strafgesetzbuchs, der sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe gestellt hatte, wurde im Jahr 1994 gestrichen, 2001 wurde eine ehe-ähnliche Institution – die eingetragene Lebenspartnerschaft – für gleichgeschlechtlich liebende Paare eingeführt und im vergangenen Jahr waren rund 4000 Menschen beim Dresdner CSD.

Anlässlich des 20. CSD an diesem Wochenende wird gleich an drei Tagen ein großes Straßenfest auf dem Theaterplatz gefeiert. Beginn ist an diesem Freitag um 17 Uhr. Auf der Bühne können sich die Dresdner über zahlreiche Musiker, Showeinlagen und Kunstdarbietungen freuen. Viele verschiedene Stände, an denen sich Vereine, Gruppen, Initiativen und Verbände vorstellen und über verschiedene Themen informieren, beraten und aufklären, erwarten die Gäste ebenfalls.

Am Sonnabend steht dann die traditionelle Demonstration auf dem Programm. Bereits im vergangenen Jahr lautete das dazugehörige Motto „Gleiche Pflichten = Gleiche Recht“. Mit diesem Slogan forderte der Verein Christopher Street Day e. V. vor allem die Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften mit der Ehe in Sachsen sowie das Recht auf eine gemeinsame Adoption für gleichgeschlechtliche Paare. Dennoch ist in den vergangenen zwölf Monaten nichts in Sachsen passiert und aus diesem Grund ist das Motto des Vorjahres auch das Motto in diesem Jahr.

Beginn der Demo ist 12 Uhr auf dem Theaterplatz. Die 17 Wagen und Fußgruppen laufen in die Dresdner Neustadt zum Albertplatz. Von dort aus geht es wieder in Richtung Altstadt. Am Dr.-Külz-Ring wird ein Zwischenstopp für eine Kundgebung eingelegt. Danach geht die Tour über den Postplatz, die Wilsdruffer Straße, den Pirnaischen Platz und das Terrassenufer zurück zum Theaterplatz, wo ab 17 Uhr das große Straßenfest weitergeht. Der Dresdner CSD e. V. erwartet zwischen 3000 und 4000 Teilnehmer zur Demo.

Am Sonntag schließt das Fest von 11 bis 14 Uhr mit einem Regenbogenbrunch auf dem Theaterplatz ab. Mitmachen können nach Veranstaltungsangaben alle, die Lust auf einen gemütlichen Vormittag mit leckerem Essen und in großer Runde haben. Egal ob schwul, lesbisch, trans-, bi- oder heterosexuell: Alle Dresdner, auch Gruppen, Familien oder Firmen, seien herzlich eingeladen mitzuschlemmen. Das Prinzip ist einfach: Jeder bringt etwas mit und kann dafür auch von den Leckereien der Anderen probieren. Organisiert wird der in diesem Jahr erstmals stattfindende Regenbogenbrunch vom CSD Dresden e. V. in Zusammenarbeit mit Studenten der Europäischen Wirtschafts- und Sprachenakademie.

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Der CSD-Umzug mit 17 Wagen in Dresden: Die Teilnehmer setzen sich u. a. für die Rechte von gleichgeschlechtlichen Paaren ein.

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In diesem Jahr wird der CSD Dresden e. V. zudem erstmals den Preis für Toleranz verleihen. Er geht an Robert Koall, Chefdramaturg am Staatsschauspiel Dresden. Koall hat sich in den vergangenen Jahren in besonderer Weise für Toleranz und Akzeptanz unterschiedlicher Lebensentwürfe eingesetzt und dafür öffentlich geworben. Die Preisverleihung beginnt um 12 Uhr, die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt, Alexandra-Kathrin Stanislaw-Kemenah, hält die Laudatio.

Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU), die Schirmherrin des Dresdner CSD, freute sich über die Auszeichnung Koalls: "Damit wird sein engagierter und couragierter Einsatz für die Akzeptanz unterschiedlicher Lebensentwürfe in Dresden gewürdigt. Es ist wichtig, dass wir uns alle nicht an diesem Wochenende sondern 365 Tage im Jahr für Toleranz und gegen Diskriminierung einsetzen“, sagte die OB. Die Stadt stellt dem CSD im Rahmen des Lokalen Handlungsprogramms für Toleranz und Demokratie und gegen Extremismus mehr als 15.000 Euro Fördermittel bereit.

Der CSD erinnert weltweit an den ersten bekannt gewordenen Aufstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street. Um des ersten Jahrestages des Aufstands zu gedenken, wurde das Christopher Street Liberation Day Committee gegründet. Seitdem wird in New York am letzten Sonnabend im Juni, dem Christopher Street Liberation Day, mit einem Straßenumzug an dieses Ereignis erinnert. Hieraus entwickelte sich eine internationale Tradition. In Deutschland fanden im Jahr 1979 in Bremen und Berlin die ersten Christopher Street Days unter der Bezeichnung „CSD“ statt und kaum fünf Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer wurde 1994 der erste Christopher Street Day in Dresden veranstaltet.

ste/StS

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