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Bundesweit größtes telemedizinisches Projekt in Dresden gestartet

Bundesweit größtes telemedizinisches Projekt in Dresden gestartet

Zentralisierung statt Flickenteppich: Mehr als 200 Telemedizinprojekte, die Ärzte und medizinisches Personal untereinander vernetzen, gibt es bundesweit bereits.

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Carl Engel und sein behandelnder Arzt Jan Svitil bleiben nun auch nach der Entlassung aus dem Herzzentrum im Kontakt.

Quelle: Sebastian Kahnert, dpa

Das EU-Modellprojekt "CCS Telehealth Ostsachsen" geht nun einen Schritt weiter. Statt kleinteiliger, dezentraler Angebote bietet es - ähnlich einem runden Tisch - eine gemeinsame, überregionale Plattform für Kliniken, Ärzte, Pflegekräfte und für Patienten Zuhause. Nach zweijähriger Aufbauarbeit fiel gestern in Dresden der Startschuss für den Pilotbetrieb.

Eine vergleichbare medizinische Betreuung für alle Patienten - ob in Ballungszentren oder im ländlichen Raum - soll mit Hilfe von Deutschlands größtem telemedizinischen Programm gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel sichergestellt werden. Knapp zehn Millionen Euro sind in das Vorhaben geflossen, finanziert aus Mitteln der Europäischen Union und des Freistaates. Das Projekt umfasst zunächst das gesamte östliche Sachsen von Meißen über Dresden bis Görlitz mit rund 1,6 Millionen Einwohnern. Im ersten Schritt beteiligen sich das Herzzentrum Dresden, das Universitätsklinikum Dresden, das Universitätsklinikum Leipzig, das Sächsische Krankenhaus Arnsdorf und das Klinikum Oberlausitzer Bergland in Zittau. Dabei aber soll es nicht bleiben. "Es ist unsere Aufgabe, nun auch bundesweit aktiv zu werden", sagt Professor Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums.

Die Vorteile liegen für Axel Wehmeier, der das Gesundheits-IT-Geschäft der Telekom verwaltet, auf der Hand: "Das System ist offen und leicht ausbaubar." Unterschiedliche Fachärzte diverser Disziplinen und Kliniken könnten sich einfach und mit geringem Mitteleinsatz an die Plattform andocken wie an eine Steckerleiste. Der Aufbau eines eigenen Netzwerkes und einer eigenen Software entfällt. "Wer mitmacht, spart Geld und Zeit und erreicht mehr medizinische Partner und Patienten", so Wehmeier. Die Nachfrage sei bereits groß.

Zunächst stellt die Plattform drei medizinische Beispielanwendungen bereit, die die Leistungsfähigkeit des Projekts veranschaulichen sollen. Tele-Stroke dient der ambulanten Nachbetreuung von Schlaganfallpatienten. Dafür bleiben speziell ausgebildete "Case-Manager" in ständigem Kontakt mit den Betroffenen. Dank der Telepathologie können Pathologen beispielsweise digital erfasste Gewebeproben analysieren und sich mit anderen Spezialisten beraten. Das Telecoaching für die Betreuung von Patienten mit Herzschwäche sieht eine kontinuierliche Nachsorge vor. Fachkräfte des Dresdner Herzzentrums, sogenannte Telenurses, überwachen die Gesundheitsdaten eines Patienten, der über ein Tablet-PC von Zuhause aus seine aktuellen Vitaldaten verschickt, Fragebögen ausfüllt oder per Internettelefonie Kontakt aufnimmt. 15 Patienten haben bereits ein Tablet erhalten, bis zum Ende des Jahres werden es rund 50 sein, schätzt Professor Ruth H. Strasser, Ärztliche Direktorin des Herzzentrums.

Der 77-jährige Dresdner Carl Engel ist einer dieser 15 Patienten. Trotz seines Alters, Probleme hatte er mit der Technik nicht. Im Gegenteil, er ist dankbar für dieses Angebot: "Durch den täglichen Kontakt mit den Fachleuten steigt mein Sicherheitsgefühl. Und das System ist effektiv, denn ich kann mich mit der Schwester beraten, ob ein Gang zum Arzt wirklich nötig ist."

Wermutstropfen: Noch werden nicht alle Leistungen von den Krankenkassen vergütet. Eine telepathologische Untersuchung oder die Arbeit der Telenurses zum Beispiel spielen in der Abrechnung bisher keine Rolle. Die entstehenden Kosten übernehmen die Kliniken, in diesem Fall das Uniklinikum bzw. das Herzzentrum, deshalb zunächst selbst. Gespräche mit den Krankenkassen seien aber bereits auf den Weg gebracht, an einer Einigung werde gearbeitet, wie Professor Albrecht erklärt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.07.2015

Christin Grödel

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