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Bürgerversammlung: Wenig Kontroversen beim Thema Narrenhäusel

SPD lud ein Bürgerversammlung: Wenig Kontroversen beim Thema Narrenhäusel

Seit dem Beschluss des SPD-Antrags in der Stadtratssitzung am 17. März steht es fest: Das Narrenhäusel am Dresdner Elbufer wird wieder aufgebaut. Am Freitag lud die SPD zur Bürgerversammlung. Diese ging am Brückentag mit wenig Teilnehmern und ebenso wenigen Kontroversen über die Bühne.

Hendrik Stalman-Fischer, SPD-Sprecher für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr und Dr. Mathias Lerm, der Stadtarchitekt Jenas.

Quelle: August Modersohn

Dresden.  Seit dem Beschluss des SPD-Antrags in der Stadtratssitzung am 17. März dieses Jahres steht es fest: Das Narrenhäusel am Dresdner Elbufer wird wieder aufgebaut. Rund zwei Monate später hat die SPD am Freitag zu einer Bürgerversammlung ins neue Rathaus eingeladen, auf der sich Hendrik Stalman-Fischer, Sprecher für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, zusammen mit Dr. Mathias Lerm, dem Stadtarchitekten Jenas, auch den Fragen der Bürger stellten.

Der Termin der Veranstaltung galt als umstritten, fiel er doch genau auf den Brückentag am Freitag. So kamen nur rund 40 Interessierte in den Festsaal des neuen Rathaus. Stalman-Fischer erläuterte zunächst das genau Prozedere des geplanten Wiederaufbaus und betonte, dass er die „Zusammenarbeit mit dem Investor Frank Wießner begrüßen würde.“ Der Dresdner Bauunternehmer plant, das Narrenhäusel in historischer Bauweise zu errichten und war am Freitag ebenfalls im Publikum - er verließ die Veranstaltung aber noch vor dem Ende.

Matthias Lerm erklärte in der Folge den stadtplanerischen Wert des Narrenhäusels. Brückenendbauten hätten eine ganz spezielle Wirkung: „Kommt man in Zukunft von Neustädter Seite aus auf die Augustusbrücke, so sieht man nicht sofort das gesamte Panorama der Altstadt, sondern erahnt den wunderbaren Blick erst. Tritt man dann aus der Achse heraus, so wird das ein tolles Erlebnis.“

Aber auch von der Altstadt-Seite könnte das Narrenhäusel eine spezielle Wirkung entfachen: „Auf der einen Seite lädt es die Altstadt-Touristen ein, auch die Nordseite der Elbe zu erkunden. Auf der anderen Seite würde das Narrenhäusel die fehlende Spannung zum Blockhaus aufheben. Aus einer unräumlichen Situation könnte eine räumliche entstehen.“

Die anwesende Bürgerschaft nickte oftmals zustimmend, für seine Aussagen erhielt Lerm teilweise Beifall. Angesprochen auf den Vorwurf von Tilo Wirtz (Die Linke), bei einem Wiederaufbau bestehe „die Gefahr eines Griffs ,ins Braune‘“, wies er zusammen mit Stalmann-Fischer die Kritik entschieden zurück: „Wir fügen dem Narrenhäusel Unrecht zu, wenn wir es auf die NS-Zeit reduzieren. Für die Nazis mag das Haus eine Bedeutung gehabt haben, für das Narrenhäusel die Nazis aber nur eine geringfügige.“

Es war also eine Bürgerversammlung mit wenig Zündstoff. Einzig kontrovers wurde es kurz vor Ende der Versammlung, als Lerm noch einen Denkanstoß setzte. Er meinte, der Wiederaufbau könnte eine Initialzündung zur weiteren Bebauung des Elbufers sein - auch mit bürgerlichen Wohnhäusern. Einige Bürger plädierten dagegen, sie wollen das Elbufer als gemeinschaftlichen Raum beibehalten. Lerm jedoch stellte fest: „Die Raumbildung muss für Dresden oberste Priorität haben! Dort könnten Menschen in Zukunft leben, dann hätte Dresden da etwas Menschliches.“

Von August Modersohn

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