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Bürgermeister Seidel: Dresdner erhalten Kita-Platz – aber nicht unbedingt in Wohnortnähe

Bürgermeister Seidel: Dresdner erhalten Kita-Platz – aber nicht unbedingt in Wohnortnähe

Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) ist sich sicher: Dresden wird den ab August gültigen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz erfüllen. Bis dahin sollen die nötigen Kapazitäten für die Betreuung der ein- bis dreijährigen geschaffen sein.

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Sozialbürgermeister Martin Seidel

Quelle: Archiv

Seidel schränkt allerdings ein: Wo in Dresden der Kita-Platz sein wird, schreibt das Gesetz nicht vor.

Das Problem ist, das nicht alle Stadtteile gleichmäßig mit Kita- und Krippenplätzen ausgestattet sind. Im Ortsamt Altstadt ist das Angebot beispielsweise deutlich größer als die Nachfrage, auch in Klotzsche gibt es mehr Plätze als Kinder. Hinzu kommt, dass mangels Flächen nicht überall gebaut werden kann. So entstehen in Prohlis drei „Container-Kitas“, während die Stadt im Ortsamtsbereich Plauen schlicht kein Grundstück für einen nötigen Neubau hat. Plauen, Pieschen und Cotta gehören zu den Ortsamtsbereichen, in denen der Mangel aktuell besonders groß ist.

Das heißt: Eltern, die sich rechtzeitig bei der Stadt melden, erhalten zwar ab August einen Platz für ihr Kind, der kann aber am anderen Ende der Stadt liegen.

Sozialbürgermeister Martin Seidel sagte am Dienstagabend auf einer Info-Veranstaltung der Dresdner SPD, dass dies keineswegs ideal sei. „Unterm Strich zu wenig“ Plätze gebe es, gibt er offen zu. Hinzu kommen weitere Probleme: Denn die Erfüllung des Rechtsanspruchs basiert auf einer hundertprozentigen Auslastung aller Kitas.

Das aber sei unmöglich, weist Thomas Pallut, Geschäftsführer der AWO Dresden, hin. Nicht jeder Platz könne immer frei vergeben werden. Übergangszeiten zwischen Krippe und Kita müssten genauso berücksichtigt werden wie die zwischen Kita und Schule. Geschwisterkinder möchten in die gleiche Kita gehen, auch Plätze in integrativen Kitas müssten berücksichtigt werden. „Es fehlen Plätze“, warnt Pallutt davor, das hochkomplexe System zu unterschätzen.

Dresden sei die einzige Großstadt in Deutschland, die den Rechtsanspruch zumindest theoretisch erfüllen könne, sagt Sozialbürgermeister Seidel. Eine echte Entspannung sei aber tatsächlich nicht vor 2014 zu erwarten, wenn der nächste Schwung an Bauprojekten fertig werde. Aktuell sind in Dresden 60 Kitas im Bau, 39 Millionen Euro gibt die Stadt laut Seidel dafür aus. Die Gesamtkosten für Kitas liegen in Dresden in diesem Jahr bei 158 Millionen Euro.

Um die Lage zu entspannen, soll im August das zentrale Kita-Vergabesystem nach jahrelangen Verhandlungen in Betrieb gehen. Während Eltern bislang bei der Stadt bis zu fünf Wünsche angeben können und zudem bei den 86 freien Trägern selbst vorsprechen können, sollen dann alle Plätze in der Stadt zentral über das System vergeben werden. Das bisherige System sei „murks“, so der Sozialbürgermeister. Er erhoffe sich davon mehr Transparenz und weniger Karteileichen. Denn bisher bleibe so mancher Platz zeitweise unbesetzt, da sich Eltern mehrfach bewerben und im Erfolgsfall den übrigen Kitas nicht absagen.

Stephan Lohse

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