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Bürgerinitiative gegen Hafencity gegründet - Einwohner beklagen Intransparenz bei Planung

Bürgerinitiative gegen Hafencity gegründet - Einwohner beklagen Intransparenz bei Planung

„Elbraum für ALLE! - Stoppt Hafencity“ heißt eine Bürgerinitiative (BI), die sich am Donnerstagabend in Dresden gründete. Nach Angaben von BI-Mitglied Dirk Schneider wohnten der Gründungsversammlung rund 60 Gewerbetreibende, Anwohner und die jetzigen Nutzer des Geländes zwischen Villa Sofa, Pharmaunternehmen Menarini, Elbe und Leipziger Straße bei.

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Unter anderem ist der Freiraum Elbtal e.V. von den Bauplänen der USD betroffen (Archivbild).

Quelle: Julia Vollmer

„Wir wollen das Projekt nicht ganz stoppen“, relativierte der 28-jährige Eventmanager Dirk Schneider im DNN-Gespräch den Namen der Bürgerinitiative. Was die Menschen in dem Stadtgebiet in erster Linie bemängeln, ist die fehlende Transparenz bei der Planung - von der Stadt und vom Investor, der USD Immobilien GmbH.

„Der Bauausschuss verhandelt über die Hafencity im nichtöffentlichen Teil, der Ortsbeirat setzt die Hafencity von der Tagesordnung und trotzdem läuft die Einspruchsfrist im Rahmen der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanes am 11. Juli ab.“ Auch USD hat die Informationen über die Hafencity wieder aus dem Internet genommen. „Hier werden einfach Tatsachen geschaffen - ohne demokratische Legitimation“, so der Vorwurf. „... der Bebauungsplan mit dem Planungsstand vor der Flut für die Hafencity liegt vom 10. Juni bis 10. Juli öffentlich aus. Diese Auslage ohne Aufstellungsbeschluss ist nicht unüblich und wurde auch bei anderen Bauprojekten im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung so realisiert. So zum Beispiel bei der Hufewiese in Trachau“, entgegnet die Stadtverwaltung auf eine Anfrage.

Die USD Immobilien GmbH will im Überflutungsgebiet zwischen Elbe und Leipziger Straße nach eigenen Angaben hochwassersichere Luxuswohnungen und eine öffentliche Hafenpromenade bauen. Das USD-Bauprojekt stellt aber nur einen Teil des rund 50 Hektar umfassenden Areals dar, das Gegenstand des „Masterplanes für eine nachhaltige Entwicklung“ ist. Dieser umfasst das Gebiet zwischen Eisenbahntrasse, Gehestraße, Erfurter Straße und Elbe.

„In anderen Städten, wo Hochwasser bewohnte Gebiete bedroht, wird überlegt, ob man die Leute umsiedelt. Und in Dresden will man im Überflutungsgebiet bauen, und dann auch noch Hochhäuser, die über die Marienbrücke herausragen“, formuliert Dirk Schneider, was die Bürger nicht fassen können. Sie glauben dem Investor USD nicht, der behauptet, dass im Falle einer Jahrhundertflut die Wohnungen nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, der Rettungsweg trotzdem befahrbar bleibt, dem Fluss keine Ausdehnungsfläche verloren geht, weil die Tiefgaragen geflutet werden.

„USD baut die Wohnungen, verkauft sie und ist dann weg.“ Spätestens wenn die Tiefgaragen das erste Mal mit Elbwasser geflutet waren „und dann alles voller Dreck und Schlamm steht, werden die Wohnungseigentümer nach einem Flutschutz schreien“. „Und wo kommen die zu den 350 Wohnungen gehörenden Autos hin, wenn das Wasser steigt?“ fragt Schneider stellvertretend für viele besorgte Anwohner.

Die befürchten auch, dass die Mietpreise im Umfeld der Hafencity anziehen, wenn dort ein Luxuswohnviertel entsteht. „Wir brauchen in Dresden Wohnungen. Aber nicht nur teure Eigentumswohnungen, sondern auch bezahlbare Mietwohnungen.“ Dresden verstehe sich schließlich als Studentenstadt. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass nach Ansicht der Bürger seitens der Stadt nicht genug Augenmerk auf die Entwicklung der Infrastruktur in dem Gebiet gelegt werde. „Wenn man einen neuen Stadtteil plant, wo so viele Menschen wohnen werden, braucht man auch Plätze in Kindertagesstätten und Schulen.“ Daran sei offenbar gar nicht gedacht. Es sehe so aus, als ob sich da ein Investor ein lukratives Areal an Land gezogen habe, seine Planung mache, ohne den Rest zu bedenken. „Und den letzten beißen dann die Hunde.“ Auch die gewachsene soziale Infrastruktur zwischen Leipziger Straße und Elbe (Purobeach, Freiraum Elbtal, Malteser) werde einfach hinweggefegt.

Catrin Steinbach

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