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Bürgerinitiative Östliches Preußisches Viertel fordert neue Straßenbäume

Bürgerinitiative Östliches Preußisches Viertel fordert neue Straßenbäume

Kai Loewenbrück durch die Straßen im östlichen Preußischen Viertel zwischen Waldschlösschenbrücke und Heide läuft, kommt angesichts der zunehmenden Zahl abgesägter Bäume und leerer Baumscheiben der Ärger in ihm hoch - wie vielen seiner Nachbarn auch.

Wenn Dr.

"Das Preußische Viertel zeichnet sich durch eine offene, villenartige Bebauung in Verbindung mit einem teilweise sehr alten Baumbestand und Alleenbepflanzung aus. Das ist etwas Besonderes. Nicht umsonst sind Teile des Viertels 1999 unter Denkmalschutz gestellt worden." Doch seit Jahren beobachten die Anwohner, dass die alten Straßenbäume nach und nach ersatzlos gefällt werden.

"Es ist ein schleichender Verlust von Substanz und Lebensqualität", bringt es der angehende Neurologe auf den Punkt. Vor sechs Jahren hat er sich bewusst für das Preußische Viertel entschieden, mit mehreren anderen ein verfallenes Mehrfamilienhaus gekauft, um es im Rahmen einer Bauherrengemeinschaft nach und nach mit viel Aufwand wieder auf Vordermann zu bringen. Doch während sich die Bürger im Viertel mühen, die schönen Häuser zu erhalten und den Mehraufwand durch die Anforderungen des Denkmalschutzes in Kauf nehmen, schere sich die Stadt in ihren Augen wenig um die Zukunft des Viertels. Besonders augenscheinlich sei das in der Wilhelminenstraße. "Die war kurz nach der Wende noch eine Allee. Auf beiden Seiten befanden sich Bäume", weiß Kai Loewenbrück von Nachbarn, die schon länger dort wohnen als er. Übrig geblieben ist ein einziger Ahorn.

Auch in den umliegenden Straßen falle ein Baum nach dem anderen der Säge zum Opfer. In der Angelikastraße sei zwar nachgepflanzt worden - aber nur auf einer Straßenseite. Anfang des Jahres kreischten dann sogar hinter den Grundstücken, die an den Albertpark grenzen, die Sägen, um einen fünf Meter breiten baumfreien Streifen zu schaf- fen. Dass die Stadt damit gesetzlichen Vorgaben Genüge tut, ist für die An- wohner kein hinreichendes Argument. "Uns stören die Bäume nicht. Unsere Bauherrengemeinschaft hat sogar einen Landschaftsarchitekten beauftragt,das Grundstück so zu gestalten, dass der Übergang zum Wald fließend ist", schüttelt Loewenbrück den Kopf über die in seinen Augen völlig unsinnige Baumfällaktion. Kritikwürdig finden Anwohner zudem die Informationspolitik der Verwaltung, wurde auf einer Bürgerversammlung am Dienstagabend deutlich.

Dass Dresden 2013 beim Europäischen Wettbewerb Entente Florale als grüne Stadt mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde, erscheint deshalb vielen wie ein Witz. Denn was sie in ihrem Wohnumfeld erleben, laufe dem Bemühen um eine grüne Stadt zuwider. Schon 2011 wandten sich 70 Bewohner des Preußischen Viertels an die Stadt, um ihren Unmut darüber kundzutun und Ersatzpflanzungen einzufordern. Doch mit diesem Ansinnen blitzten die Anwohner ab.

Auf eine kürzlich erfolgte Anfrage der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Grüne heißt es von der Verwaltung nun erneut, dass erst mit einem grundhaften Ausbau und einer damit verbundenen Neuordnung des Straßenraumes Nachpflanzungen möglich seien. Doch für einen grundhaften Ausbau bestehe aufgrund des Straßenzustandes kein dringender Handlungsbedarf. Mit anderen Worten: in absehbarer Zeit werden keine Bäume nachgepflanzt.

Das wollen die Anwohner nicht hinnehmen. Sie sind überzeugt, dass eine Nachpflanzung ohne grundlegenden Straßenausbau möglich und auch sinnvoll ist. Sie verfassten deshalb eine Petition, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. 60 Anwohner haben schon unterschrieben. Einige sind durchaus bereit, sich an den Kosten für die Nachpflanzungen zu beteiligen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.05.2014

Catrin Steinbach

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