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Bürger gegen Globus-Großmarkt in Leipziger Vorstadt

Bürgerversammlung Bürger gegen Globus-Großmarkt in Leipziger Vorstadt

Klares Stimmungsbild bei der Bürgerversammlung: Die Einwohner von Pieschen und der Leipziger Vorstadt haben sich bei einer Veranstaltung der Stadt im Ballhaus Watzke deutlich gegen den geplanten Globus-Großmarkt an der Leipziger Straße ausgesprochen.

Dresden. Das Stimmungsbild unter den anwesenden Einwohnern war klar: Mehrheitlich haben sich Bürger bei einer Informationsveranstaltung der Stadt zur Bebauung der Leipziger Vorstadt gegen den geplanten Globus-Großmarkt ausgesprochen. Nur mit Mühe konnte die Verwaltung vermitteln, warum es im am Montag vorgelegten Vorentwurf für den Masterplan zur Bebauung des Gebiets noch eine Variante mit dem Globus-Markt gibt.

Immer wieder meldeten sich Besucher am Montagabend bei der Versammlung im Ballhaus Watzke mit Kritik an den Plänen für einen Großmarkt mit mindestens 8000 Quadratmetern Verkaufsfläche zu Wort. Vertreter des Handelsverband, der Initiative Allianz für Dresden, der Gewerbetreibenden und der Bürgerschaft warnten immer wieder vor dem Projekt. Der Verkehr auf der ohnehin hoch belasteten Leipziger Straße würde dramatisch zunehmen. Umsätze in Millionenhöhe entgingen anderen lokalen Händlern und damit auch deren Gewerbesteuerzahlungen an die Stadt, die vom Konzern Globus kaum nach Dresden fließen dürften. Immer wieder unterbrachen viele der etwa 200 Zuhörer die Redner mit Beifall.

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Der neue Masterplan Leipziger Vorstadt ist da.

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Globus hat zwar bislang nicht erkennen lassen, von seinem Großprojekt abzurücken. Dennoch hatte der Stadtrat der Verwaltung für die Fortschreibung des Masterplans den klaren Auftrag erteilt, keine Handelsflächen von mehr als 800 Quadratmetern darin vorzusehen. Warum taucht Globus also trotzdem im Masterplan als Variante 2 auf, fragten sich viele Bürger. Mit Mühe machten Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen und Stadtplanungschef Stefan Szuggat den Zusammenhang klar. Neben dem Auftrag des Stadtrats für den Masterplan besteht auch ein Beschluss für die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Globus-Projekt. Diesen Beschluss müsste der Stadtrat erst aufheben, bevor die Verwaltung das Projekt aus dem Masterplan streichen kann. Deshalb habe sich die Verwaltung entschlossen, die Auswirkungen des Globus-Marktes annährungsweise darzustellen. Unter anderem würde dem Handelsriesen der Platz für schätzungsweise 150 Wohneinheiten zum Opfer fallen. Das dürfte für die Linke interessant sein, die bislang ihre Partner im rot-grün-roten Stadtratsbündnis bei der Globus-Ablehnung allein lässt.

Breiten Raum nahm auch die Diskussion um den Hochwasserschutz ein. Der Landtagsabgeordnete Patrick Schreiber stellte in Frage, dass sich ein Gebietsschutz für das Areal wirtschaftlich realisieren lasse. Zweifel ließ er auch an den höheren Wasserständen erkennen, die von der Stadt für das Hochwasser 2013 konstatiert werden. Der Freistaat teile diese Auffassung nicht, machte Schreiber gegenüber DNN mit Verweis auf ein Schreiben des Umweltministers deutlich.

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Nach den Angaben der Stadt waren die Wasserstände in der Leipziger Vorstadt beim Hochwasser 2013 höher als bei der Flut 2002 und im Prognose-Modell des Freistaats von 2008.

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Die Darstellung ähnelt sehr stark der Argumentation der Unternehmerin Regine Töberich, die mit dem Projekt „Marina Garden“ am Pieschener Ufer Wohnungen errichten wollte. Die Stadt verlangte mit Verweis auf die Flut 2013 aber Änderungen an den Plänen. Mittlerweile ist der Streit bei Gericht anhängig.

Schreiber fragte auch, wer bei schätzungsweise 80 Prozent Privateigentümern wohl den teuren Hochwasserschutz bezahlen müsse. Jähnigen bat ihn, sich beim Land für den Gebietsschutz einzusetzen. Dessen Kosten könnten sich Land und Stadt teilen. Die Alternative sei ein Objektschutz, den Investoren selbst bezahlen müssten und der bestehenden Bauten nicht zugute komme.

Stellungnahmen sind unter www.dresden.de möglich

Von Ingolf Pleil

Ballhaus Watzke, Dresden 51.077602 13.715611
Ballhaus Watzke, Dresden
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