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Breites Bündnis zur Rettung der Schmetterlinge

Johannstadt Breites Bündnis zur Rettung der Schmetterlinge

Schmetterlinge sind selten geworden, auch ehemals häufige Arten. Allein in Sachsen starben von 125 heimischen Schmetterlingsarten, auch Tagfalter genannt, bereits 14 Prozent aus – noch einmal so viele gelten als bedroht. Hauptschuld daran trägt die vorherrschende Art der Grünflächenpflege.

Matthias Nuß und das Mitmachbündnis „Puppenstube gesucht“ setzen sich für naturbelassene Wiesen zum Schutz der Schmetterlinge ein – auch inmitten einer Großstadt.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Schmetterlinge sind selten geworden, auch ehemals häufige Arten. Allein in Sachsen starben von 125 heimischen Schmetterlingsarten, auch Tagfalter genannt, bereits 14 Prozent aus – noch einmal so viele gelten als bedroht. Hauptschuld daran trägt die vorherrschende Art der Grünflächenpflege. „Mit jedem Kahlschlag der Wiese wird die Lebensgrundlage der Tagfalter ausgerottet“, erklärt Matthias Nuß vom Naturschutzverein Nabu. Egal, ob mit dem Rasenmäher oder der Elektrosense – bereits eine Komplettmahd zerstört unwiederbringlich die Eier, Raupen sowie Puppen der Tagfalter und kann so die gesamte Schmetterlingspopulation einer Wiese auslöschen.

Das Projekt „Puppenstuben gesucht – Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge“, eine sachsenweite Mitmachaktion, soll dabei helfen, die Schmetterlingszahl wieder zu erhöhen. Durch eine angepasste Mahd kann der Lebensraum der Insekten so erhalten werden, dass der typische Metamorphosezyklus der bunten Falter ungestört fortlaufen kann. „Das heißt aber nicht, dass man gar nicht mehr mähen soll“, sagt Nuß. „Eine richtige Schmetterlingswiese kann einmal im Jahr mit der Sense oder dem Balkenrasenmäher gemäht werden.“ Der Wiesenbesitzer sollte dabei aber darauf achten, das Gras nur auf einer Ebene abzuschneiden und den Grünschnitt einen Tag liegen zu lassen, damit die Insekten relativ ungestört auf neue Flächen ausweichen können.

Mit der Wohnungsgenossenschaft Johannstadt (WGJ) konnte in Dresden ein weiterer Partner für das Projekt gewonnen werden. An der Wiese Augsburger Straße/Ecke Tittmannstraße übergab der Stiftungsdirektor der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, Dietmar Kammerschen, jetzt ein Schmetterlingswiesenschild an die Vorstandsmitglieder der WGJ als Anerkennung für ihre Bemühungen mit der Aufschrift: „Diese Wiese wird als Lebensraum für Schmetterlinge bewirtschaftet.“

Im Mai 2015 wurde die Aktion in Burgstädt ins Leben gerufen. Freiflächen in Städten und Dörfern sollen so gepflegt werden, dass Schmetterlinge sie als Lebensräume nutzen können. Das Projekt ist eine breite Kooperation aus der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, des Senckenberg Museums für Tierkunde, des Nabu Sachsen und vielen anderen. Es wird durch den Naturschutzfonds aus Zweckerträgen der Lotterie Glücksspirale finanziert. Innerhalb eines Jahres haben sich landesweit bislang 75 Wiesenbesitzer registriert.

„Auf der Wiese der Naturhistorischen Sammlungen Senckenberg wurde im Jahr 2014 noch 14 mal der Rasen gemäht. Schmetterlinge fand man damals keine“, so Nuß. 2015 konnte sich die Wiese ungestört entwickeln und vier Falterarten wurden heimisch – ein Jahr später waren es bereits fünf. Doch es geht Nuß und den anderen Projektpartnern nicht nur um die bunten Tagfalter: Denn wenn es den Schmetterlingen gut gehe, finden auch andere Insektenarten wie Grasshüpfer, Hummeln und Wildbienen optimale Umweltbedingungen vor.

Von Paul Felix Michaelis

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