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Bonuscard und große Kongresse sollen Dresdner Tourismus retten

"Dresden ist schön" reicht nicht Bonuscard und große Kongresse sollen Dresdner Tourismus retten

Die Dresdner Tourismuswirtschaft schlägt Alarm. Sie ist der zweitgrößte Wirtschaftszweig der Landeshauptstadt und schwächelt. Mit einer attraktiven Bonuscard, Großkongressen und neuen großen Veranstaltungen lasse sich das Ruder wieder herumreißen, sind die Touristiker überzeugt.

Blick auf die Dresdner Altstadt.

Quelle: dpa

Dresden. Die Dresdner Tourismuswirtschaft schlägt Alarm. Sie ist nach der Halbleiterindustrie der zweitgrößte Wirtschaftszweig der Landeshauptstadt und schwächelt, während andere Großstädte einen Tourismusrekord nach dem anderen feiern. Auf der einen Seite steigt in Dresden die Zahl der Betten weiter an. So kommt zum Beispiel im November das Amedia Plaza Hotel am Neumarkt mit 105 Zimmern neu hinzu. Auf der anderen Seite sinken die Gäste- und Übernachtungszahlen. „Es gibt wenige Städte, die ähnliche Probleme haben wie wir“, sagt Johannes Lohmeyer, der Chef des Tourismusverbandes Dresden.

Deshalb haben sich jetzt alle Akteure der Branche an einen Tisch gesetzt. Eine Arbeitsgruppe – bestehend aus Vertretern des Tourismusverbandes, der Dresdner Hotel Allianz, des Regionalverbandes Dresden der Dehoga und dem Tourismus-Ausschuss der IHK Dresden – brachte auf den Punkt, was gemeinsam mit der Politik geändert werden muss, um das Ruder wieder herumzureißen. Denn die Ursachen für die Talfahrt seien vielfältig, viele Probleme hausgemacht.

Kritik an Bettensteuer

Genannt wird neben der immer weiter steigenden Bettenzahl die Beherbergungssteuer. Dresden hat deutschlandweit die zweithöchste. Die Art und Weise, wie sie berechnet wird, sei viel zu kompliziert und mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden und außerdem ungerecht. Zudem bekomme der Gast für die Steuer keine Gegenleistung.

Weitere Gründe sind das chronisch unterfinanzierte Stadtmarketing, das unterrepräsentierte Kongressgeschäft, das eingebrochene Russlandgeschäft, die wegrationalisierten Einkaufssonntage und fehlende große Events. Unbekannte Künstler in einer Kunst- und Kulturstadt zu fördern sei wichtig, hieß es auf der Pressekonferenz der Tourismuswirtschaft. Aber man brauche auch große Mainstreamveranstaltungen, um Massen nach Dresden zu locken.

Zu schaffen macht Dresden auch das schlechte Image, das die Stadt deutschlandweit durch die dominierenden negativen Schlagzeilen und eine unausgewogene einseitige Berichterstattung in Sachen Pegida bekommen habe. „Wie Sachsen in überregionalen Medien an den Pranger gestellt wird, ist hochgradig unanständig“, so Lohmeyer. Und: „Wir müssen mit unseren Partnern in der Stadt ein Übergewicht an positiven Bildern schaffen.“ Unabhängig davon sei die Politik gefragt, Lösungen zu finden.

Doch wie will Dresdens Tourismuswirtschaft nun das Ruder herumreißen? Aus ihrer Sicht ist es dringend geboten, die Satzung für die Beherbergungssteuer zu überarbeiten, die Berechnung zu vereinfachen und gerechter zu gestalten, das heißt auf alle Anbieter von Gästebetten auszudehnen. Die Höhe der Steuer solle prozentual ermittelt werden, der Prozentsatz sich am Konkurrenzaspekt und der Vergleichbarkeit mit anderen Kommunen orientieren. Zudem müssten Geschäftsreisende künftig ohne großen bürokratischen Aufwand von der Steuerzahlung befreit werden. „Die Anpassung sollte schnellstmöglich, vorzugsweise zum 1.1.2017 erfolgen“, heißt es in dem Positionspapier.

Des Weiteren bedürfe es mehr Geld von der Stadt, um lukrative Großkongresse nach Dresden zu holen. „die Mittel des Dresden Convention Bureau unter Beteiligung der Wirtschaft sind dafür nicht ausreichend“, so die Touristiker. Denn Kongresse generieren erhebliche Einnahmen und seien das einzige Mittel, den unzureichenden Geschäftstourismus anzukurbeln.

Wunsch nach Bonuscard für Touristen

Dritte Maßnahme: die Einführung einer Bonuscard für Dresden-Gäste. Doch wenn nur städtische Einrichtungen berücksichtigt würden, sei das Projekt von vornherein zum Scheitern verurteilt. Zoo, Bäder, Kraftwerk Mitte, Museen der Stadt und des Freistaates, Schlösser, Burgen und Gärten müssten bei der Bonuscard ebenso involviert werden wie Verkehrsunternehmen, Einzelhandel und Gastronomie. Dass sich das am Ende für alle lohnt, davon ist Marc Arendt vom Fachausschuss Tourismus der IHK Dresden überzeugt. Denn die geringeren Erlöse aufgrund gewährter Ermäßigungen würden durch die Erhöhung der Besucherzahlen mehr als ausgeglichen.

Vierte Maßnahme: bestehende Angebote in Dresden besser vermarkten und neue Reiseanlässe schaffen. „Dresden ist schön“, August der Starke und die gefühlt 374. Aufführung von My Fair Lady seien zu wenig, um Gäste anzulocken, hieß es. Warum gibt es zum Stadtfest keinen verkaufsoffenen Sonntag? Warum kann das Königsufer nur 60 Tage im Jahr für Veranstaltungen genutzt werden? Warum kann man den Striezelmarkt nicht verlängern? Warum gibt es an markanten Stellen in der Stadt keine Open Air Konzerte von Philharmonie und Staatskapelle? Warum kann der Zwinger nicht längerfristig als Veranstaltungsort genutzt werden? – all das sind einige der Fragen, die sich die Touristiker stellen. Die Stadt müsse begreifen, dass vieles neu gedacht werden müsse. Zudem kam die Anregung, eine zentrale Stelle für die Akquise von Großveranstaltungen, die Koordinierung von Terminen und Veranstaltungsflächen sowie als Anlaufstelle für Veranstalter zu schaffen.

Catrin Steinbach

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