Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+
Blinder Dresdner schreibt Bibliotheks-App für Blinde

Blinder Dresdner schreibt Bibliotheks-App für Blinde

Damit Sehschwache künftig einfacher und vor allem auch unterwegs Braille-Bücher und Hörbücher ausleihen können, hat der blinde Dresdner Programmierer Dr. Jan Blüher eine Blindenbücherei-App entwickelt.

Voriger Artikel
Vodafone startet in Dresden mobiles Bezahlen
Nächster Artikel
Kirchenmitarbeiter: „Nein“ zur Bundeswehr in der Frauenkirche

Jan Blüher

Quelle: privat

Dank dieses iPhone-Miniprogramms "Blibu" müssen Nutzer der Blindenbücherei künftig nicht mehr zum Telefon greifen oder Bestell-E-Mails verfassen, sondern kommen nun schnell per Fingertipp an die Medien heran - ähnlich, wie es für "Sehende" mit Apps wie "Onleihe" schon längst als Standard gilt. "Anfangs konnte man Medien in der Blindenbücherei nur schriftlich oder per Telefon bestellen", erzählt der 37-Jährige, der selbst in seinem 20. Lebensjahr durch eine Krankheit das Augenlicht verloren hatte. "Vor etwa zehn Jahren kamen dann Windows- und Mac-Programme, mit denen man die Kataloge elektronisch durchsuchen konnte - aber dann musste man doch wieder eine E-Mail schreiben oder den klassischen Bestellweg gehen." Blühers App lässt nun gleich die Bestellung per Fingergeste aus dem Katalog heraus zu und verbessert auch sonst den Komfort für Sehschwache und Blinde. Der Dresdner setzte dazu die "VoiceOver"-Technologie ein, die Apple in seine iPhones integriert hat: Ist diese Option aktiviert, liest das Telefon dem Nutzer alle Schaltflächen, die gerade auf dem Bildschirm verfügbar sind, vor und hilft bei der Finger-Navigation. Das App-Grundkonzept gefiel der Blindenbücherei so gut, dass sie es nun auch in ihre Windows- und Mac-Programme übernommen hat, erzählt Blüher.

Auf den Dresdner aufmerksam geworden waren die "Norddeutsche Blindenhörbücherei" und die "Stiftung Centralbibliothek für Blinde" in Hamburg durch Blühers andere Apps wie den "Colorvisor", der Sehschwachen Farbnuancen vertont, oder das iPhone Spiel "MouseKick", das für Blinde wie Nichtblinde gedacht ist (DNN berichteten). "Barrierefreie, also grenzenlose Apps sind Dr. Blühers Spezialität. So passten wir optimal zusammen", sagte Blindenhörbücherei-Chefin Elke Dittmer, die die neue App bei dem Dresdner in Auftrag gegeben hatte.

In seiner Firma "visorApp" bereitet Blüher derweil schon die nächsten Projekte vor. Was genau dahinter steckt, will er noch nicht verraten. "Es wird aber mit Farben zu tun haben und geht in die künstlerische Richtung", sagte promovierte Informatiker.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.04.2014

Heiko Weckbrodt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Anzeige
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.