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Bischof Rentzing appelliert in Dresden an die Menschenwürde

Weihnachten: Bischof Rentzing appelliert in Dresden an die Menschenwürde

Sachsens Landesbischof Carsten Rentzing hat in seiner Predigt an Heiligabend an die Menschenwürde appelliert. Jeder Mensch verdiene Anerkennung, sagte er zur Christvesper in der Dresdner Frauenkirche. Jeder Mensch habe ein Recht auf Würde.

Die volle Frauenkirche zur Christvesper

Quelle: S. Lohse

Dresden. Sachsens Landesbischof Carsten Rentzing hat in seiner Predigt an Heiligabend an die Menschenwürde appelliert. Jeder Mensch verdiene Anerkennung, sagte er zur Christvesper in der Dresdner Frauenkirche. Jeder Mensch habe ein Recht auf Würde. Dies alltäglich zu beachten heiße, Wut und Hass etwas entgegen zu setzen, die immer wieder wunden schlagen würden.

„Es gibt viele Wunden, die geschlagen wurden und die darauf warten, verarztet zu werden“, so Rentzing in seiner ersten Weihnachtspredigt als Landesbischof weiter und mahnte zu mehr Solidarität angemahnt und warnte vor Ausgrenzung.

Wie die Frauenkirche waren auch die vielen anderen Kirchen in Dresden und Umgebung traditionell zum Heiligabend voll. Nach Angaben eines Sprechers strömten allein in Sachsen rund eine halbe Million Menschen zu den Christvespern an Heiligabend. Vereinzelt habe es vor Kirchen Warteschlangen gegeben, sagte er am Freitag. Er freue sich, wenn sich Menschen anregen ließen, in die Kirche zu kommen und sei es zu Weihnachten, hatte Rentzing vorab gegenüber dem MDR gesagt. Er hoffe, dass sich manche Menschen so bewegen ließen, auch in der übrigen Zeit des Jahres wieder öfter den Weg in die Gotteshäuser finden würden.  

Im Magdeburger Dom feierten am Freitag mehrere hundert Menschen einen Gottesdienst. Am Heiligen Abend unterstrich Domprediger Giselher Quast mit Blick auf die biblische Weihnachtsgeschichte, Weihnachten sei ohne die Flüchtlinge nicht zu haben. Wer Flüchtlinge nicht willkommen heiße, dürfe auch das Fest nicht feiern.

Erfurts katholischer Bischof Ulrich Neymeyr äußerte sich in seiner Weihnachtspredigt besorgt über den Umgang mit Flüchtlingen. «Viele tausende Menschen, die sich in diesem Jahr auf die Flucht begeben haben, mussten die Erfahrung machen, dass sie nicht aufgenommen werden und Zäune ihnen den Weg versperren», sagte der Bischof am Freitag im Erfurter Dom. Auch diejenigen, die in Deutschland nicht «als Asylanten» anerkannt werden, hätten die Erfahrung machen müssen, dass ihr Aufenthalt nicht geduldet werde.

Die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, hatte zuvor in ihrer Weihnachtsbotschaft an die Mitmenschlichkeit in der Flüchtlingskrise appelliert. «Wie gut, dass so viele Menschen sich engagieren, um Licht zu bringen und ganz praktisch zu helfen und Mitmenschlichkeit zu stärken.» Mit Blick auf die Befürchten vieler Menschen, dass die Flüchtlinge Kultur und Werte verändern könnten, sagte Junkermann: «So sehr Angst und Vorbehalte gegen Fremdes und fremde Menschen als erste Reaktion verständlich ist, so sehr ist es bedrückend, wie aus Angst und Abwehr plötzlich Hass hervorbricht und in Gewalt umschlägt.»

Der Präsident der Anhaltischen Landeskirche, Joachim Liebig, lobte den Einsatz für Flüchtlinge. In den Gemeinden gebe es eine Fülle ehrenamtlichen Engagements, sagte er am Freitag dem MDR. Aktuell sei dies eine zentrale Frage. Mit Blick auf die Bekämpfung der Fluchtursachen bemerkte Liebig, im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat sei militärische Gewalt das falsche Mittel. Zuvor müssten wirklich alle Möglichkeiten geprüft werden. Beispiele wie Afghanistan hätten gezeigt, dass man vorsichtig agieren müsse.

sl (mit dpa)

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